Arbeitszimmer: Absetzbare Kosten

Durch eine Gesetzesänderung im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2010 sind die Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers und die Kosten der Ausstattung rückwirkend ab 2007 als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben abziehbar, wenn

* das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet oder

* für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Bildet das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung, sind die Kosten unbegrenzt abziehbar. Dagegen ist der Abzug der Kosten auf maximal 1.250 € beschränkt, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Zu den Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers gehören vor allem die anteiligen Aufwendungen für:

* Miete,

* Gebäude-AfA, Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung, Sonderabschreibungen,

* Schuldzinsen für Kredite, die zur Anschaffung, Herstellung oder Reparatur des Gebäudes oder der Eigentumswohnung verwendet worden sind,

* Wasser- und Energiekosten,

* Reinigungskosten,

* Grundsteuer, Müllabfuhrgebühren, Schornsteinfegergebühren, Gebäudeversicherungen und

* Renovierungskosten.

Diese anteiligen Kosten müssen Sie nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche (einschließlich Arbeitszimmer) aufteilen.

Absetzbar sind außerdem die Kosten der Ausstattung des Arbeitszimmers (z. B. Tapeten, Teppiche, Fenstervorhänge, Gardinen und Lampen).

Auch die Ausgaben für typische Arbeitsmittel (Rechner, Schreibtisch, Regale etc.) können Sie absetzen – entweder sofort oder zeitlich gestreckt durch entsprechende Abschreibungen. Insoweit spielt es keine Rolle, ob die Gegenstände in einem begünstigten oder nicht begünstigten Arbeitszimmer stehen.

Tipps: Das Bundesfinanzministerium hat in einem aktuellen Schreiben ausführlich zu Einzelheiten der Neuregelung Stellung genommen. Darin geht es u. a. um verschiedene Nutzungen des Arbeitszimmers, z. B. durch mehrere Steuerzahler, zur Erzielung unterschiedlicher Einkünfte und zu Ausbildungszwecken. Zahlreiche Beispiele veranschaulichen zudem, wann ein häusliches Arbeitszimmer vorliegt und wann nicht.

In welchen Fällen die gesetzliche Neuregelung auch rückwirkend noch angewendet werden kann, beleuchtet der KONZ Steuertipp „Häusliches Arbeitszimmer ab 2007“.


Fundstelle: BMF-Schreiben v. 2.3.2011 - IV C 6 -S 2145/07/10002
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