02.10.2019 · smart steuern ·

Student, Steuererklärung, Verlustvortrag – das müssen Sie wissen

Der Herbst kommt – und damit auch ein neues Semester für Studentinnen und Studenten. Die haben in der Regel gerade am Anfang sehr viel auf dem Zettel. Woran allerdings die Wenigsten denken, sind Steuern und die Steuererklärung. Ein Student – und natürlich auch eine Studentin – sollte das aber nie aus den Augen verlieren. Denn es geht um jede Menge Geld.
Um es kurz zu machen: Die Steuererklärung für Studenten lohnt sich. Sie müssen sie einfach nur machen und zwar von Anfang an. Warum das so ist, was es mit dem Verlustvortrag auf sich hat, was sich absetzen lässt, welche Rolle das Bundesverfassungsgericht bei der ganzen Sache spielt und warum unsere Online-Lösung smartsteuer eine gute Adresse für Studenten ist – Sie erfahren es hier.  

Zuerst ein kurzer Überblick:

  • Wir erklären im ersten Kapitel, warum es wichtig ist, auch als Student eine Steuererklärung zu machen – und welche Rolle der Verlustvortrag dabei spielt.
  • Danach zeigen wir Ihnen, welche Unterschiede steuerlich die erste und die zweite Ausbildung haben. 
  • Im dritten Abschnitt erfahren Sie, was Sie absetzen können in der Steuererklärung als Student.
  • Das letzte Kapitel dreht sich um die praktische Anwendung mit unserer Online-Lösung smartsteuer. Wir haben sogar eine spezielle Fassung für Studenten, sozusagen die „Studenten-Steuererklärung“. Und oft ist die auch noch kostenlos…

Das Grundprinzip: jetzt Verluste – später Steuergewinne

Keine Angst, wir erklären Ihnen weiter unten, was Sie alles von der Steuer absetzen können. Doch zuerst sollten Sie erfahren, warum es so wichtig ist, regelmäßig die Steuererklärung als Student zu machen. Nicht nur BWL-Studenten könnten schon an dieser Stelle einwenden, dass sie ja gar nicht genug verdienen, um überhaupt zu profitieren bei der Steuererklärung. Ob Student oder Studentin – das ist ein berechtigter Einwand. Den werden wir aber gleich entkräften. 

Prinzipiell läuft es bei der Steuererklärung so: Auf der einen Seite steht das Einkommen. Davon werden verschiedene Ausgaben abgezogen, etwa Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen und Sonderausgaben. Am Ende steht das zu versteuernde Einkommen. Und hier gilt: Es gibt einen Grundfreibetrag, auf den keine Steuern gezahlt werden. Der wird jedes Jahr angepasst, 2019 sind es zum Beispiel 9.168 Euro, 2020 dann schon 9.408 Euro. Nach diesen Beträgen beginnt die Steueruhr überhaupt erst zu ticken. 

Wichtig: BaföG ist generell steuerfrei, es zählt also nicht zu den Einnahmen. Und jetzt können Sie mal durchrechnen, wie viel Sie sonst im Jahr an Einnahmen haben. Etwa durch Studentenjobs.

Bis hierhin haben die Kritiker also recht. Die Ausgaben, die auch Studenten haben, fallen bei der Steuererklärung als Student einfach unten durch – weil die Einnahmen in der Regel zu gering sind.

Doch jetzt kommt das ganz große ABER: Sie machen steuertechnisch Verluste. Und weil das schon ziemlich ungerecht ist, können Sie diese Verluste in das nächste Jahr vortragen – in der „Studenten-Steuerklärung“. Daher der Begriff Verlustvortrag. Wenn im Folgejahr das Gleiche passiert, wird weiter vorgetragen. Der Verlust vom Vorjahr und der Verlust aus dem aktuellen Jahr rutschen ins nächste Steuerjahr. Das Spiel setzt sich fort… bis Sie nicht mehr studieren, sondern einen hoffentlich gut bezahlten Job haben. Dann haben Sie ganz gut Einnahmen – von denen Sie die gesammelten Verluste abziehen können. Das Ergebnis: Sie können mit einer satten Steuererstattung rechnen.

Erste und zweite Ausbildung

Leider, leider ist damit noch nicht alles klar. Denn noch – die Betonung liegt auf dem noch – machen die Gesetze einen Unterschied zwischen der ersten und der zweiten Ausbildung.
Was bedeutet das? In der zweiten Ausbildung ist man zum Beispiel, wenn man nach der Berufsausbildung ein Studium aufnimmt, oder nach einem Bachelor-Studium ein Master-Studium anhängt. Nur zur Sicherheit: Der Schulabschluss zählt nicht als erste Ausbildung.

Wenn Sie in der zweiten Ausbildung sind, läuft alles genauso wie eben beschrieben. Der Grund: Ihre Studienausgaben zählen in diesem Fall als Werbungskosten – und für die greift der Verlustvortrag. 

Wenn Sie sich aber noch in der ersten Ausbildung befinden, zählen die Studienausgaben derzeit nur als Sonderausgaben. Die Nachteile: Sonderausgaben sind auf 6.000 Euro beschränkt pro Jahr – Werbungskosten nicht. Noch wichtiger aber: Sonderausgaben lassen sich in der Steuererklärung nur im jeweiligen Steuerjahr absetzen. Ein Verlustvortrag ist hier leider nicht möglich.

