Doppelte Buchführung - Lexikon des Steuerrechts | smartsteuer
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Doppelte Buchführung – Lexikon des Steuerrechts

Inhaltverzeichnis

1 Allgemeines
2 Bestandskonten
3 Erfolgskonten
4 Literaturhinweise
5 Verwandte Lexikonartikel

1. Allgemeines

Man spricht von »doppelter« Buchführung, weil jeder Geschäftsvorgang in zweifacher Weise erfasst wird. In einem Buchungssatz wird grundsätzlich Soll an Haben gebucht und damit jeder Geschäftsvorfall doppelt erfasst, jedoch auf verschiedenen Konten. Es wird zeitgleich jeweils genau der gleiche Wert im Soll und im Haben gebucht.

Eine andere Auslegung des Begriffs »Doppelte Buchführung« bezieht sich darauf, dass der Erfolg eines Unternehmens auf zweifache Art nachgewiesen werden kann:

  1. durch den Vergleich des Eigenkapitals des aktuellen Jahres mit dem des Vorjahres in der jeweiligen Bilanz;

  2. durch den Vergleich der Aufwendungen und Erträge des aktuellen Jahres in der → Gewinn- und Verlustrechnung.

Nach einer dritten Auslegung wird der Begriff von den beiden Büchern abgeleitet, in denen jeder Geschäftsvorfall erfasst wird. Das Grundbuch (Journal) hält die Buchungen in zeitlicher Folge fest, im Hauptbuch (Kontenblätter: Sachbuch) erfolgt eine sachliche Zuordnung durch das Buchen in Bestands- und Erfolgskonten.

Bei der Buchführung sind die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) zu beachten. Das BMF hat die neuen GoBD mit einem ausführlichen Schreiben vom 14.11.2014 (IV A 4 – S 0316/13/10003, BStBl I 2014, 1450) veröffentlicht. Die GoBD sind für Veranlagungszeiträume anzuwenden, die nach dem 31.12.2014 beginnen.

2. Bestandskonten

Die Bestandskonten sind aus der → Bilanz abgeleitet. Sie werden jeweils für die einzelnen Bilanzposten geführt. Sie haben ebenfalls zwei Seiten: die »Soll- und Haben-« Seite. Die Anfangsbestände stehen auf der gleichen Seite, wie sie auch in der Bilanz stehen. Besitzposten auf der Soll-, Passivposten auf der Habenseite. Auf die gleiche Seite kommen die jeweiligen Bestandszugänge.

3. Erfolgskonten

In den Erfolgskonten werden die betrieblich veranlassten Betriebsvermögensänderungen gebucht, nämlich die Aufwendungen und die Erträge (→ Gewinn- und Verlustrechnung). Die Vermögensminderungen werden im Soll, Erhöhungen dagegen im Haben gebucht. Der Saldo am Jahresende ist auf das Gewinn- und Verlustkonto zu übertragen. Das Gewinn- und Verlustkonto ist die zum Abschluss des Unternehmens zählende → Gewinn- und Verlustrechnung.

4. Literaturhinweise

Loll, Die GoBD – Tauglicher Beurteilungsmaßstab für die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung?, NWB 30/2015, 2242; Schmidt, GoBD-konforme und geordnete Belegablage, BBK 9/2016, 436; Atilgan, Die Folgen der Missachtung des Wertaufhellungsprinzips gem. § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB, NWB 7/2017, 520.

5. Verwandte Lexikonartikel

Bilanz

Gewinn- und Verlustrechnung

Warenkonten

 

Redaktioneller Hinweis:© Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft, Steuern, Recht, Stuttgart.

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