Arbeitszimmer bei Kapitalanlegern | smartsteuer

Arbeitszimmer bei Kapitalanlegern

Die Online-Steuererklärung

Bis ein findiger Kapitalanleger sich vornahm, diese Lücke in der höchstrichterlichen Rechtsprechung schließen zu lassen. Seine Klage war vielleicht einen Versuch wert, ging allerdings negativ für ihn aus. Denn die Richter haben entschieden:

Die Kosten eines Steuerzahlers für ein häusliches Arbeitszimmer sind nicht deshalb in voller Höhe bei den Einkünften aus Kapitalvermögen abzuziehen, weil der Steuerzahler seine Anlageentscheidungen ausschließlich im Arbeitszimmer trifft. Der Beschluss des Bundesfinanzhofs betrifft die bis zum Veranlagungszeitraum 2006 geltende Rechtslage, die die Richter sinngemäß auf die Einkünfte aus Kapitalvermögen übertragen haben. Danach ist bei der Bestimmung des Mittelpunkts der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit auf die gesamte der Erzielung von Einkünften dienende Tätigkeit des Steuerzahlers abzustellen.

Das bedeutet: Nur wer sich in der glücklichen Lage befindet, seine Brötchen ausschließlich mit Kapitaleinkünften zu verdienen, dürfte bessere Karten haben. Denn in solchen Fällen dürfte das Abzugsverbot für die Arbeitszimmerkosten nicht greifen.

Für alle anderen bleibt es dabei, dass sie immerhin die Kosten für die Einrichtung Ihres Arbeitszimmers als Werbungskosten abziehen können, wenn es sich dabei um Arbeitsmittel handelt. Insoweit spielt es gar keine Rolle, ob die Gegenstände in einem begünstigten oder nicht begünstigten Arbeitszimmer stehen. Sie können deshalb die Aufwendungen für Bücherregal, Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Aktenschrank etc. sofort absetzen oder – bei Anschaffungskosten über 410 € netto – auf die Nutzungsdauer verteilen.


Fundstelle: § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b, § 9 Abs. 5 EStG; BFH, Beschluss v. 27.3.2009 - VIII B 184/08

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