NLP- und Supervisionskurse

Geklagt hatten leitende Angestellte, die an Kursen zum „Neuro-Linguistischen Programmieren“ (NLP-Kurse) und an Supervisionskursen teilgenommen hatten. Dadurch wollten sie die berufliche Kommunikation fördern und verbessern.

Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass die durch solche Kurse entstehenden Kosten zu Werbungskosten führen können. Er hat dabei berücksichtigt, dass die erwähnten Beratungsmethoden eingesetzt werden, um die Qualität beruflicher Arbeit zu sichern und zu verbessern. Die angestrebten Fähigkeiten (z. B. Kommunikationsfähigkeit) stellen als Bestandteil der Sozialkompetenz („soft skills“) Schlüsselqualifikationen dar, die bei der Wahrnehmung von Führungspositionen im Wirtschaftsleben erforderlich sind.

Für eine berufliche Veranlassung solcher Kurse spricht vor allem, wenn

* sie von einem berufsmäßigen Veranstalter durchgeführt werden,

* ein homogener Teilnehmerkreis vorliegt und

* der Erwerb der Kenntnisse und Fähigkeiten auf eine anschließende Verwendung in der beruflichen Tätigkeit angelegt ist.

Tipp: Ein homogener Teilnehmerkreis liegt übrigens auch dann vor, wenn die Teilnehmer zwar unterschiedlichen Berufsgruppen angehören, aber aufgrund der Art ihrer beruflichen Tätigkeit (hier: Führungsposition) gleichgerichtete Interessen verfolgen.

Dass die vermittelten Lehrinhalte auch privat angewandt werden können, spielt laut Bundesfinanzhof keine Rolle. Denn dies ist eine bloße Folgewirkung, die zwangsläufig und untrennbar aus den im beruflichen Interesse gewonnenen Kenntnissen und Fähigkeiten resultiert.


Fundstelle: § 9 Abs. 1 Satz 1, § 12 Nr. 1 Satz 2 EStG, BFH, Urteile v. 28.8.2008 - VI R 44/04, BStBl 2009 II S. 106; VI R 35/05, BStBl 2009 II S. 108
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