18.06.2019 · smart steuern ·

Steuererklärung: Frist rutscht nach hinten

Bald Mitte Juni – und Sie haben Ihre Steuererklärung noch nicht gemacht? Dann haben Sie echt Glück. Denn ab 2019 gibt es eine wesentliche Neuerung bei der Steuererklärung. Die Frist ist nicht mehr am 31. Mai – sondern erstmals bundesweit zwei Monate später am 31. Juli. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn viele Steuerzahler können sich mehr Zeit lassen. Hier erfahren Sie, wer auf die Frist zur Steuererklärung achten muss – und wer auch gefahrlos später abgeben kann. Zudem erläutern wir, was Sie tun können, wenn Sie zu spät dran sind und was vom Finanzamt droht, wenn Sie bei der Steuererklärung die Frist verpassen.

Wer muss – und wer darf eine Steuererklärung abgeben?

Bevor wir Ihnen gleich die neuen Termine für die Steuer ausführlich zeigen, müssen wir zuerst klären, wer sich an welchen Termin halten muss. Dabei kommt es entscheidend darauf an, ob Sie zur Abgabe verpflichtet sind („Pflichtveranlagung“) oder es freiwillig tun („Antragsveranlagung“).
Kurz gesagt: Wer in der Pflicht steht, hat weniger Zeit als ein freiwilliger Abgeber.

Wer ist also zur Abgabe einer Steuererklärung mit Frist verpflichtet? Gleich vorweg: Selbstständige, Rentner und Vermieter müssen immer eine Steuererklärung abgeben, wenn ihr Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt. Der betrug im Steuerjahr 2018 für Singles 9.000 Euro und für Ehepaare 18.000 Euro. Er steigt 2019 auf 9.168 (18.336) Euro und 2020 auf 9.408 (18.816) Euro an.
Für alle anderen regelt Paragraph 46 im Einkommensteuergesetz alles. Und den fassen wir mal für Sie verständlich zusammen. Eine Steuererklärung müssen unter anderem abgeben:   

  • Arbeitnehmer, die zusätzlich zum Arbeitslohn mehr als 410 Euro Einnahmen haben, etwa aus Vermietung oder Verpachtung.
  • Ehepaare, die zusammen die Steuer machen („gemeinsame Veranlagung“) und entweder die Steuerklassenkombination 3/5 oder beide die Steuerklasse 4 mit Faktor haben. Ebenfalls fällig ist das Paar, wenn einer auf Steuerklasse 6 gearbeitet hat.
  • Wer Lohnersatzleistungen von mindestens 410 Euro bezogen hat. Das sind unter anderem Arbeitslosen-, Eltern-, Kranken- oder Kurzarbeitergeld. Die sind zwar steuerfrei, können aber aufs Ganze gesehen die Steuerlast erhöhen, da sie dem Progressionsvorbehalt unterliegen.
  • Wer sich einen Freibetrag auf seine Lohnsteuerkarte hat eintragen lassen, etwa weil der Arbeitsweg sehr lang ist. Das gilt nicht für Kinderfreibetrag sowie Hinterbliebenen- und Behindertenpauschbetrag.
  • Wer im Steuerjahr bei zwei Arbeitgebern gleichzeitig beschäftigt war.
  • Wer eine Abfindung vom ehemaligen Arbeitgeber erhalten hat, auf die die sogenannte Fünftelregelung Anwendung fand.
  • Wer dazu vom Finanzamt aufgefordert wird.

Sie sehen, dass schon recht viele eine Steuererklärung mit Frist machen müssen. Andererseits aber auch, dass viele (vor allem Arbeitnehmer) nicht in der Pflicht stehen.

Steuererklärung: Frist hängt von mehreren Faktoren ab

Kommen wir nun zu der Abgabefrist der Steuererklärung, oder besser den Abgabefristen.

