Kosten der Berufsausbildung absetzen! - smartsteuer

Kosten der Berufsausbildung absetzen!

Wenn Ihr eine Ausbildung absolviert, kommt es bei der steuerlichen Beurteilung darauf an, ob Ihr zum ersten Mal eine Ausbildung macht oder dies schon eure zweite Ausbildung ist. In diesem Fall gelten die Anforderungen auch für ein Studium.

erstmalige Ausbildung

Bei den Berufsausbildungskosten kommt es darauf an, welche Art von Ausbildung Ihr macht. Es wird unterschieden, ob man die Ausbildung in einem Ausbildungsdienstverhältnis macht oder nicht.

Mit Ausbildungsdienstverhältnis

Ist es eine Ausbildung im Rahmen eines Dienstverhältnisses und ist es eure erste Ausbildung. Arbeitet Ihr also schon zeitweise in eurem Beruf (Ausbildungsdienstverhältnis), dann könnt Ihr die Kosten als Werbungskosten gelten machen.
Diese tragt ihr in unter nichtselbstständige Arbeit bei den Werbungskosten mit ein. Die Kosten werden mit euren Einnahmen verrechnet. Zu viel gezahlte Einkommensteuer auf eure Einnahmen bekommt Ihr vom Finanzamt erstattet.
Falls sich aus der Verrechnung von Einnahmen und Werbungskosten ein Verlust ergibt, der in dem Jahr nicht mit anderen Einnahmen verrechenbar ist, wird der Verlust in die folgenden Jahre vorgetragen. Das bedeutet, der Verlust kann später noch genutzt werden, um die Steuerbelastung zu verringern.

Ohne Ausbildungsdienstverhältnis

Macht Ihr eure erste Ausbildung nicht im Rahmen eines Dienstverhältnisses, dann sind die Ausbildungskosten als Sonderausgaben absetzbar.
Dabei sind bis zu 6.000 € jährlich ansetzbar. Aber Achtung: diese Kosten wirken sich nur in dem Jahr der Steuererklärung aus und ein Verlust daraus ist nicht vortragbar. Er wird sich also nicht in den folgenden Jahren zu euren Gunsten auswirken.

Zweitausbildung

Habt Ihr schon eine Ausbildung absolviert und eine zweite begonnen, so handelt es sich bei den entstandenen Kosten um Werbungskosten. Das gilt auch für ein zweites Studium wie z.B. einen Masterstudiengang.

Selbst wenn noch keine Einnahmen vorliegen, die mit den Werbungskosten verrechnet werden können, können die Werbungskosten als so genannte „vorweggenommene Werbungskosten“ anerkannt werden. Das bedeutet, dass die Kosten bzw. der sich ergebende Verlust für die folgenden Jahre festgestellt und vorgetragen werden. Die Kosten können also, wenn dann Geld verdient wird, in eurer Steuererklärung mit erklärt werden. Dann verringert sich der zu versteuernde Betrag um eure Verluste und die Erstattung steigt.

Zurzeit ist bei Bundesverfassungsgericht noch eine Klage aufgrund der Ungleichbehandlung der Erst- und Zweitausbildung offen. Wenn Kosten einer Erstausbildung als Werbungskosten in der Steuererklärung erfasst werden, wird das Finanzamt diese erstmal streichen. Wenn das Gericht zu Gunsten der Studenten entscheidet, wird der Bescheid nochmals geändert und die Kosten anerkannt.


Fundstelle: § 10 Abs. 1 EStG

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