14.06.2019 · smart steuern ·

Die Angst vor der Armut im Alter

Es ist wohl eine Frage, die sich irgendwann mal jede und jeder stellt. Reicht die Rente eines Tages? Wer schon Rentner ist, weiß es – und wer sich auf den letzten Metern des Weges in den Ruhestand befindet sicher auch. Doch was ist mit den ganz Jungen? Für die, die Rente noch 40 bis 50 Jahre entfernt ist? Die Macher der Studie „Jugend, Vorsorge und Finanzen“ wollten es genau wissen. Der Tenor: Viele junge Menschen in Deutschland haben Angst, im Alter arm zu sein. Doch eine große Mehrheit traut der Politik zu, dieses Problem zu lösen.
Wir von smartsteuer verraten am Ende des Blogbeitrags noch, wie Sie auch als junger Mensch an zusätzliches Geld kommen können. Und das können Sie dann zum Beispiel in die Altersvorsorge stecken…

Wie so oft an dieser Stelle ein kleines Vorwort. Die Rente ist zunehmend ein strittiges Thema, das wir an dieser Stelle auch schon öfter thematisiert haben. Immer mehr Rentner müssen mittlerweile Teile ihrer Rente versteuern, dieser Anteil wird in den nächsten Jahren ansteigen und ab 2040 werden alle Neu-Rentner ihr Ruhegeld zu 100 Prozent versteuern müssen. Mehr dazu in unserem Steuer-ABC. Und ja, auch wir kennen die Geschichten von Flaschen sammelnden Rentnern. Was aber auch in dieser Situation nichts nutzt: Einfach nur meckern. Seien Sie konstruktiv, informieren Sie sich und versuchen Sie schon lange vor der Rente für einen gesicherten Lebensabend zu sorgen.

Was ist das für eine Studie?

„Jugend, Vorsorge, Finanzen“ wurde nun bereits zum vierten Mal (nach 2010, 2013 und 2016) vom Versorgungswerk MetallRente der Metall- und Elektro-Industrie in Auftrag gegeben. Herausgeber sind die Wissenschaftler Klaus Hurrelmann und Christian Traxler von der Berliner Hertie School of Governance, sowie Heribert Karch, Geschäftsführer des Versorgungswerks MetallRente. Befragt wurden für die repräsentative Untersuchung 2.500 Frauen und Männer im Alter von 17 und 27 Jahren. Alle wichtigen Informationen finden Sie dazu auf der Seite jugendstudie.info.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

Sagen wir es gleich vorab, die Ergebnisse sind zum Teil schon überraschend.

  • Immer weniger junge Menschen sparen fürs Alter. 2019 waren es nur noch 48 Prozent (55 Prozent 2010). Regelmäßig tun das jetzt sogar nur 32 Prozent (39 Prozent 2010). Von denen, die überhaupt sparen, ist auch noch der Anteil der Altersvorsorgesparer von 66 Prozent (2010) auf 56 Prozent im Jahr 2019 gesunken.

  • Der Grund für diesen Rückgang liefert die Studie auch: Mehr als zwei Drittel der Befragten sagten, dass für das Sparen am Ende des Monats kein Geld mehr zur Verfügung stehen würde. Das sei auch kein Wunder, so die Macher der Studie. Niedrige Einkommen und befristete Arbeitsverträge erschweren eine systematische Vorsorge.
  • Die Angst vor Altersarmut ist entsprechend groß: 68 Prozent haben Angst, dass die Rente später mal nicht ausreichen wird. 86 Prozent stimmten der Aussage zu, dass ohne eigene Vorsorge mehr Leute von Altersarmut betroffen sein werden.
  • Frauen sind besonders von Altersarmut betroffen, weil Sie im Schnitt nicht nur weniger verdienen als Männer, sondern (vermutlich deshalb) auch weniger privat fürs Alter vorsorgen können.
  • Wer soll all die Probleme lösen? 84 Prozent der Befragten sagten, dass eine gute staatliche Rente machbar sei, wenn der entsprechende politische Wille da ist.

Wissen ist Macht – auch bei der Altersvorsorge

Wir wollen hier nicht zu altklug erscheinen, aber sich auf den Staat zu verlassen, ist zumindest im Fall der Renten wenigstens fahrlässig. Es werden in den nächsten Jahrzehnten immer mehr Rentner – und nicht mehr genügend Leute, die in die Rentenkassen einzahlen. Da kann sich der Staat strecken wie er will, die Altersvorsorge wird er nicht allein bestreiten können.
Doch woran liegt der Glaube an den Staat? Oder ist es vielleicht eher eine Hoffnung? Oder liegt es „nur“ am fehlenden Wissen. Nur weniger als ein Drittel gab an, sich in dem Bereich auszukennen. 92 Prozent wollen verständlichere Informationen über Altersvorsorge, 93 Prozent ein Onlineportal, in dem es Infos zu erreichten Ansprüchen aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge gibt. 87 Prozent meinen, dass Altersvorsorge schon in der Schule ein Thema sein sollte.

Tipp an die junge Generation: Altersvorsorge spart Steuern

Wir wären nicht smartsteuer, wenn wir nicht wenigstens einen Ratschlag von der steuerlichen Seite hätten. Und eigentlich sind es sogar gleich zwei.

  • Machen Sie auch in jungen Jahren Ihre Steuererklärung! Das richtet sich unter anderem an Studenten und Berufseinsteiger. Mit unserer Online-Steuererklärung smartsteuer ist das auch schnell und einfach gemacht, für Studenten gibt es sogar eine spezielle Version. Die Steuererstattung können Sie dann in Ihre Altersvorsorge stecken. Müssen Sie aber nicht.
  • Renten werden zunehmend besteuert – dafür können Leute, die noch nicht in Rente sind, immer mehr von ihren Beiträgen zur Altersvorsorge von der Steuer absetzen. Wenn Sie also zum Beispiel jeden Monat 100 Euro in einen entsprechenden Vorsorge-Vertrag stecken, bekommen Sie je nach Einkommen über die Steuererklärung 15 Euro oder mehr zurück – und die können Sie wieder in die Vorsorge stecken. Mehr zu den sogenannten Vorsorgeleistungen finden Sie in diesem Blogbeitrag.

Was bedeutet das konkret für mich?
Junge Leute verlassen sich immer noch in großem Maße auf die Politik, was ihre zukünftige Rente betrifft. Dabei wäre es viel wichtiger, auch privat vorzusorgen. Der Staat belohnt private Altersvorsorge mit Steuererleichterungen, ein Großteil der gezahlten Beiträge lassen sich von der Steuer absetzen.

 

Mandy Pank Geschrieben von:

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