17.07.2020 · smart steuern ·

Mehrwertsteuer – so holen Sie richtig was raus

Einen halben Monat leben wir nun schon mit der gesenkten Mehrwertsteuer. Und wohl jeder hat schon ein paar Euro – oder mehr – sparen können. Wir geben Ihnen jetzt noch ein paar gute Tipps, damit Sie so richtig von der Mehrwertsteuersenkung profitieren können.

Nicht meckern – einfach machen

Das sagen wir von smartsteuer ja immer, werden Sie vielleicht sagen. Aber es ist doch wahr. Als die temporäre Mehrwertsteuersenkung bis Ende des Jahres öffentlich wurde, habe zumindest ich in den Netzwerken fast nur Kritik gesehen. Um es höflich zu beschreiben. Beispiel: Das bringe doch alles gar nichts, die Kosten für den Handel sind viel zu hoch dafür. Oder dass der Handel einfach tricksen würde, und der kleine Mann nichts merken würde. Oder es geht ja nur um ein paar Cent, von denen man sich ja eh nichts leisten könne.
Seien wir mal ehrlich, diese Leute würden noch lauter meckern, wenn die Mehrwertsteuer nicht von 19 auf 16 beziehungsweise von 7 auf 5 Prozent gesenkt worden wäre, sondern um die gleichen Prozente angehoben worden wäre. Dann ginge es nicht mehr nur um ein paar Cent, sondern vermutlich um das sprichwörtlich letzte Hemd, das der Staat seinen Untertanen nehmen würde.
Nun ja, im Handel wird vielerorts die Steuersenkung an die Kunden weitergegeben und sogar weitere Rabatte sind dazu gekommen. Darum nun also die versprochenen Tipps, wie Sie von der Mehrwertsteuersenkung richtig profitieren können.

Größere Anschaffungen noch 2020 machen

Es klingt nicht nur logisch, es ist es auch. Wer schon länger über eine größere Anschaffung nachgedacht hat – jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Immer vorausgesetzt, Ihre Finanzen lassen es zu.
Das Paradebeispiel ist natürlich das Auto. Mal ganz davon abgesehen, dass ab 2021 für neu zugelassene Autos die Kfz-Steuer für so einige Autos steigen wird (mehr hier), ist auch die Ersparnis wegen der gesenkten Mehrwertsteuer beträchtlich. Ein Wagen, der bisher 20.000 Euro kostete, ist jetzt 500 Euro günstiger. Ist das Auto teurer, ist die Ersparnis entsprechend größer. Bei einem Smartphone für 500 Euro sind es immerhin auch noch rund 12,60 Euro.
Achtung: Wer in eine Immobilie investieren will – um auch da viel Geld bei der Mehrwertsteuer zu sparen – liegt daneben. Auf die Immobilie wird keine Mehrwertsteuer fällig. Nur auf die Maklergebühr fallen 16 statt 19 Prozent Mehrwertsteuer an.

Es zählt die Lieferung

Manchmal dauert es länger, bis eine Ware nach der Bestellung zu Ihnen kommt. Das kann dieses Mal ein Vorteil sein. Denn haben Sie vor dem 30. Juni bestellt – und kommt die Lieferung erst ab dem 1. Juli, müssen Sie nur 16 Prozent Mehrwertsteuer zahlen. Selbst, wenn Sie die Summe schon im ersten Halbjahr gezahlt haben. Es zählt, wann die Ware oder eine Dienstleistung erbracht ist. Sprechen Sie im Zweifel mit dem Händler und weisen Sie ihn auf die Gesetzeslage hin. Bei einem edlen Sofa für 3.000 Euro sparen Sie dann rund 75 Euro. 

Bei Handwerkern genau hinschauen

Ähnlich sieht es bei Handwerkern aus. Hier zählt immer, wann die Arbeiten des Handwerkers beendet sind. Haben Sie einen Kostenvoranschlag aus dem ersten Halbjahr bezahlt, muss der Betrieb das auf die neue Mehrwertsteuer in der Endrechnung verrechnen. Allerdings nur, wenn im Kostenvoranschlag auch die Mehrwertsteuer ausgewiesen war.
Es gibt aber auch die Kehrseite der Medaille. Ziehen sich die Arbeiten bis ins Jahr 2021, gilt wieder der höhere Steuersatz. Deshalb unbedingt darauf drängen, dass der Handwerker bis zum Jahresende fertig wird. 

Preise vergleichen

Beiträge wie dieser aus der Verbrauchersendung „Umschau“ des MDR belegen, dass es in Online-Shops schwierig ist, eine Mehrwertsteuersenkung nachzuvollziehen. Die Preise im Netz schwanken ja von Natur aus schon. Umso wichtiger ist es, vor einem Onlinekauf die Preise mit einer Preissuchmaschine zu vergleichen. Da lässt sich eh meist mehr sparen als über die Mehrwertsteuer.

Was bedeutet das konkret für mich?
Überlegen Sie vor allem, ob Sie größere Anschaffungen noch ins Jahr 2020 ziehen können. Achten Sie darauf, dass die Ware oder Dienstleistung Ihnen auch noch 2020 zur Verfügung steht. Erhalten Sie eine Ware erst 2021 oder ist eine Dienstleistung erst 2021 fertig, zählt wieder die Mehrwertsteuer von 19 Prozent.

Geschrieben von:
Mandy Pank Mandy ist im Marketing tätig und immer darauf bedacht steuerliche Themen so einfach wie möglich aufzubereiten. Dabei hilft ihr natürlich auch ihr Hintergrund als Steuerfachangestellte. Sie versetzt sich gerne in die Lage der Kunden, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Doch auch für ihre Kollegen hat sie immer ein offenes Ohr und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
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