23.10.2020 · smart steuern ·

Das System Trump – Schulden und kaum Steuern zahlen

750 Dollar. Genau diesen Betrag zahlte Donald Trump für 2016 und auch für 2017 – sein erstes Jahr als US-Präsident – an Bundessteuern. Sagt die weltweit anerkannte New York Times. Die Ausnahme? Weit gefehlt: In 11 von 18 Jahren zahlte er davor noch weniger. Nämlich gar nichts. Wie kann so etwas passieren? Wir haben uns für Sie durch die umfangreiche Berichterstattung der New York Times gearbeitet und versuchen uns an Erklärungen.  

Die Vorgeschichte 

Jahrelang hatte sich Donald Trump geweigert, seine Steuerunterlagen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Obwohl das seit knapp 50 Jahren noch jeder Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika getan hat. Mittlerweile dürfte man wissen, warum das so war. Seine Vorgänger im Amt, Barack Obama und George W. Bush zahlten noch mindestens 100.000 Dollar pro Jahr Bundessteuern, oft sogar deutlich mehr. Trump, der vermutlich reichste Präsident der USA, hingegen die geringsten Steuern. Und das zuvor über einen längeren Zeitraum.
Damit tritt er in die Fußstapfen der New Yorker Millionärin Leona Helmsley. Die sagte einst zu ihrer Haushälterin: „Wir zahlen keine Steuern, nur die kleinen Leute zahlen Steuern.“ Kleines Bonmot: Im Alter von 70 Jahren musste sie für 18 Monate ins Gefängnis. Wegen Steuerhinterziehung.
Dazu wird es bei Donald Trump vermutlich nicht kommen. Denn darauf deutet erstmal nichts hin. 

Sagen wir es so: Er beherrscht die Disziplin Steuervermeidung perfekt. Oder wie er es sagen würde: „Keiner kann besser Steuern vermeiden als ich.“

Große Umsätze – noch größere Verluste

Damit ist das System Trump eigentlich schon beschrieben. 

So nahm er allein mit seiner Reality-TV-Show „The Apprentice“ und Lizenzgebühren für die Verwendung seines Namens 427 Millionen Dollar ein. Auf der anderen Seite investierte er – gern in Golf-Ressorts. Seit 2000 soll er damit aber 300 Millionen Dollar Verlust gemacht haben. Auch mit seinen Hotels war ihm selten finanzieller Erfolg beschieden.
Natürlich hatte er laut New York Times auch Ausgaben, die schon deutlich überhöht sind – oder gar einen Beigeschmack haben. Klar dürfte es schwierig sein, aus seinen Haaren eine richtige Frisur zu machen. Während seiner Zeit in „The Apprentice“ setzte er dafür mehr als 70.000 Dollar von der Steuer ab. Könnte man noch als Geschäftsausgabe gelten lassen, aber es gibt viele andere Ausgaben, die eher privater Natur sind – er aber als geschäftliche Ausgaben geltend machte. „Seven Springs“, ein Anwesen das laut Trump-Organisation ein Rückzugsort für die Familie ist, machte er als Investition geltend. Und sparte dadurch jede Menge Steuern.
Auffällig auch: Bei vielen Investments schlugen Beraterhonorare mit rund einem Fünftel des Geschäftsvolumens zu Buche. Die Unterlagen der New York Times deuten darauf hin, dass solche Beraterhonorare auch an eine Firma gezahlt wurden, bei der Trump-Tochter Ivanka die Mitbesitzerin ist…

Große Steuerrückzahlung für 2010

Wir wissen, dass Trump meist gar keine Steuern gezahlt hat. Immerhin waren es innerhalb von 18 Jahren (2000-2017) eigentlich dann doch 95 Millionen Dollar Bundessteuern. Eigentlich, weil er nach der Finanzkrise und einer Steuerreform von Barack Obama (!) Verluste zurücktragen konnte. So erhielt er insgesamt 72,9 Millionen Dollar Erstattung. Doch ob das tatsächlich mit rechten Dingen zugegangen ist? Seit Jahren ermittelt deshalb die Bundessteuerbehörde I.R.S.
Falls Trump die Steuererstattung behalten darf, hätte er in den betreffenden 18 Jahren im Schnitt 1,4 Millionen Dollar pro Jahr an Bundessteuern gezahlt. Normalerweise zahlen Leute in der „Trump-Liga“ 25 Millionen Dollar pro Jahr. Es bleibt also die Frage: Ist er nur ein großer Steuervermeider? Oder vielleicht auch einfach nur ein nicht so erfolgreicher Geschäftsmann wie er immer vorgibt?

Kommt das dicke Ende für Trump? 

Die Trump-Organisation besteht aus mehr als 500 Unternehmen. Das Problem: Halfen Trump die Verluste in vielen davon lange, Steuern erfolgreich zu vermeiden, scheinen diese Verluste die Gewinne mittlerweile stark zu übertrumpfen – und zwar schon vor der Wahl 2016. Die Wahlkampagne sollte vermutlich auch sein angeschlagenes Image aufpolieren. Ganz egal, ob er in wenigen Wochen bei der Wahl gewinnt oder verliert: Seine finanziellen Probleme bleiben. Die New York Times hat ausgerechnet, dass er persönlich für 421 Millionen Dollar Verluste haftet. Und der große Teil davon wird innerhalb der nächsten vier Jahre fällig…

Unsere Meinung: Nein, wir sagen jetzt nicht „Mach es wie Trump!“. Aber auch Sie haben keinen Euro bei der Steuer zu verschenken. Holen Sie sich einfach jedes Jahr das Geld vom Staat zurück, das Ihnen zusteht. Ganz legal, ganz schnell, ganz einfach – mit unser Online-Steuererklärung smartsteuer.

Geschrieben von:
Björn Waide Niemals hätte Björn während seines Informatik-Studiums gedacht, dass Steuerthemen so spannend sein können. Nun ist er Geschäftsführer der smartsteuer GmbH und völlig begeistert von der Online Steuererklärung. Dabei setzt Björn in Diskussionen immer die Kundenbrille auf. Björn hält das smartsteuer Rudel zusammen und fokussiert es auf das gemeinsame Ziel: Die einfachste Steuererklärung.
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