24.01.2019 · smart leben ·

Baukindergeld – das müssen Sie wissen

Es war ein harter Kampf im letzten Jahr in der großen Koalition: Wie kann man jungen Familien mit Kindern unter die Arme greifen? Schließlich einigte man sich auf das Baukindergeld. Wer eine Immobilie kauft oder baut, kann seitdem mit neuen staatlichen Zuschüssen rechnen. Doch was steckt nun genau hinter dem Baukindergeld, wer kann es überhaupt bekommen – und wie viel ist es? Wir von smartsteuer werfen natürlich auch einen Blick auf die steuerlichen Aspekte.

Großer Ansturm

Gerade vor ein paar Tagen stand das Baukindergeld wieder mal in den Schlagzeilen. Mehr als 56.000 Familien hätten bis Ende 2018 schon den positiven Bescheid bekommen. Doch eines der Ziele, dass dadurch deutlich mehr Neubauten entstehen, wurde verfehlt. Denn in fast 90 Prozent der Anträge ging es um den Kauf von bereits bestehenden Immobilien – also extrem wenig Neubau. Aber immerhin, die Familien kaufen Immobilien – und tun damit auch was für ihre Altersvorsorge. Und das ist auch schon mal gut.   

Die Eckdaten zum Baukindergeld

Kurz gesagt: Sie erhalten zehn Jahre lang pro Kind 1.200 Euro vom Staat. Bei einem Kind insgesamt also 12.000 Euro, bei zwei Kindern 24.000 Euro und entsprechend mehr bei mehr Kindern. In Bayern gibt es sogar noch mal 300 Euro pro Kind und Jahr zusätzlich und auch noch einmalig 10.000 Euro Eigenheimzulage. Doch welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen?

  • Kinder: Es zählen die Kinder, die zum Zeitpunkt der Antragstellung im eigenen Haushalt leben und maximal an diesem Tag ihren 18. Geburtstag haben. Wenn Sie gerade ein Kind erwarten, sollten Sie mit dem Antrag bis zur Geburt warten – denn erst dann „zählt“ es.
  • Fristen: Sie können Baukindergeld beantragen, wenn Sie eine Immobilie zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 kaufen oder neu bauen. Maßgeblich ist das Datum des Kaufvertrags oder der Baugenehmigung. Den Antrag dürfen Sie erst nach dem Einzug in die eigenen vier Wände stellen, dann aber zwingend innerhalb von drei Monaten. Da zwischen Baugenehmigung und Einzug manchmal einige Zeit vergeht, hat der Gesetzgeber als allerletzte Frist Ende 2023 gesetzt. Achtung: Der Staat stellt insgesamt 10 Milliarden Euro zur Verfügung. Ist das Geld aufgebraucht, gibt es – so der Stand jetzt – kein Geld mehr für die, die zu spät kommen. Wichtig außerdem: Sie dürfen zum Zeitpunkt der Antragstellung kein zusätzliches Wohneigentum besitzen.
  • Einkommensgrenzen: Bei einem Kind dürfen Sie maximal 90.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen haben, für jedes weitere Kind kommen 15.000 Euro hinzu. Berechnet wird das Einkommen als Durchschnitt aus dem zu versteuernden Einkommen im vorletzten und vorvorletzten Jahres vor der Antragstellung. Maßgeblich sind die jeweiligen Steuerbescheide. Und wenn Sie nicht wissen, was das zu versteuernde Einkommen ist, schauen Sie einfach in unser Steuer-ABC.
  • Vermietung oder Verkauf: Wenn Sie nicht mehr selbst in der Immobilie wohnen, erlischt der Anspruch auf Baukindergeld.

Wie kommen Sie an das Baukindergeld?

Die Beantragung erfolgt online auf einer Seite der KfW – der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Aber keine Angst – das Baukindergeld ist kein Kredit, den Sie später zurückzahlen müssten. Es ist ein echter Zuschuss. Alle wichtigen Informationen finden Sie auf dieser Seite. Den Antrag stellen Sie dann online im KfW-Zuschussportal. Und wenn Sie gerade bei der KfW sind – Sie können dort auch weitere Förderungen beantragen, diese allerdings immer vor dem Einzug.

Und was ist mit der Steuer?

Auch hier haben wir mal gute Nachrichten. Denn auf Twitter schrieb das zuständige Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat: „Das Baukindergeld wird nach § 3 Nummer 58 Einkommensteuergesetz (EStG) steuerfrei gestellt und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt.“ Sie können also mit dem kompletten Baukindergeld planen. Es erhöht auch nicht Ihre Steuerlast.

Was bedeutet das konkret für mich?
Familien mit Kindern können für zehn Jahre Baukindergeld – pro Jahr 1.200 Euro pro Kind – erhalten. Der Antrag muss kurz nach dem Einzug erfolgen. Steuerlich erleiden Sie mit diesem staatlichen Zuschuss keinerlei Nachteile.

Unsere Meinung
Auch wenn das Baukindergeld nicht die erhoffte große Zahl von Neubauten bringt, scheint es doch ein großer Anreiz dafür zu sein, in eine eigene Immobilie zu investieren. Damit lassen sich aber nicht die großen Probleme der Immobilienpreise in vielen Großstädten lösen. Dort ist das Baukindergeld nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein.     

 


Mandy Pank Geschrieben von:

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