01.02.2019 · smart steuern ·

Zurück in die Steuer-Zukunft – Steuererstattung auf Knopfdruck?

Wir wissen zwar nicht, ob es vor sehr, sehr vielen Jahren einfacher war, die Steuererklärung zu machen. Aber wir wissen, dass das in letzter Zeit einfacher geworden ist und in Zukunft noch einfacher werden wird. Und dafür brauchen wir nicht mal ’ne Glaskugel. Warum das so ist und wie ein Politiker (natürlich von der FDP) die Steuererklärung sogar abschaffen will – Sie erfahren es hier im Blog.

Vom Bierdeckel zum gar nicht mehr

Die Älteren unter uns erinnern sich noch an Friedrich Merz von der CDU. Okay, auch die Jüngeren haben ihn kürzlich bei seinem gescheiterten Versuch erlebt, neuer Vorsitzender seiner Partei zu werden. Aber vor etwas mehr als 15 Jahren wollte er das Steuersystem grundlegend reformieren. Und zwar so, dass jeder Bürger seine Steuer auf dem Bierdeckel ausrechnen könne. Mal ganz davon abgesehen, dass er damit die Nicht-Biertrinker außen vor ließ, versank sein Vorschlag eines Drei-Stufen-Modells schnell wieder in der Versenkung.

Doch vor kurzem wagte sich Christian Dürr aus der Deckung. Kennen Sie nicht? Seien Sie getröstet, ich vorher auch nicht. Doch er ist immerhin der FDP-Fraktionsvize im Bundestag. Er will die Steuererklärung am besten gleich ganz abschaffen. Wie das gehen soll, fragen Sie? Nun, die Digitalisierung soll es möglich machen. So weit waren wir oben auch schon gekommen. Nach seinen Vorstellungen soll das Finanzamt die Steuererklärung vorausfüllen, der Steuerzahler muss nur noch prüfen und bestätigt per SMS. Immerhin gibt es die Einschränkung, dass das nur funktioniert, wenn nichts Außergewöhnliches wie eine Erbschaft vorgefallen sei.

Viele Daten könnten laut Dürr digital automatisch ans Finanzamt geschickt werden. Herr Dürr, das geschieht ohnehin schon, mehr dazu gleich. Zum Beispiel könnte, so Dürr, der Arbeitgeber gleich die Info mitschicken, wo sein Angestellter wohnt. Die Kilometerpauschale wäre einfach zu berechnen. Lieber Christian Dürr: Das Finanzamt weiß doch eh schon, wo der Angestellte wohnt…
Wer spendet, könnte der jeweiligen Organisation mitteilen, dass diese die Höhe seiner Spende ebenfalls gleich ans Finanzamt schicken kann. Und sogar die Privatwirtschaft könnte laut Dürr ins Boot geholt werden. Wie? Zum Beispiel dürfte Amazon dann dem Finanzamt melden, wenn Fachliteratur gekauft wurde.

Was spricht gegen die Abschaffung der Steuererklärung

Da gibt es einiges: Dürr verweist auf ein ähnliches Modell in Schweden. Und übersieht dabei, dass das schwedische Steuerrecht kaum Ausnahmen kennt und Finanzämter dort recht weitreichende Zugriffsrechte auf Daten an den verschiedensten Orten haben. In Deutschland gibt es hingegen eine Unzahl an Privilegien und Ausnahmeregelungen bei der Steuer. Und wer das schwedische Modell mit nahezu unbegrenzten Datenabrufen auf Deutschland übertragen wollte, hätte wohl unlösbare Probleme. Denn der Datenschutz spielt hier eine wesentlich größere Rolle. Gläserner Steuerbürger – ein Albtraum für viele. Und schließlich wird das Finanzamt sicher nie eine Einnahme übersehen – doch welche steuerrelevanten Ausgaben Sie hatten, wird es in vielen Fällen nicht wissen. Das würde bedeuten, dass jeder, der Ausnahmen hat,  dann doch wieder an die Steuer ran müsste – oder auf Steuerrückzahlung verzichtet! Bei unseren österreichischen Nachbarn gibt es bereits in einigen Fällen die sogenannte „antragslose Veranlagung“, bei der Steuerzahler ihren Bescheid automatisch erhalten. Diese dort ebenfalls als Vereinfachung verkaufte Lösung führt dazu, dass diese Bürger im Schnitt weniger Erstattung erhalten als solche, die die Erklärung selbst erstellen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Digital ist besser

