27.02.2019 · smart leben ·

Machen statt meckern

Es ist so einfach: Da passt einem was nicht – und schon wird drauf los gewettert. Das mag im ersten Moment hilfreich sein, denn der Ärger muss ja auch irgendwie raus. Aber nutzt es auf lange Sicht? Doch wohl eher nicht. Denn meist wird das Meckern zu einer Gewohnheit. Da kann die Sonne scheinen – man meckert über die Hitze. Da kommt der Zug pünktlich – aber gestern war er ja viel zu spät.
Wie wäre es, wenn aus einer überwiegend negativen Einstellung eine positive werden würde? Wenn Sie nicht jeden Tag aufs Neue über den tropfenden Wasserhahn fluchen, sondern ihn einfach reparieren (lassen). Also einfach etwas mehr Gelassenheit, Mut zur Tat oder kurz: machen statt meckern – auch und vor allem bei der Steuer.

Das Internet – die größte Meckerecke der Welt

Wenn man sich den Spaß macht – ein Spaß ist es aber nicht wirklich – und schaut sich die Kommentarspalten in sozialen Netzwerken und Blogs an, kann einem Angst und Bange werden. Überschrift gelesen und schon geht es los. Das erfahren auch wir von smartsteuer in unseren Angeboten. Bringen wir eine Nachricht, die vielen Steuerzahlern mehr Geld in Aussicht stellt, gibt es nur selten ein „Gut gemacht“ – „Wurde aber auch Zeit“ ist schon fast positiv zu sehen. In der Mehrheit heißt es dann aber „Wer’s glaubt…“, „Raubrittertum des Staates“ oder „Die füllen sich doch eh nur die Taschen“. Gern gibt es auch einen Wechsel auf ein Thema, das eher negativ besetzt ist.
Und wenn es dann einen sachlichen Blogbeitrag gibt zu einem kritischen Thema wie der Parteienfinanzierung, dann gibt es auf Facebook kein Halten mehr.
Ich stelle mal die kühne These auf: Außer einem dicken Hals kommt dann aber auch nichts mehr. Und das ist echt schade.

Machen ist so einfach

Es gibt ja den Spruch: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann – den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann – und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
Das Wetter zum Beispiel können Sie nicht beeinflussen. Über unser Steuersystem lässt sich vortrefflich meckern, im Großen und Ganzen lässt es sich aber vom Einzelnen nicht ändern (und ist im Übrigen auch nicht so schlecht wie sein Ruf). Aber wie wäre es, wenn Sie nicht nur Dampf darüber ablassen – sondern auch selbst was tun. Wie soll das denn gehen, fragen Sie vielleicht?

Nun, ich habe für Sie ein Beispiel. Jedes Jahr liegen 500.000.000 Euro in der Staatskasse rum. Diese 500 Millionen Euro sind die Summe, die Steuerzahler nicht vom Fiskus zurückfordern! Denn viele meckern über den gierigen Staat – aber holen sich ihr eigenes Geld über die Steuererklärung nicht zurück. Ich sehe auch hier schon Kommentare wie „zu kompliziert“, „zu teuer“, „Das lohnt sich bei mir ja eh nicht“, „Warum überweisen die mir das Geld nicht einfach gleich, die im Bundestag kriegen ihre dicke Kohle ja auch direkt aufs Konto“ und so weiter…
Kann man natürlich so machen, aber damit haben Sie immer noch keinen Cent mehr auf dem Konto. Was ich sagen will: Natürlich können Sie Ihren Ärger rauslassen, aber machen Sie dann was dagegen – wenn es möglich ist. Und es gibt wohl kaum eine Sache, bei der es einfacher und lohnenswerter ist als bei der Steuer. 974 Euro bekamen nach der letzten offiziellen Statistik Steuererklärer im Schnitt vom Staat zurück.

Was bedeutet das konkret für mich?
Jetzt habe ich mich selbst in Rage geschrieben! Also noch einmal, auch an mich selbst gerichtet: Werden wir alle gelassener. Überlegen wir lieber gemeinsam, wie wir Dinge ändern können, anstatt uns über „die Verhältnisse“ aufzuregen. Bei der Steuer heißt das: Einfach machen! Für welches Aufreger-Thema haben Sie einen konstruktiven Lösungsvorschlag? Ich würde mich freuen, hier oder bei Facebook von Ihnen zu lesen. #macheinfach!

 


Björn Waide Geschrieben von:

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