24.08.2018 · smart steuern ·

Ein Traum: Urlaub machen und Steuern sparen

Herrlich war dieser Sommer – alle Sonnenanbeter dürften voll auf ihre Kosten gekommen sein. Doch wer nicht gerade Urlaub auf Balkonien gemacht hat, hatte auch einiges an Ausgaben. Und um Sie den großen Traum gleich austräumen zu lassen: Nein, Sie können Ihren Urlaub erstmal nicht von der Steuer absetzen. So schön das irgendwie auch wäre. Aber: Es gibt dann doch noch zwei Möglichkeiten, wie Sie mit einem Urlaub Steuern sparen können.

Dienstreise und Urlaub verbinden

Nicht alle Arbeitnehmer und Selbstständigen haben überhaupt die Möglichkeit dienstlich zu verreisen. Aber wer es kann, sollte mal über die folgende Lösung nachdenken. Sie hängen an eine Dienstreise gleich noch ein paar Tage (oder mehr) Urlaub dran. Bei diesen „gemischten Reisen“ war lange Jahre klar: Die Kosten für die Dienstreise durften nicht abgesetzt werden, es galt das „Aufteilungsverbot“. Doch vor rund zehn Jahren kippte der Bundesfinanzhof diese Regel aus dem Einkommensteuergesetz (Az: GrS 1/06). Die Kosten einer gemischten Reise können aufgeteilt werden.

Wie sieht das nun im Detail aus?

Das lässt sich am besten an einem Beispiel erklären. Sie müssen als Selbstständiger dienstlich nach Wien. Von Montag bis Mittwoch nehmen Sie Geschäftstermine wahr, Donnerstag bis Samstag nutzen Sie für einen Kurzurlaub. Alle Ausgaben, die mit Ihrer Arbeit zusammenhängen, sind Betriebsausgaben, zum Beispiel die ersten drei Übernachtungen von Montagabend bis Donnerstag. Natürlich müssen Sie das Hotel danach selbst bezahlen.
Aber was ist mit den Reisekosten? Also die Fahrten zum und von den Flughäfen sowie die Flüge selbst? Hier greift die Aufteilung. Da Sie drei Tage dienstlich und drei Tage privat in Wien waren, dürfen Sie genau die Hälfte dieser Kosten absetzen. Bei einer anderen Aufteilung der Tage entsprechend. Wichtig: Der berufliche Teil der Reise muss mindestens 10 Prozent ausmachen. Um im Beispiel zu bleiben: ein Tag Wien für den Job und dann gleich zwei Wochen in der lebenswertesten Stadt der Welt – das funktioniert steuerlich nicht.

Sprachen lernen im Ausland

Nicht ganz so eindeutig und einfach ist es mit der Absetzbarkeit eines Sprachurlaubs. Grundvoraussetzung ist auf jeden Fall, dass Sie im „Urlaubsort“ tatsächlich einen Sprachkurs (Vollzeit) machen und die Sprache Ihnen in Ihrem Beruf hilft. In diesem Fall werden die Kosten für den Kurs meist anerkannt.
Schwieriger wird es schon mit den Reisekosten, also vor allem den Flügen und den Übernachtungen. Das Finanzamt wird Ihnen immer ein privates Interesse unterstellen, ein komplettes Absetzen dieser Kosten dürfte daher die Ausnahme sein – Sie hätten den Sprachkurs ja auch zu Hause machen können. Aber ein gewisser Anteil der Kosten könnte es dann doch sein. So entschied der Bundesfinanzhof schon 2011, dass in einem speziellen Fall die Hälfte der Reisekosten absetzbar sind (Az: VI R 12/10).
Mit diesen Eckpunkten können Sie versuchen, einen großen Teil der Kosten Ihrer Sprachreise abzusetzen. Über Ihre konkreten Chancen lässt sich leider nicht viel sagen, Sprachreisen werden in den Bundesländern, Finanzämtern und bei den einzelnen Sachbearbeitern nicht immer gleich behandelt. Es kann nicht schaden, sich schon vor der Reise beim Finanzamt zu erkundigen.

Was bedeutet das konkret für mich?
Verbinden Sie eine Dienst- mit einer Urlaubsreise, können Sie die Reisekosten anteilig von der Steuer absetzen. Mindestens 10 Prozent muss der berufliche Anteil allerdings schon betragen. Auch bei Sprachreisen lässt sich ein Teil der Kosten absetzen. Wie viel das genau ist, hängt immer vom jeweiligen Finanzamt ab.

 

Juliane Bunte Geschrieben von:

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