27.09.2018 · smart steuern ·

Top 12: Die verrücktesten Steuern der Welt

Seit es Steuern gibt – und die gibt es schon lange – ist es das gleiche Spiel. Der Staat ist chronisch klamm und versucht, mit neuen Steuern die Kassen zu füllen. Der Fantasie waren und sind dabei oft keine Grenzen gesetzt. Wir zeigen Ihnen die verrücktesten Steuern von damals und heute – und bringen dann noch Steuern, die es (noch) nicht gibt.

Es war einmal – historische Steuern

Top 1: Bartsteuer
Könnte man eigentlich heute auch wieder einführen, bei der Flut von Bärten heutzutage. Aber der russische Zar Peter der Große hatte die Bartsteuer tatsächlich 1698 eingeführt. Er fand, dass Bärte seinen modernen Vorstellungen widersprachen und hoffte, dass viele sich nun regelmäßig rasieren würden. Natürlich freute er sich auch über die Einnahmen in Höhe von 30 bis 100 Rubel. Erst Katharina die Große hatte die Größe und verzichtete seit 1772 auf die Bartsteuer. Wenn Sie mehr wissen wollen – in diesem Blogartikel gibt es noch mehr Lesespaß.

Top 2: Perückensteuer
Wir bleiben beim Kopfschmuck: König Friedrich der I. führte tatsächlich 1701 eine Steuer auf die immer beliebter werdenden Perücken in Preußen ein. Abhängig vom Stand waren bis zu 2 Taler und 12 Groschen fällig. 1717 war es aber wieder vorbei mit dieser merkwürdigen Steuer.

Top 3: Latrinensteuer
Wir gehen noch weiter zurück in die Geschichte. Der römische Kaiser Vespasian (9 bis 79 n. Chr.) erhob eine Latrinensteuer. Sein Sohn hielt nun mal gar nichts davon – sodass der Kaiser ihm das Steuergeld unter die Nase hielt und sagte: „Geld stinkt nicht!“. Aus dieser Zeit haben die öffentlichen Toiletten in Paris übrigens ihren Namen. Sie heißen nämlich Vespasienne.

Top 4: Prinzessinnen – und Jungfernsteuer
Mit der Gleichberechtigung war es früher bekanntlich nicht so weit her. Das zeigt sich auch bei diesen beiden Steuern. Die Prinzessinnensteuer (Fräuleinsteuer) hat ihren Ursprung im Mittelalter. Das ist so etwas wie eine Aussteuer und hatte grob gesagt den Zweck, dass die Tochter im anderen Fall ledig blieb und weiterhin in der eigenen Familie zu versorgen war. Der letzte bekannte Fall dieser Steuer war Anfang der 20. Jahrhunderts.
Die Jungfernsteuer wurde in Berlin Anfang des 18. Jahrhunderts erhoben. Und zwar von unverheirateten Frauen zwischen 20 und 40. Diese mussten pro Monat zwei Groschen Steuern entrichten. Die Idee dahinter: Familienpolitik! Die Frauen würden sich dann eher überlegen, endlich zu heiraten und Kinder in die Welt zu setzen.

Top 5: Tür- und Fenstersteuer
Auch die Franzosen waren erfinderisch: Um recht einfach den Wert eines Hauses zu besteuern, wurden einfach ab 1798 die Türen und Fenster gezählt – und daraus mit weiteren Faktoren die Steuer berechnet. Womit der Staat nicht gerechnet hatte: Viele Steuerzahler mauerten einfach einige Fenster zu.

Steuern von heute

Top 6: Sektsteuer
Das Verrückte an der auch Schaumweinsteuer genannten Abgabe ist, dass es sie auch heute noch gibt. Denn eingeführt wurde sie 1902 zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte. Erstens hat das Geld dafür natürlich nicht gereicht und zweitens gehört diese Kriegsflotte schon lange der Geschichte an. Aber sowas passierte und passiert immer wieder. Eine Steuer wird für einen bestimmten Zweck eingeführt und bleibt danach einfach bestehen.

Top 7: Sexsteuer
Klingt ähnlich, ist aber was ganz anders. Sie wird in einigen deutschen Städten von Betreibern der entsprechenden Etablissements und Prostituierten direkt erhoben. Aber viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein in den leeren Kassen der jeweiligen Gemeinden ist das auch nicht.

Top 8: Feuerwerkssteuer
Immer pünktlich zu Silvester wird auch in Deutschland über eine solche Steuer diskutiert. In den USA gibt es sie längst. Vorreiter ist dabei West Virginia, dass 12 Prozent als „Sicherheitssteuer“ auf Pyrotechnik verlangt. 2017 wurden damit aber gerade mal 710.000 Dollar eingenommen. Was vielleicht auch daran liegt, dass die Käufer gern mal in die Nachbarstaaten Ohio und Kentucky zum Einkaufen fahren, um es dann am Unabhängigkeitstag richtig krachen zu lassen.

Glück gehabt – diese Steuern gibt es (noch) nicht

Top 9: SMS-Steuer
Ungarn, Italien und Irland hatten tatsächlich ernsthaft über eine Steuer auf SMS nachgedacht. Das war natürlich in den Zeiten vor WhatsApp. Aber aus den Plänen ist nie etwas geworden.

Top 10: Bräunungssteuer
Der Stadtrat der notorisch klammen Stadt Essen hatte wohl zu lange in der Sonne gesessen. Nur so ist die geplante Einführung einer Bräunungssteuer im Jahr 2010 zu erklären. Besitzer und Betreiber von Solarien sollten jeden Monat 20 Euro pro Sonnenbank zahlen. Das Land Nordrhein-Westfalen in Gestalt des Innen- und Finanzministers lehnte diese Steuer ab. Die 150.000 Euro pro Jahr konnte Essen dann doch verschmerzen.

Top 11: Katzensteuer
Hundesteuer, jeder hat davon gehört. Warum eigentlich nicht auch Katzen besteuern, wurde immer wieder mal laut gedacht. Schließlich gibt es noch ein paar Millionen mehr Katzen als Hunde. Doch bisher gab es nur vor vielen Jahren in einigen deutschen Städten eine solche Steuer. Mehr dazu in diesem Blogbeitrag.

Top 12: Gardinensteuer
Es ist immer wieder zu lesen, dass es in den Niederlanden früher mal eine Gardinensteuer gab. Viele Steuerzahler sollen dann in den stillen Protest getreten sein – und einfach auf Gardinen verzichtet haben. Stimmt nicht, es gab im 19. Jahrhundert „nur“ eine Personalsteuer, die abhängig von der Einrichtung, den Bediensteten, Pferden und der Fenster war. Der Verzicht auf Gardinen liegt wohl eher daran, dass das Land calvinistisch geprägt ist. Man hat bei einem Leben ohne Ausschweifungen einfach nichts zu verbergen.    

 

Juliane Bunte Geschrieben von:
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