04.01.2019 · smart steuern ·

Neues Jahr – neues (Steuer-) Glück

Herzlichen willkommen in 2019. Wir freuen uns, dass Sie wieder vorbeischauen und wünschen Ihnen leicht verspätet ein gesundes neues Jahr. Was liegt näher, als im ersten Blogbeitrag des Jahres darüber zu schreiben, was sich bei Steuern & Co. in 2019 ändern wird? Natürlich nichts. Und deshalb legen wir gleich los, aber nicht ohne Ihnen vorab zu verraten, dass es einige kleine gute Nachrichten geben wird.

Steuern und Freibeträge

Wie in jedem Jahr steigt auch 2019 der Grundfreibetrag. Von glatten 9.000 auf 9.168 Euro für Singles und von 18.000 auf 18.336 Euro für Ehepaare. Das bedeutet, dass die Steueruhr erst später anfängt zu ticken – das Einkommen unter diesen Werten ist steuerfrei. Zudem soll auch der Steuertarif leicht verbessert werden, um der sogenannten kalten Progression zu begegnen. Das alles soll die Steuerzahler um 2,2 Milliarden Euro entlasten. Das bedeutet zwar für den einzelnen keine dicke Ersparnis, aber immerhin.

Sozialversicherung – hoch und runter

Die Rentenversicherungsbeiträge bleiben bei 18,6 Prozent, der Beitrag zur Pflegeversicherung steigt um 0,5 Prozent. Aber: Bei der Krankenversicherung gibt es gute Nachrichten: Der Gesetzgeber kehrt zur hälftigen Beitragszahlung zurück. In den letzten Jahren teilten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent. Den Zusatzbeitrag (abhängig von der Krankenkasse um die 1 Prozent) trugen aber die Arbeitnehmer allein. Jetzt müssen Arbeitgeber auch den Zusatzbeitrag zur Hälfte bezahlen. Diese Beitragsparität soll Arbeitnehmer und Rentner um 6,9 Milliarden Euro im Jahr 2019 entlasten. Zusätzlich sollen die Krankenkassen ihre Reserven abschmelzen – was zu niedrigeren Beiträgen führen sollte.
Insgesamt sollten die Beiträge im Schnitt konstant bleiben.

Kinder, Kinder

Für jedes Kind gibt es 10 Euro mehr Kindergeld, aber erst ab 1. Juli 2019. Das heißt für das erste Kind 204 Euro, für das zweite 210 Euro und für jedes weitere Kind 235 Euro im Monat. Der Kinderfreibetrag steigt von 7.428 auf 7.620 Euro. Auch das bringt Familien mehr Netto.

Steuern und die Mobilität

Bezahlt der Arbeitgeber seinem Angestellten zusätzlich zum Lohn ein Jobticket, war das häufig vom Arbeitnehmer zu versteuern. Damit ist jetzt Schluss. Es müssen keine Steuern darauf bezahlt werden, was den öffentlichen Nahverkehr entlasten soll. Nachteil: Dieses Geld wird auf die Entfernungspauschale angerechnet.
Wer im nächsten Jahr einen neuen Dienstwagen zur Verfügung gestellt bekommt, kann ebenfalls Steuern sparen. Wenn es sich denn um ein Elektro- oder Hybridfahrzeug handelt. Musste bisher 1 Prozent des Listenpreises pauschal für die private Nutzung pro Monat versteuert werden, sind es für diese speziellen Autos nur noch 0,5 Prozent. Die detaillierte Abrechnung per Fahrtenbuch ist aber weiter möglich – und manchmal auch günstiger.
Und schließlich werden auch Dienstfahrräder steuerlich besser gestellt. Musste bisher hier auch ein geldwerter Vorteil für die Privatnutzung versteuert werden, fällt das im Jahr 2019 weg.

Renten und Steuern

Auch in diesem Jahr steigen die Renten zur Mitte des Jahres. Wer in diesem Jahr in Rente geht, hat aber erneut einen höheren Anteil seiner Rente zu versteuern. Der Wert steigt von 76 auf 78 Prozent. Das bedeutet auch, dass wieder mehr Rentner steuerpflichtig werden und eine Steuererklärung machen müssen. Mehr Details dazu in diesem Blogbeitrag. Gleichzeitig lassen sich Vorsorgebeiträge in 2019 in größerem Umfang von der Steuer absetzen. 88 statt bisher 86 Prozent, bis zu 24.305 Euro.

Jetzt endlich: Längere Frist für die Steuererklärung

Seit zwei Jahren wurde drüber geredet, einige brachten dabei auch die Daten durcheinander. Doch ab dem Jahr 2019 haben alle, die zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind, zwei Monate mehr Zeit für die Abgabe. Das heißt also unter anderem auch: Wer die Steuer mit unserer Online-Lösung smartsteuer macht, hat in diesem Jahr bis zum 31. Juli Zeit für die Abgabe.
Und da sind wir gleich bei unserem ersten Neujahrsvorsatz für Sie: Warten Sie nicht so lange, denn wer will schon im Hochsommer über der Steuer sitzen. Ist doch viel besser, die im März oder spätestens April abzugeben – denn dann ist die Steuererstattung in der Regel noch vor dem Urlaub da – und kann gleich investiert werden…

Was bedeutet das konkret für mich?
Weniger Steuern und selten steigende Sozialversicherungsbeiträge: Auf Ihrem Lohnzettel sollte 2019 mehr Netto als zuvor sein. Aber erwarten Sie keine Wunder und planen deshalb die ganz großen Anschaffungen. Das Plus wird überschaubar bleiben. Ihre Steuererklärung müssen Sie 2019 erstmals erst bis zum 31. Juli abgeben. Wir empfehlen aber, es nicht auf den letzten Drücker zu machen.       

 


Mandy Pank Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Stettinger sagt:

    Danke, sehr hilfreich

  • „Zusätzlich sollen die Krankenkassen ihre Reserven abschmelzen – was zu niedrigeren Beiträgen führen sollte.“ Da bin ich ja mal gespannt.

    Danke für den Beitrag

  • Avatar Kristina sagt:

    Die gesetzlichen Krankenkassen werden freiwillig doch niemals Ihre Reserven abschmelzen! Der Gesetzgeber unterstützt sie doch dabei noch mehr Geld zu scheffeln – weil z.B. Rentner weiterhin für Betriebsrenten z u s ä t z l i c h e Krankenkassenbeiträge zu zahlen haben, wenn die Beiträge vom Arbeitgeber eingezahlt wurden! Dafür haben aber viele Arbeitnehmer auf Lohnerhöhungen im Laufe ihres Arbeitslebens verzichtet und nun werden sie abgezockt ! Ich bin da gar nicht gespannt, sondern da müsste Herr Spahn mal was tun!


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