Corona in der Steuererklärung

»Corona in der Steuererklärung« bedeutet für viele Menschen weniger Fahrten zur Arbeit, Verlagerung der Arbeit in das Homeoffice, Probleme bei der Kinderbetreuung, Corona-Hilfen für Selbständige und vieles mehr:

In der Steuererklärung 2020 sind fast alle Menschen mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Mit unseren FAQ helfen wir, den Überblick in unserem Produkt zu behalten.

Worauf müssen Arbeitnehmer besonders achten?

Arbeitnehmer sind in vielen Bereichen stark von dem Corona-Virus betroffen. Für Arbeitnehmer sind nachfolgende Punkte im Zusammenhang mit »Corona in der Steuererklärung« besonders zu beachten:

Corona Prämie

Arbeitgeber können ihren Beschäftigten eine »Corona-Prämie« bis zu einem Betrag von 1.500 € steuerfrei auszahlen. Arbeitnehmer tragen die steuerfreie Zahlung nicht in der Einkommensteuererklärung ein.

Kurzarbeitergeld

Das Kurzarbeitergeld ist grundsätzlich steuerfrei, es unterliegt aber dem sogenannten »Progressionsvorbehalt«.  Es erhöht somit Ihren persönlichen Steuersatz, mit dem Sie Ihr restliches Einkommen versteuern müssen. Das Kurzarbeitergeld tragen Sie in Zeile 15 der Lohnsteuerbescheinigung ein, die jeder Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber erhält:

Eine weitere Eingabe des Kurzarbeitergeldes in die Anwendung ist nicht notwendig.

Arbeitslosengeld I

Hat ein Arbeitnehmer beispielsweise wegen der Corona-Krise eine Arbeitsstelle verloren und Arbeitslosengeld I bezogen, muss der Arbeitnehmer dies in die Steuererklärung eintragen:

Wie das Kurzarbeitergeld erhöht zählt das Arbeitslosengeld zu den »Progressionseinkünften« und ist steuerfrei. Es erhöht jedoch Ihren persönlichen Steuersatz.

Wichtig: Arbeitslosengeld II (»Hartz IV«) geben Sie bitte nicht in die Steuererklärung an!

Arbeitszimmer / Homeoffice-Pauschale

Haben Sie im Jahr ganz oder teilweise von zu Hause gearbeitet, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für ein Arbeitszimmer absetzen. Wichtig ist, dass es sich bei dem Arbeitszimmer um einen separaten Raum handelt, der zu mindestens 90 % beruflich genutzt wird.

»kein anderer Arbeitsplatz« steht zur Verfügung

Stand Ihnen außerdem während der Nutzung des Arbeitszimmers ein anderer Arbeitsplatz wie zum Beispiel das Büro des Arbeitgebers zur Verfügung, können Sie die Kosten nicht abziehen. Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer sind nur dann absetzbar, wenn für die Tätigkeit »kein anderer Arbeitsplatz« zur Verfügung steht. Dies ist der Fall, wenn der Arbeitsplatz im Betrieb oder in der Behörde nicht in dem konkret erforderlichen Umfang und in der konkret erforderlichen Art und Weise genutzt werden konnte.

Hat der Arbeitgeber lediglich empfohlen, dass die Arbeitnehmer während der Corona-Pandemie von zuhause arbeiten, ist ein Abzug der Kosten für ein Arbeitszimmer nicht möglich. Das Bürogebäude stand in dem Fall nach wie vor offen und die Arbeitnehmer konnten auch an ihren üblichen Arbeitsort gehen.

Hat der Arbeitgeber hingegen angeordnet, dass die Arbeitnehmer während der Corona-Pandemie von zuhause arbeiten, ist der Abzug der Kosten für ein Arbeitszimmer möglich. Das Bürogebäude ist abgesperrt und keiner darf es betreten. Es stand kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung.

Mittelpunkt der Tätigkeit

Sind diese Voraussetzungen für die Absetzbarkeit der Kosten erfüllt, stellt sich die Frage in welcher Höhe die Kosten abgesetzt werden können. Bildet das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der betrieblichen und beruflichen Tätigkeit, können Sie die Kosten in unbeschränkter Höhe absetzten. Dies ist beispielsweise bei angestellten Heim- und Telearbeitern der Fall, die ausschließlich von zu Hause arbeiten.

Bei Handelsvertretern und ähnlichen Außendienstmitarbeitern, Lehrern, Richtern oder Beratern liegt der Mittelpunkt der gesamten Betätigung nach Auffassung der Finanzbehörden nicht im heimischen Arbeitszimmer. In diesen Fällen sind die Kosten bis maximal 1.250 € absetzbar.