  • Sind Sie gesetzlich zur Abgabe verpflichtet, muss Ihre Steuererklärung ab 2019 spätestens bis 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt sein. Fällt dieses Datum auf ein Wochenende, reicht noch der darauffolgende Montag.
  • Wenn Sie die Steuer nicht alleine schaffen, weil es zum Beispiel zu knifflig ist oder Sie sich dafür keine Zeit nehmen wollen, können Sie einen Steuerberater hinzuziehen oder zum Lohnsteuerhilfeverein gehen. Dann rückt für die Steuererklärung die Frist um sieben Monate nach hinten. Ihre Steuererklärung für das Jahr 2018 muss dann erst am 2. März 2020 beim Finanzamt sein. (Eigentlich am letzten Tag im Februar, aber da ist 2020 Wochenende).
    ABER: Diesen „Luxus“ müssen Sie auch ordentlich bezahlen. Deshalb raten wir dazu, die Steuer selbst zu machen. Mit unserer Online-Steuererklärung smartsteuer geht das echt fix und auch Steuer-Laien kommen damit gut zurecht. Der Grund: smartsteuer verzichtet auf Steuer-Latein und Sie müssen nur einfache Fragen beantworten. Und dafür bezahlen Sie bei Abgabe an das Finanzamt gerade mal 24,99 Euro. Da hat ein Steuerberater noch nicht mal den Stift in die Hand genommen.
    Nicht zu vergessen: Das Finanzamt kann auch schon früher zur Abgabe auffordern.
  • Wer nicht abgeben muss, hat so richtig Zeit! Bis zu vier Jahre nach Ablauf des entsprechenden Steuerjahres. Das heißt: Sie haben für die Steuererklärung eine Frist bis zum 31. Dezember 2019 – und zwar für die aus dem Jahr 2015.

Tja, klingt toll, wird jetzt der ein oder andere sagen, aber warum sollte ich es denn tun? Wenn ich nicht dazu verpflichtet bin? Darum geht es im nächsten Abschnitt.

Darum sollten Sie freiwillig abgeben

Steuererklärung ohne Frist, also fast ohne, wenn man auf die vier Jahre Zeit schaut – warum sollten Sie sich das überhaupt antun? Ist doch super, wenn man sich gar nicht um die Steuer kümmern muss. Dann sei die Frage erlaubt, ob Sie gern auf Geld verzichten? Sehen Sie, das wollen Sie in der Regel nicht. Und ich sage es ganz kurz. Wer freiwillig die Steuer macht, kann nur gewinnen! Warum?

Punkte 1: Überlegen Sie doch zuerst einmal, warum viele nicht abgeben müssen? Etwa weil der Staat nett ist? Ganz sicher nicht! Der Fiskus weiß, dass bei denen, die nicht abgeben müssen, eher nichts mehr zu holen ist. Sogar im Gegenteil: In der absoluten Mehrzahl der Fälle bekommen Sie Geld zurück vom Staat. 500 Millionen Euro bleiben nach Schätzungen Jahr für Jahr in der Staatskasse – die eigentlich Ihnen zustehen.

Punkt 2: Machen Sie die Steuererklärung mit unserer Online-Lösung smartsteuer. Sie gehen kein Risiko ein, denn zahlen müssen Sie erst, wenn Sie die Erklärung zum Finanzamt schicken. Sie sehen schon vorher, ob Sie tatsächlich Geld zurückbekommen. Und falls der unwahrscheinliche Fall eintritt – und Sie Steuern nachzahlen sollen: Kein Problem. Legen Sie Einspruch ein. Ziehen Sie dabei die Steuererklärung innerhalb von einem Monat zurück. Dann ist es so, als ob Sie die Steuererklärung nie abgegeben hätten.

Punkt 3: Wenn Sie sehr spät abgeben, bekommen Sie sogar noch Zinsen auf Ihre Steuererstattung. Ab 15 Monaten nach Ablauf des betreffenden Steuerjahres erhalten Sie pro weiterem Monat 0,5 Prozent Zinsen, aufs Jahr gerechnet stolze 6 Prozent.

Bei smartsteuer finden Sie die Steuererklärungen für die zurückliegenden Steuerjahre auf dieser Seite.

Steuererklärung: Frist verpasst – was tun?