Bevor wir darauf warten, dass unsere Politiker die Steuererklärung „einfacher“ machen, nehmen wir das lieber selbst in die Hand. Das Zauberwort heißt Digitalisierung. Diese vier Punkte sind die wichtigsten:

  • Vorausgefüllte Steuererklärung (kurz VaSt): Mit der VaSt sind Sie zwar nicht alle Sorgen los. Doch damit können Sie viele Daten abrufen, die ohnehin schon beim Finanzamt sind – und in Ihre Steuererklärung „einfliegen“ lassen. Etwa die Daten der Lohnsteuererklärung, Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und die Rentenbeiträge. Wir werden in den nächsten Wochen hier im Blog die VaSt ausführlicher erklären. Klar ist schon jetzt, dass Sie sich damit einiges an Arbeit und möglichen Fehlern ersparen können.
  • Datenübernahme: Auch das geht nur dank der Digitalisierung. Denn haben Sie schon mal die Steuererklärung gemacht, können Sie die Daten aus dem Vorjahr per Mausklick in die neue übernehmen und müssen nur noch die entsprechenden Werte anpassen. Kein Vergleich zu früher, als man wirklich alles jedes Jahr aufs Neue mit dem Kugelschreiber in die Formulare eintragen musste.
  • Unsere Online-Lösung smartsteuer: Natürlich hat smartsteuer VaSt und Datenübernahme an Bord. Aber gerade die Interview-Form hat die Steuererklärung in den letzten Jahren noch einfacher gemacht. Sie müssen kein Steuerdeutsch beherrschen und wissen, an welcher Stelle was in den Formularen einzutragen ist. Das macht smartsteuer für Sie.
  • Belege bleiben zu Hause: Klar, Sie müssen Belege immer noch sammeln und aufbewahren. Aber Sie müssen Sie nicht mehr automatisch zum Finanzamt schicken. Die Beamten können Sie nur noch anfordern.

Was bedeutet das konkret für mich?
Die Steuer selbst zu machen, ist gar nicht mehr so schwer. Dank der vorausgefüllten Steuererklärung, Datenübernahme und cleveren Software wie smartsteuer haben Sie ausreichend Werkzeuge, um das zu können. Machen Sie einfach, denn bis die Steuererklärung wegfällt, wird es bestimmt noch Jahrzehnte dauern, mindestens.

 


Björn Waide Geschrieben von:
3 Kommentare

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Ludwig Sonntag sagt:

    Hallo an smartssteuer,
    ich find es höchst interessant und einfach, die Steuererklärung online zu erstellen.
    Durch ihre Informationen wird sehr gut informiert und man hat es in den nachfolgenden Jahren einfacher!
    Jedenfalls fange ich jetzt an digital zu denken!
    Herzliche Grüße,
    L. Sonntag

  • Gerd Petersen sagt:

    Hallo zusammen,

    wieder mal macht die FDP einen guten Vorschlag, die Steuererklärung ganz abzuschaffen, findet aber leider keine Mehrheit wegen der vielen Lobbyisten.

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo Herr Petersen,
    die Abschaffung der Steuererklärung leidet nach meinem Empfinden nicht an Lobbyisten.
    Die Abgabe einer Steuererklärung führt zu einer Besteuerung nach der individuellen Leistungsfähigkeit und einer hohen Einzelfallgerechtigkeit. Beides müsste aufgegeben werden.


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