Üben Sie Ihre Tätigkeit teilweise zu Hause und teilweise im Betrieb aus, gilt bezüglich des häuslichen Arbeitszimmers Folgendes:

  • Drei Tage Home-Office: Arbeiten Sie an drei Tagen zu Hause, kommt es darauf an, ob die Arbeiten in Betrieb und Home-Office qualitativ gleichwertig sind: Ist dies der Fall, Arbeitszimmer stellt das Arbeitszimmer den »Mittelpunkt der Beätigung« dar. Sind hingegen die Arbeiten im Betrieb qualitativ höherwertig, kann das Arbeitszimmer nicht der Mittelpunkt sein.
  • Bis zu zwei Tage Home-Office: Arbeiten Sie an nur bis zu zwei Tagen zu Hause, kommt es darauf an, ob der Arbeitsplatz im Betrieb auch in dieser Zeit genutzt werden könnte: Ist die Nutzung weder eingeschränkt noch untersagt, ist ein Werbungskostenabzug nicht möglich. Falls jedoch die Nutzung des Arbeitsplatzes im Betrieb an den häuslichen Arbeitstagen ausgeschlossen ist (z.B. weil er von einem anderen Mitarbeiter genutzt wird oder Arbeitgeber die Nutzung verboten hat), kann der »andere Arbeitsplatz« nicht genutzt werden. Daher sind für das Arbeitszimmer Kosten von bis zu 1.250 € absetzbar.
Einrichtung des Arbeitszimmers

Wichtig ist außerdem, dass Sie Ihr Arbeitszimmer auch wie ein Büro einrichten. Hierzu zählen insbesondere ein Schreibtisch und zum Beispiel ein Aktenschrank. Während Sie auch ein Sofa im Arbeitszimmer unterbringen können, sollten Sie ein Bett, Kleiderschrank oder Fitnessgeräte nicht in Ihrem Arbeitszimmer unterbringen. Darüber hinaus muss das Arbeitszimmer von Ihrer übrigen Wohnung abgetrennt sein. Eine Nische in der Küche oder auf dem Flur sind kein Arbeitszimmer.

Sie können für Ihr Arbeitszimmer anteilig – entsprechend der Größe des Arbeitszimmers im Verhältnis zur gesamten Wohnung – diese Kosten abziehen:

  • Wasser, Abwasser, Strom und Heizung
  • Grundsteuer
  • Müllabfuhr
  • Schornsteinfeger
  • Hausratversicherung
  • Miete
  • Gebäudeabschreibung (für Eigentümer)
  • Zinsen für Kredite (für Eigentümer)
  • Wohngebäudeversicherung (für Eigentümer)
»Homeoffice-Pauschale«

Liegt kein häusliches Arbeitszimmer vor, stand im Büro ein Arbeitsplatz zur Verfügung oder verzichten Steuerpflichtige auf einen Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, können sie innerhalb der neuen »Homeoffice-Pauschale« für jeden Kalendertag einen Betrag von 5 € abziehen. Dies gilt für maximal 120 Tage im Jahr. Voraussetzung ist, dass sie ihre betriebliche oder berufliche Tätigkeit an diesen Tagen ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausüben. Die Regelung gilt für 2020 und 2021 um die Mehrbelastungen durch das Arbeiten zu Hause auszugleichen.

Die Pauschale kann jeder in Anspruch nehmen, der am Küchentisch oder in der Arbeitsecke im Wohnzimmer arbeitet. Ein festes Arbeitszimmer ist keine Voraussetzung. Anschaffungen wie einen Schreibtisch, Drucker, Bürostuhl oder Laptop können zusätzlich geltend gemacht werden. Die Homeoffice-Pauschale ist also vor allem dann sinnvoll, wenn das Zimmer kein separater Raum ist oder Sie das Zimmer zu mehr als 10 % privat nutzen.

Wege zur Arbeit

Haben Sie im Jahr ganz oder teilweise von zu Hause gearbeitet, müssen Sie die Wege zur Arbeit um die Tage kürzen, an denen Sie von zu Hause gearbeitet haben. Diese Tage sind mit den Krankheits- bzw. Urlaubstagen zu addieren.

Im folgenden Beispiel befand sich ein Arbeitnehmer 30 Tage im Urlaub und hat 150 Tage zu Hause gearbeitet. An 81 Tagen suchte der Arbeitnehmer das Büro des Arbeitgebers auf:

Arbeitsmittel

Haben Sie ganz oder teilweise von zu Hause gearbeitet und dafür bestimmte Arbeitsmittel selbst angeschafft, können Sie diese Kosten in der Steuererklärung als Arbeitsmittel eingetragen:

Zu den Arbeitsmitteln zählen zum Beispiel ein Schreibtischstuhl, Bürobeleuchtung, Fachzeitschriften, ein Computer, eine Webacm oder auch eine Aktentasche. Sie können die Kosten für Arbeitsmittel angeben, auch wenn Sie kein heimisches Arbeitszimmer nutzen.

