02.04.2019 · smart leben ·

Der nicht so kleine Unterschied

Vor rund zwei Wochen war es mal wieder so weit: Der Equal Pay Day (Tag für gleiche Bezahlung) machte auf die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Wir wollen heute kurz erklären, warum über diese Lücke immer wieder diskutiert wird. Und danach anhand von Beispielen zeigen, dass es mit Gleichberechtigung auch an vielen anderen Stellen bei den Themen Geld und Steuern nicht weit her ist.

21 Prozent – oder doch nicht?

Die Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern beträgt in Deutschland aktuell 21 Prozent. Ungerecht ist das, sagen die einen. Und das sind nicht nur Frauen. Es gibt aber auch andere, die fast gebetsmühlenartig betonen, dass die „bereinigte“ Lücke nur 2 bis 7 Prozent beträgt. Recht haben tatsächlich beide Vertreter.
Die 21 Prozent kommen unter anderem auch dadurch zustande, dass Frauen öfter in schlechter bezahlten Berufen arbeiten. Was natürlich auch an sich schon ein Skandal ist.
Die 2 bis 7 Prozent wiederum beziehen sich auf vergleichbare Tätigkeiten. Und ich wiederhole mich: Was natürlich auch an sich schon ein Skandal ist.
Immerhin: Wir Frauen machen immer noch zu 71 Prozent den Haushalt. War jetzt sarkastisch, nur zur Sicherheit.

Keine Gleichberechtigung auch bei der Steuer

Wir hatten es hier im Blog vor kurzem geschrieben: Beim Finanzamt steht bei Ehepaaren immer der Mann an erster Stelle. Komme, was da wolle. Oder besser: Wer es andersrum probiert, kann schon mal die Software der Finanzbehörden zum Absturz bringen. Ausführlich können Sie das hier nachlesen.
Und noch ein Frauenthema. Man(n) spricht nicht gern drüber, aber wir Frauen haben es ungefähr die Hälfte unseres Lebens. Ich rede von der Menstruation. Und wie viel Steuer bezahlen wir auf Binden und Tampons? Richtig, 19 Prozent. Zählt dann irgendwie nicht zum Grundbedarf (7 Prozent). Ja, wird jetzt der ein oder andere Mann sagen, wir sollen uns mal nicht so anstellen. Geht ja nur um ein paar Cent. Doch über mehr als 30 Jahre kommt schon was zusammen. Und Luxus ist das ganz bestimmt nicht, glauben Sie mir.
Immerhin: Es gibt schon Länder wie Australien, Indien und Kanada, die die Steuer auf Hygiene-Produkte für Frauen abgeschafft haben. Und in Deutschland läuft eine
Online-Petition mit mehr als 130.000 Unterschriften gegen die „Tampon-Steuer“. Doch aus dem Finanzministerium hieß es schon, dass es keine Pläne zur Änderung der bestehenden Regelung gebe…

Für Frauen – oder für Männer?

Kommen wir schließlich zu den Finanzen. Sagen wir es so, wie es ist. An vielen Stellen werden wir abgezockt – nur weil wir Frauen sind. Ein vergleichbarer Haarschnitt beim Friseur kostet für Frauen fast immer mehr als für Männer. Parfums, Rasiergel und insbesondere Rasierer sind meist für Frauen teurer als für Männer. Nun kann Frau ja auch beim Rasieren zu Männerprodukten greifen, aber – wie perfide – oft stehen die ganz woanders in der Drogerie.
Das Ganze beginnt übrigens schon bei Kindern. Vergleichbare Kleidung und Drogerieartikel sind oft teurer, wenn sie speziell auf Mädchen ausgerichtet sind. Ach ja, Studien haben auch belegt, dass Frauen auf Ebay 20 Prozent weniger bekommen als Männer bei vergleichbaren Produkten…
Woran das alles liegt, fragen Sie vielleicht? Natürlich an uns Frauen. Wir sind leider eher bereit als Männer, Geld für unser Äußeres auszugeben. Und genau das nutzt die Industrie aus. Nein, ich sage jetzt nicht, dass wir das alles auch noch für die Männer tun. So einfach ist es nun doch nicht.

Fazit: Bis wir von einer „echten Gleichberechtigung“ sprechen können, muss noch einiges passieren. Getreu dem Motto „machen statt meckern“ sollten wir alle dazu beitragen, diesem Ziel in Zukunft näherzukommen!

 

Mandy Pank Geschrieben von:

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Robert sagt:

    Frauen gehen fünf Jahre früher in Rente als Männer und leben dann nochmal 5 Jahre länger als Männer. Sprich sie beziehen 10 Jahre länger Rente, das alles bezahlt von den Männern.

    Ein Mann benötigt für die Arbeit Hemd, Anzug, Krawatte, etc. und gibt dafür € 1000 aus.
    Eine Frau kann in schlabbriger Jeans und Pulli zur Arbeit und gibt dafür € 100 aus.

    In den Skigebieten gibt es Ladies Days, wo Frauen nur die Hälfte bezahlen.

    Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen.


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