Häusliches Arbeitszimmer bei Telearbeit

Die Quintessenz des Urteils: Eine Arbeitsleistung von drei Tagen pro Woche am häuslichen Telearbeitsplatz kann dazu führen, dass das dortige Arbeitszimmer als Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit anzusehen ist. Die Arbeitszimmeraufwendungen sind deshalb in voller Höhe (als Werbungskosten) anzuerkennen.

Im Urteilsfall war ein Arbeitnehmer in der Versicherungsbranche tätig und arbeitete drei Tage im häuslichen Arbeitszimmer sowie zwei Tage im Betrieb. Zwar hat der Bundesfinanzhof ausdrücklich offen gelassen, ob die Abzugsbeschränkungen für Kosten des Arbeitszimmers von 1.250 € pro Jahr ohne weiteres auf Telearbeitsplätze übertragbar sind. Er stellte aber klar: Werden gleichartige und qualitativ gleichwertige Arbeitsleistungen zum überwiegenden Teil zu Hause erbracht, kann sich der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung nur im häuslichen Arbeitszimmer befinden.


Fundstelle: § 9 Abs. 5 i.V.m § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 1 EStG; BFH, Urteil v. 23.5.2006 - VI R 21/03, BStBl II 2006, 600
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