Telekommunikationskosten

Viele Arbeitnehmer nutzen während der Corona-Pandemie ihren Telefon- und Internetanschluss für ihre berufliche Tätigkeit. Kann ein Arbeitnehmer den Anteil der beruflich veranlassten Aufwendungen an den Gesamtaufwendungen für einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten im Einzelnen nachweisen, so kann dieser berufliche Anteil für das gesamte Jahr zugrunde gelegt werden.

Fallen erfahrungsgemäß beruflich veranlasste Telekommunikationsaufwendungen an, können ohne Einzelnachweis bis zu 20 % des Rechnungsbetrags, höchstens jedoch 20 € monatlich, als Werbungskosten anerkannt werden. Der Arbeitgeber darf die Telekommunikationskosten auch in gleicher Höhe pro Monat steuerfrei erstatten.

Firmenwagen

Viele Arbeitnehmer verrichten ihre Tätigkeit im Homeoffice. Da auch viele private Fahrten ausbleiben, wird der Firmenwagen oft kaum bewegt.

Wer einen Firmenwagen fährt, muss die private Nutzung versteuern. Die meisten Nutzer eines Firmenwagens wenden pauschal die 1-Prozent-Regelung an. Bei einem Bruttolistenpreis von 30.000 € sind das 300 € im Monat, die zu versteuern sind.

Kann ein Firmenwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte genutzt werden, bewertet der Arbeitgeber diesen Vorteil grundsätzlich mit 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises pro Entfernungskilometer. Der Zuschlag gilt unabhängig von der Anzahl der monatlichen Fahrten.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist jedoch eine Einzelbewertung der tatsächlichen Fahrten mit 0,002 Prozent des Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer möglich. Diese Bewertungsmethode kommt insbesondere bei einer selten aufgesuchten ersten Tätigkeitsstätte in Betracht.

Als Alternative zu den Pauschalen kommt für Nutzer eines Firmenwagens die Ermittlung der privaten Nutzungsvorteile anhand eines Fahrtenbuchs in Betracht. Weniger Fahrten in Corona-Zeiten führen entsprechend auch zu geringeren geldwerten Vorteilen. Ein unterjähriger Wechsel zwischen der Ein-Prozent-Regelung und der Fahrtenbuchmethode für dasselbe Kraftfahrzeug ist allerdings nicht zulässig.

Minijob

Haben Sie in der Zeit vom 01.03.2020 bis zum 31.10.2020 eine kurzfristige Beschäftigung ausgeführt, dürfen Sie fünf Monate oder 115 Arbeitstage dieser Beschäftigung nachgehen, bevor Sozialversicherungsbeiträge fällig werden.

Selbständige, Freiberufler, Gewerbetreibende & Co: Was ist zu berücksichtigen?

Selbständige, Freiberufler, Gewerbetreibende & Co haben stark unter der Corona-Pandemie gelitten. »Corona in der Steuererklärung« bedeutet neben häufigen Einnahmeausfällen auch, dass Sie eventuellen Corona-Hilfen angeben müssen.

Corona-Hilfen

Der Bund hat verschiedene Hilfen für kleine und mittelständische Unternehmen, Vereine, Soloselbstständige und Angehörige der freien Berufe zur Verfügung gestellt. Zu den Hilfen zählen:

  • Soforthilfen – Zur Sicherstellung ihrer Liquidität erhalten kleine Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe, die durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind, eine Einmalzahlung für drei Monate – je nach Betriebsgröße in Höhe von bis zu 9.000 € bis zu 15.000 €.
  • Überbrückungshilfen – Zuschuss bei Corona-bedingten Umsatzrückgängen zur Deckung von Fixkosten für die Monate Juni bis August 2020 (Überbrückungshilfe I) und September bis Dezember 2020 (Überbrückungshilfe II) und schließt zeitlich an die Soforthilfen an.
  • Novemberhilfe – Die Novemberhilfe des Bundes richtet sich an Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die von den temporären Schließungen betroffen sind. Mit der Novemberhilfe werden Zuschüsse pro Woche der Schließung in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019 gewährt.
    und vergleichbare Zuschüsse

Es handelt sich bei den Hilfen um steuerpflichtige Betriebseinnahmen. Diese müssen Sie in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (»EÜR«) eintragen.

