04.06.2019 · smart leben ·

KOHLETECHNISCH – Vermögensbildung gehört auf den Lehrplan

Über Geld spricht man nicht – einer der absoluten Klassiker aus der Phrasendreschmaschine. Doch nie war dieser Spruch so falsch wie heute. Natürlich soll man auch übers Geld reden. Wir haben hier im Blog jetzt schon öfter drüber geschrieben – und seit kurzem bringen wir das Thema auch in unserem „KOHLETECHNISCH“-Channel auf YouTube.
Dort spricht unter anderem smartsteuer-Geschäftsführer Björn Waide mit seinen Gästen. Und weil sich nicht jeder eine dreiviertel Stunde Zeit nehmen will, gibt es hier im Blog immer wieder knackige Zusammenfassungen der Gespräche – und natürlich auch den YouTube-Link zum Nachschauen.

Unser Gast – das Thema

Florian Nöll, Vorsitzender Bundesverband Deutsche Startups e.V. ist ein wahrer Tausendsassa: Gründer, Berater, Lobbyist und auch noch Familienvater von Zwillingen. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, etwa von der Zeitschrift Capital als eins von 40 Talenten unter 40 Jahren und von Business Punk als einer der 50 wichtigsten Köpfe der Startup-Szene.
Es geht – im weitesten Sinn – um Geld, Unternehmensgründung, Gründergeist, Vermögensaufbau und vieles mehr.

Eigene Firma oder Festanstellung?

Florian Nöll wurde schon in jungen Jahren sein eigener Chef und gründete. Das sei hier in Deutschland eher die Ausnahme. Weil der sichere Hafen als Angestellter sehr attraktiv ist, so Nöll.
Schon als Schüler programmierte er und beherzigte eine Regel, die er damals noch nicht mal kannte:

„Alles was es wert ist, getan zu werden, ist es wert, für Geld getan zu werden.“

Das sah bei der Gründung des Bundesverbands Deutsche Startups 2012 anfangs noch ganz anders aus. Ein Jahr lang fast ausschließlich unbezahltes Ehrenamt – um die wachsende deutsche Startup-Szene in die Öffentlichkeit und auch in die Politik zu bringen.
Mittlerweile denkt der Dauergründer auch hin und wieder ans Alter und über die finanzielle Verantwortung nach.

Kinder, Kinder

Florian Nölls Kinder sind sechs und gehen schon zur Schule. Und da hat er seine Bedenken:

„Insgesamt habe ich die Befürchtung, dass wir unseren Nachwuchs
völlig unzureichend auf die Zukunft vorbereiten.”

Es geht eben nicht mehr nur darum, Inhalte aufzusaugen, sondern um neues Lernen. Es geht auch darum, Kindern zu zeigen, dass man mit iPhones und Tablets auch Sinnvolles machen kann.
Dass wir in Deutschland so wenige Gründerinnen und Gründer haben, liege auch am Schulsystem. Der Startup-Verband schlägt zum Beispiel vor, dass jeder Schüler (im Team) eine App entwickeln muss. Das ist kreativ, muss gut aussehen und vermarktet werden. In den USA sind Kids viel früher dabei, Dinge zu produzieren und zu verkaufen.

Der Weg der Finanzierung

Es reicht nicht, nur kreativ zu sein, so Nöll. Im Wort Geschäftsmodell steckt eben auch drin, dass ein Geschäft stattfindet.

„Viele Startups kennen nur Wagniskapital als Finanzierungsquelle
und vergessen, dass es auch Umsatz gibt, den man generieren kann.“

Das gilt vor allem, weil:

„In Deutschland sind selbst die Risikokapitalgeber risiko-avers.“

Das hat sich zwar mittlerweile gebessert, es gibt immer öfter dreistellige Millionen-Investments. Doch es sei noch zu wenig. Und so bemerkt Florian Nöll:  

„In Deutschland ist Geld keine knappe Ressource,
wir investieren es nur an den falschen Stellen.“

Die Deutschen passen vielleicht zu sehr auf ihr Geld auf und verstecken es am liebsten unter dem Kopfkissen. Der falsche Weg, findet Nöll:

“Aber wir werden nicht mehr die entscheidende Rolle spielen als Technologienation und das wird uns mehr weh tun als es jetzt weh tun würde, einen Teil [des Geldes] mutiger zu investieren.”

In den USA steckt immer noch tief in der DNA das Gefühl, dass man alles erreichen kann und sozialer Aufstieg möglich ist. In Deutschland sieht es anders aus. Belegen lässt sich das so:

“Woher haben acht der zehn reichsten Amerikaner ihr Geld?
Sie sind selfmade Milliardäre.

Woher haben acht der zehn reichsten Deutschen ihr Geld?
Sie haben es geerbt.“

Und in der Tat ist es so:

“Nichts fördert so sehr die Durchlässigkeit der Gesellschaft wie Unternehmertum.”

Das Ganze Video gibt es hier:

Abonnieren Sie am besten gleich den YouTube-Channel von KOHLETECHNISCH, dann verpassen Sie nix.

 

Mandy Pank Geschrieben von:

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