Doch hier kommt das nächste große ABER: Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass das nicht so ganz logisch ist, dieser steuerliche Unterschied zwischen erster und zweiter Ausbildung. Und deshalb wird auch schon dagegen geklagt, das Bundesverfassungsgericht hat das schon seit geraumer Zeit auf dem Tisch. Um es kurz zu machen, Details folgen später: Sie müssen in dieser Situation auch in der ersten Ausbildung Ihre Ausgaben in der „Studenten-Steuererklärung“ als Werbungskosten angeben. Das wird dann zwar erstmal vom Finanzamt abgelehnt, aber Ihr Steuerfall bleibt offen, da ein Verfahren beim Bundesverfassungsgericht anhängig ist. Entscheidet das Gericht irgendwann einmal zugunsten der Studenten, wird dann doch alles als Werbungskosten (und Verlustvortrag) anerkannt.
Wie das praktisch geht, erfahren Sie weiter unten.

Studenten-Steuererklärung – das können Sie absetzen

Wir sagen oder schreiben es lieber gleich zuerst: Sie müssen alle Ausgaben belegen können. Also immer schön Quittungen, Rechnungen und Kontoauszüge aufheben. Die müssen Sie übrigens nicht mehr mit der Steuererklärung als Student an das Finanzamt schicken. Weil die Beamten die Belege aber anfordern können, müssen Sie diese gut aufbewahren.

Was lässt sich also absetzen? Die wichtigsten Punkte:

  • Studiengebühren
  • Zinsen eines Studienkredits
  • Beiträge an die Uni, oft inklusive Semesterticket
  • Gebühren für Kurse, Nachhilfe, Repetitorien
  • Computer/Notebook – wenn diese mehr als 952 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) kosten, müssen Sie sie über mehrere Jahre abschreiben 
  • Multifunktionsgerät – ein reiner Drucker, der nur mit dem Computer funktioniert, zählt mit in die Summe für den Computer
  • alle anderen Lernmittel für das Studium
  • Fachbücher und Fachzeitschriften
  • Kopien im Copyshop
  • Drucken und Binden von Haus- und Abschlussarbeiten
  • alle Fahrtkosten zur Uni, zu einem Praktikum oder zur Nachhilfe – wenn es ein Semesterticket gibt, dann nur die Fahrten, die nicht damit abgegolten sind
  • Kosten für ein Auslandssemester

Und was ist mit dem meist größten Posten? Der Miete? Im Normalfall lässt sich diese leider nicht absetzen. Das kann nur im Rahmen der sogenannten doppelten Haushaltsführung klappen. Dafür müssen Sie erstens nachweisen, dass Ihr Lebensmittelpunkt nicht am Studienort, sondern woanders, etwa in Ihrer Heimatstadt liegt. Zweitens brauchen Sie dort auch eine eigene Wohnung oder ein Zimmer in einer WG. Das Zimmer bei den Eltern reicht nicht aus. 

Steuererklärung Student – die Praxis mit smartsteuer

Kommen wir nun endlich aus der grauen Vorlesung ins Praktikum. Mit unserer Online-Steuererklärung smartsteuer. Das, was Sie bisher gelesen haben, können Sie gern im Hinterkopf behalten. Zwingend erforderlich ist es aber nicht. Denn mit unserer „Studenten-Steuererklärung“ kommen Sie wirklich schnell ans Ziel – und das oft sogar kostenlos. Warum?

  • Für Studenten haben wir eine spezielle Version von smartsteuer entwickelt. Alles ist auf studentische Belange ausgerichtet, auch begrifflich. Werbungskosten heißen zum Beispiel Studienkosten.
  • Wie immer gibt es bei smartsteuer kein Fachchinesisch. Stattdessen werden Sie in Interviewform durch die Steuererklärung als Student geführt. Sie müssen sich nicht darum kümmern, wo und wie was an welcher Stelle in welchem Steuerformular eingetragen werden muss. Einfach Fragen beantworten, den Rest erledigt smartsteuer im Hintergrund.
  • Sie müssen sich nicht um erste oder zweite Ausbildung kümmern. Sie geben einfach Ihre Studienkosten an – smartsteuer speichert das im Steuerformular als Werbungskosten. Wie schon oben erwähnt: Bei einer Erstausbildung wird das Finanzamt die Werbungskosten als Verlustvortrag zwar ablehnen. Da aber die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts noch aussteht, ist der Bescheid in diesem Punkt vorläufig und nicht endgültig. Bei einem positiven Urteil werden die Steuerbescheide rückwirkend geändert. 
  • Wer Verluste ins nächste Jahr vorträgt, zahlt für die Abgabe der Steuererklärung übrigens nichts. Alle anderen 24,99 Euro. 

Und zu guter Letzt: Wer jetzt sagt, Mensch, hätte ich das mal früher gewusst, auch Ihnen kann geholfen werden. Denn Studenten können ihre Steuererklärung grundsätzlich sieben Jahre rückwirkend machen. Die Steuererklärungen der letzten vier Jahre können Sie mit smartsteuer erledigen. Wählen Sie dafür einfach die entsprechenden Steuerjahre aus.

Falls Ihnen das jetzt zu viel Text war, die wichtigsten Punkte erklären wir Ihnen gerne auch in diesem Video:

Was bedeutet das konkret für mich?

Studenten sollten immer eine Steuererklärung machen. Das mag sich zwar nicht sofort auszahlen, doch dank des Verlustvortrags winkt nach dem Studienende und dem Eintritt ins Berufsleben eine satte Steuererstattung vom Finanzamt. Mit der „Studenten-Steuererklärung“ von smartsteuer haben Sie das richtige Werkzeug, um kein Geld zu verschenken. 

Stefan Heine Geschrieben von:

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