Wenn Sie einen Teil der erhaltenen Hilfen oder Zuschüsse im Jahr 2020 zurückgezahlt haben, ist dies ebenfalls innerhalb der EÜR zu erfassen:

Senkung der Umsatzsteuer

Ab dem 01.07.2020 gilt unter anderem eine niedrigere Mehrwertsteuer. Der reguläre Satz sinkt von 19 auf 16 Prozent, der ermäßigte von 7 auf 5 Prozent.

Welche Besonderheiten gibt es für Familien?

Familien stehen während der Corona-Krise vor besonderen Heraus­forderungen. Ein kleiner Lichtblick: Der Staat entlastet Familien wegen der Pandemie im Zusammenhang mit »Corona in der Steuererklärung«.

Kinderbonus

Familien mit Kindern erhalten im Jahr 2020 einen Bonus von 300 €.

Achtung: Bei Abgabe der Steuererklärung führt das Finanzamt eine Günstigerprüfung durch: Es prüft, ob entweder das Kindergeld und Kinderbonus oder der Kinderfreibetrag einen größeren steuerlichen Vorteil für den Steuerzahler bringt. Die günstigere Variante wendet es an.

Verheiratete Eltern mit einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 67.800 € müssen daher einplanen, dass nach der Steuererklärung nur ein Teil von dem Bonus bleibt.

Alleinerziehende

Der Gesetzgeber entlastet Alleinerziehende bei der Einkommensteuer mit dem »Entlastungsbetrag für Alleinerziehende«. Dabei handelt es sich um einen Steuerfreibetrag in Höhe von normalerweise 1.908 € jährlich. Für die Jahre 2020 und 2021 erhöht sich dieser Betrag auf 4.008 € jährlich.

Elterngeld

Eltern in systemrelevanten Berufen können die Elterngeldmonate verschieben. Viele junge Eltern werden jetzt besonders gebraucht. Betroffene können unter diesen Umständen die Elterngeldmonate auch nach dem 14. Lebensmonat des Kindes noch absolvieren. Allerdings müssen Eltern die verschobenen Monate bis spätestens 30. Juni 2021 absolvieren.

Eltern verlieren ihren Partnerschaftsbonus nicht, wenn sie auf Grund der Covid-19-Pandemie aktuell mehr oder weniger arbeiten als geplant.

Einkommensersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I reduzieren das Elterngeld nicht. Dies betrifft Eltern, die bislang in Teilzeit arbeiten und Elterngeld beziehen. Monate mit geringerem Einkommen können von der Elterngeldberechnung ausgenommen werden. Dies betrifft werdende Eltern, die durch die Covid-19-Pandemie Einkommensverluste haben, weil sie in Kurzarbeit arbeiten oder freigestellt sind.

Home-Schooling

Viele Eltern haben ihre Kinder während der Corona-Pandemie Zuhause unterrichtet. Leider sind in diesem Zusammenhang keine Kosten wie für die Anschaffung eines Computers oder Tablets absetzbar.

Nachhilfe

Für Kinder gibt es tiefe Einschnitte in Zeiten der Corona-Pandemie. Häufig sind die schulischen Leistungen schwächer geworden und Eltern versuchen mit Nachhilfeunterricht gegenzusteuern. Die Kosten für die Nachhilfe der Kinder sind jedoch nicht abziehbar. Ausnahme: Die Nachhilfe steht im Zusammenhang mit einem beruflich bedingten Umzug.

Kinderzuschlag

Familien mit kleinen Einkommen können einen monatlichen Kinderzuschlag (KiZ) von bis zu 185 € pro Kind erhalten. Berechnungsgrundlage für den Kinderzuschlag ist seit dem 1. Oktober 2020 das Durchschnittseinkommen der vergangenen sechs Monate. Vorübergehend genügte wegen der Corona-Pandemie der Einkommensnachweis des letzten Monats vor Antragstellung. Diese Regelung zum sogenannten Notfall-KiZ ist zum 30. September 2020 ausgelaufen.

Entschädigungsanspruch bei Verdienstausfall

Eltern erhalten bis zu 2.016 €, wenn sie ihre Kinder wegen Covid-19 zu Hause betreuen müssen und dadurch nicht arbeiten gehen können. Entsteht dadurch ein Verdienstausfall, dann gibt es dafür eine Entschädigung. Dies hat der Gesetzgeber im Infektionsschutzgesetz geregelt.

Steuerlich ist die Entschädigung als »Lohnersatzleistung« zu behandeln. Das heißt: Die Entschädigung selbst ist steuerfrei. Sie unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt.

