Onlinehandel und Privatverkäufe | smartsteuer

Onlinehandel und Privatverkäufe

Wenn auch Sie solche Verkäufe tätigen, erzielen Sie damit nicht ohne weiteres steuerpflichtige gewerbliche Einkünfte – selbst wenn Sie des Öfteren private Gebrauchsgegenstände verkaufen.

Weil auch der Fiskus das Internet im Auge behält – insbesondere die Verkaufstätigkeiten in Online-Auktionshäusern – ist es aber durchaus möglich, dass Sie als Privatperson ins Visier des Finanzamts geraten.

Beispiel: Sie verkaufen bzw. versteigern über ein Internetauktionshaus gebrauchte Gegenstände, die sich über Jahre hinweg bei Ihnen angesammelt haben. Innerhalb weniger Wochen verkaufen Sie auf diese Weise 150 Gegenstände.

Sofern Sie mit einer Rückfrage der Finanzbehörde konfrontiert werden, obwohl Sie durch die Verkäufe lediglich Dachboden und Keller ausgemistet haben, können Sie eine gewerbliche Tätigkeit mit folgenden Argumenten widerlegen:

* Sie haben ausschließlich private Gegenstände (z. B. Kleidung) – von Ihnen, Ihrem Partner und den Kindern, also von mehreren Personen – verkauft.

* Sie haben auch Gegenstände (z. B. Kleidungsstücke) für ältere Familienmitglieder (Großeltern, Onkel etc.) verkauft, weil diese im Umgang mit der EDV nicht ausreichend bewandert sind. Schriftliche Bestätigungen dieser Personen helfen ebenfalls weiter.

* Weisen Sie anhand des elektronischen Schriftverkehrs nach, dass ausschließlich gebrauchte Ware angeboten wurde, z. B. über die Dokumentation der erzielten Erlöse.

Tipps: Wirken Sie aktiv an der Aufklärung des Sachverhalts mit und bieten Sie dem Finanzamt an, dass es sich ruhig selbst (z. B. bei eBay) über Ihre Aktivitäten erkundigen kann. Sofern das Finanzamt vermutet, dass Sie nachhaltig als Händler tätig geworden sind, wird es sich vermutlich ohnehin an das jeweilige Auktionshaus wenden und um detaillierte Auskünfte über Ihre Verkäufe bitten.

Geht das Finanzamt trotz allem davon aus, dass Sie mit Ihren Privatverkäufen gewerbliche Einkünfte erzielt haben, sollten Sie auf jeden Fall Ihre Betriebsausgaben nachberechnen! So können Sie Ihren Gewinn erheblich mindern. Als Betriebsausgaben abzugsfähig sind z. B. die Anschaffungskosten der verkauften Gegenstände. Diese sollten Sie detailliert und realistisch schätzen (Vergleichspreise erfragen!), sofern Sie die damaligen Quittungen nicht mehr auffinden können.
Auch andere Betriebsausgaben können Sie von Ihren erzielten Umsätzen abziehen, beispielsweise Kosten der Anschaffung des Computers, Druckers sowie Onlineverbindungskosten, Versandkosten etc.). So können Sie Ihren zu versteuernden Gewinn noch einmal erheblich vermindern! Sofern das Finanzamt erkennt, dass sich nach Abzug der Betriebsausgaben ein „Nullgeschäft“ oder „Minusgeschäft“ ergibt, wird es womöglich sogar ganz davon abrücken, eine gewerbliche Tätigkeit anzunehmen.

Ergibt sich nach Abzug der Betriebsausgaben ein Veräußerungsverlust, ist dieser sogar – sofern das Finanzamt bei der Einschätzung Ihrer Tätigkeit als „gewerblich“ bleibt – mit anderen steuerpflichtigen Einkünften (z. B. Arbeitslohn) verrechenbar.


Fundstelle: Infopaket: Steuertipps zu Onlinehandel und Privatverkäufen

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