Es kann ja immer mal passieren, dass man einen Termin verpasst.
Gleich vorweg: Wer freiwillig abgibt, hat die angesprochenen vier Jahre Zeit. Wer in diesem Fall später kommt, den bestraft sprichwörtlich das Leben. Vorbei ist dann vorbei, endgültig.
Aber wer abgeben muss? Nun, es gibt immerhin die Möglichkeit eine Fristverlängerung zu beantragen. Was gilt es da zu beachten?

  • Die Fristverlängerung muss vor Ablauf der eigentlichen Frist (31. Juli) beim Finanzamt sein.
  • Es braucht einen wirklich guten Grund, warum Sie erst verspätet abgeben. Dazu zählen zum Beispiel: ein Umzug, eine längere Dienstreise oder ein Auslandsaufenthalt, langwierige Krankheiten oder Unterlagen, die Sie noch nicht haben – woran Sie aber nicht schuld sind.

Und wie läuft das konkret? Sie können entweder einen Brief aufsetzen und an das Finanzamt schicken. Oder Sie schicken eine E-Mail an Ihr zuständiges Finanzamt. Und schon ist für Ihre Steuererklärung die Frist nach hinten gerückt, in der Regel um vier Monate.

Wie bereits geschrieben zum Stichwort Steuererklärung und Frist: Noch haben Sie in diesem Jahr Zeit bis Ende Juli. Aber wenn Sie jetzt schon absehen können, dass die Zeit nicht mehr reicht, beantragen Sie die Fristverlängerung lieber gleich – oder machen am besten gleich die Steuererklärung selbst.

Was droht bei Verspätung?

Nun, ist bei der Steuererklärung die Frist endgültig abgelaufen, wird es ab diesem Jahr ernst, oder wenigstens ernster als zuvor. Der Hintergrund: Bis zum letzten Jahr lagen Sanktionen wegen der Verspätung vor allem im Ermessensspielraum des zuständigen Finanzbeamten. So konnte man eigentlich völlig problemlos eine Fristverlängerung bekommen. Wie es in diesem Jahr und dem späteren Stichtag aussieht, lässt sich noch nicht endgültig sagen. Es gibt einfach noch keine Erfahrungswerte. Eigentlich soll es eine Fristverlängerung nur noch in schwerwiegenden Fällen geben. Es ist aber andererseits schwer vorstellbar, dass das Finanzamt gleich im ersten Jahr der neuen Regelung die Daumenschrauben so fest anzieht.
Welche Sanktionen drohen nun genau?

  • Für jeden Monat, den Sie zu spät abgeben, werden 0,25 Prozent der festgesetzten Steuernachzahlung fällig, mindestens jedoch 25 Euro. Noch unklar ist, was passiert, wenn man die Steuererklärung „ohne Hilfe“ verspätet abgibt, und zwar vor der Frist „mit Hilfe“ (also dem 2. März 2020). Hier kann der Finanzbeamte den Verspätungszuschlag verhängen, ist aber nicht dazu verpflichtet. Es gibt also wieder den Ermessensspielraum. Wer aber erst nach dem 2. März 2020 abgibt, muss definitiv zahlen. Und wer es allein gemacht hat, auch für die Monate nach dem 31. Juli 2019 bis Ende Februar 2020.
  • Wenn Sie eine Steuererstattung bekommen, kann das Finanzamt auf den Verspätungszuschlag verzichten, muss es aber nicht. Würde ja Sinn machen, denn man hat damit dem Staat schon einen zinslosen Kredit ermöglicht.
  • Für ganz schwerwiegende Fälle drohen zusätzlich ein Zwangsgeld, eine Steuerschätzung (die eigentlich nie zu Ihren Gunsten ausfällt) und Verspätungszinsen.

 

Das war zu viel Input auf einmal? In unserem Video fassen wir die wichtigsten Punkte für Sie noch einmal zusammen:

Was bedeutet das konkret für mich?
Steuererklärung und Frist – diese Kombi ändert sich in diesem Jahr. Die Abgabefrist der Steuererklärung rückt zwei Monate nach hinten, auf Ende Juli. Aber nur für die, die auch abgeben müssen. Freiwillige Abgeber haben immer noch vier Jahre Zeit für die Abgabe. 


Juliane Bunte Geschrieben von:

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