Was ist für Rentner zu beachten?

Rentner müssen nur wenige Besonderheiten wegen des Corona-Virus bei der Steuererklärung 2020 beachten.

Erhöhung der Verdienstgrenze

Wer vorzeitig in Altersrente geht und eine Rente erhält, muss die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 € pro Jahr beachten. Ein Verdienst bis zu dieser Höhe führt nicht zu einer Kürzung der Rente. Nach Erreichen der Regelaltersgrenze können Rentner uneingeschränkt hinzuverdienen.

Für das Jahr 2020 wurde die Verdienstgrenze bei vorgezogenen Altersrenten von 6.300 € auf 44.590 € angehoben. Rentner können daher bis zu 44.590 € zu ihrer Rente hinzuverdienen, ohne dass diese gekürzt wird. Die Erhöhung der Verdienstgrenze soll Personalengpässen entgegenwirken, die durch die Corona-Pandemie entstanden sind. Ab 2021 gilt wieder die Grenze von 6.300 €.

Was gilt für alle Steuerpflichtigen?

Alle Steuerzahler sind außergewöhnlich durch die Corona-Pandemie betroffen. Private Ausgaben haben in einer Steuererklärung eigentlich nichts zu suchen. Entstehen jedoch zwangsläufig höhere Kosten, spricht man von »außergewöhnlichen Belastungen«. Hierzu zählen insbesondere Krankheitskosten.

Krankheitskosten

Jeder kann Krankheitskosten wie Arztrechnungen oder Kosten für Medikamente als »außergewöhnliche Belastungen« in der Steuererklärung angeben. So sparen Sie Steuern, wenn die Belastung hoch genug ist. Für alle Arznei-, Heil- und Hilfsmittel ist die Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers notwendig.

Corona-Ausgaben wie beispielsweise für Mund-Nase-Masken können zu den Krankheitskosten zählen. Es ist erforderlich, dass ein Arzt das Tragen einer solchen medizinischen Maske anordnet. Dies erfolgt beispielsweise, wenn eine Asthma-Erkrankung vorliegt.

Urlaubskosten

Das Auswärtige Amt hat etwa 240.000 Menschen im Frühjahr 2020 aus dem Ausland nach Hause geflogen. Ungefähr 67.000 davon waren Individualtouristen und Geschäftsreisende. Die Kosten dafür übernahm zunächst die Behörde, doch später forderte das Auswärtige Amt die Kosten zurück.

Diese liegen je nach zurückgelegter Entfernung zwischen 200 € und 1.000 € pro Person. Diese Kosten können Individualtouristen als außergewöhnliche Belastung in ihrer Steuererklärung abziehen. Pauschaltouristen haben keine abziehbaren Kosten, da sie vom Reiseveranstalter zurückgeflogen wurden.

Arbeitnehmer und Selbständige können solche getragenen Kosten im Zusammenhang mit einer Geschäftsreise als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen.

Gelten für Vermieter Ausnahmen?

Viele private Kleinvermieter müssen neben ihrem Hauptberuf als Handwerker, Gastronom oder Arbeitnehmer auch Mietausfälle hinnehmen.

Keine Berücksichtigung eines Mietausfalls

Nach dem »Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrechterteilt« durften Mieter die Mietzahlungen für April, Mai und Juni 2020 aussetzen, wenn sie diese als Auswirkung der Corona-Pandemie nicht zahlen konnten. Dem Mieter kann wegen der Nichtzahlung der Miete in diesem Fall nicht gekündigt werden. Erst, wenn der Mieter oder Pächter die Zahlungsrückstände auch nach dem 30. Juni 2022 noch nicht beglichen hat, kann ihm wieder wegen dieser Zahlungsrückstände gekündigt werden.

Bei einem Einnahmenausfall können Vermieter den Ausfall der Mieteinnahmen nicht steuerlich abziehen. Es werden immer die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt.

Pauschaler Verlustrücktrag

Verluste eines Steuerjahres können grundsätzlich in das Vorjahr zurückgetragen und mit positiven Einkünften verrechnet werden. Entsteht Vermietern beispielsweise wegen Mietausfällen ein Verlust, können sie bereits im laufenden Jahr 2020 einen Antrag auf einen »pauschalen« Verlustrücktrag aus 2020 für 2019 stellen. Geleistete Vorauszahlungen für 2019 werden daraufhin ganz oder teilweise vorzeitig rückerstattet. Der pauschal ermittelte Verlustrücktrag beträgt 15 % der maßgeblichen Einkünfte, die der Festsetzung der Vorauszahlungen für 2019 zugrunde gelegt wurden.

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Andreas Wagner

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