Kurzarbeitergeld und Steuerbelastung

Dieser so genannte Progressionsvorbehalt gilt auch für andere Entgelt-, Lohn- und Einkommensersatzleistungen wie das Elterngeld, das Krankengeld, das Arbeitslosengeld, das Mutterschaftsgeld und die Altersteilzeitzuschläge. Sofern Sie im Laufe des Jahres Lohn-/Entgeltersatzleistungen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, von mehr als 410 € erhalten haben, sind Sie zudem verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

Beispiel zur steuererhöhenden Wirkung:

Der allein stehende Herr A erhält im Jahr 2011 ein Kurzarbeitergeld von 2.000 €, sein zu versteuerndes Einkommen liegt bei 30.000 €.

Ohne den Bezug von Kurzarbeitergeld würde seine Einkommensteuer nur 5.625 € betragen. Da das Kurzarbeitergeld aber seinen Steuersatz in die Höhe schraubt, muss er nun für dasselbe zu versteuernde Einkommen Einkommensteuer in Höhe von 5.873 € zahlen. Das Kurzarbeitergeld löst somit eine Mehrsteuer von 248 € aus.

Betroffene Arbeitnehmer sollten sich also auf eine Steuernachzahlung vorbereiten und rechtzeitig Geld beiseite legen. Sollte die Steuernachzahlung höher als erwartet ausfallen, können Sie zudem versuchen, beim Finanzamt einen Stundungsantrag zu stellen und eine Zahlung in Raten zu vereinbaren.

Tipp: Sie können schon vorab selbst berechnen, wie hoch die Mehrsteuer aufgrund des Bezugs von Ersatzleistungen ausfallen wird. Der Progressionsvorbehalt-Rechner des Bayerischen Landesamtes für Steuern ermittelt die Einkommensteuer unter Berücksichtigung des Progressionsvorbehalts und informiert über die prozentuale und betragsmäßige Mehrbelastung.


Fundstelle: § 32b EStG
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