Privatschule: Neues zum Schulgeldabzug

Auch der Gesetzgeber hat die besondere Stellung solcher Institutionen erkannt. Deshalb dürfen Sie 30 % des Schulgeldes als Sonderausgaben abziehen. Allerdings setzt das Finanzamt seinen Rotstift bei den Kosten für die Unterbringung, für Verpflegung und Betreuung an. Voraussetzung für den Sonderausgabenabzug ist, dass Sie Anspruch auf Kindergeld bzw. einen Kinderfreibetrag haben. Mit dem Jahressteuergesetz 2009 wurde der Abzug von Schulgeldzahlungen als Sonderausgaben neu geregelt:

Ab 2008 können Sie auch Schulgeldzahlungen an Auslandsschulen als Sonderausgaben abziehen, wenn sich diese in den Staaten der EU bzw. des europäischen Wirtschaftsraums (EWR) befinden. Das gilt rückwirkend für alle noch offenen Veranlagungen. Handelt es sich um deutsche Schulen im Ausland, ist auch der Schulbesuch in Nicht-EU-Staaten begünstigt.

Neu ist zudem, dass das Schulgeld rückwirkend ab 2008 auch für berufsbildende Abschlüsse als Sonderausgaben abgezogen werden kann.

Kürzlich hat sich das Bundesfinanzministerium in einem aktuellen Schreiben zu weiteren Einzelheiten geäußert:

Schon für Ihre Steuererklärungen ab 2008 ist für die steuerliche Berücksichtigung von Schulgeldzahlungen nicht mehr wichtig, wie die Schule klassifiziert ist – z. B. als Ersatz- oder Ergänzungsschule. Stattdessen kommt es jetzt – auch für Schulgeldzahlungen an Schulen in Deutschland – nur noch auf den erreichten oder beabsichtigten Abschluss an. Wenn eine Privatschule in der EU bzw. im Europäischen Wirtschaftsraum oder eine Deutsche Schule im Ausland zu einem anerkannten Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss führt oder darauf vorbereitet, können Sie die Schulgeldzahlungen als Sonderausgaben abziehen.

Daher sind in Deutschland nicht nur wie bisher Schulgeldzahlungen

* an staatlich genehmigte oder nach Landesrecht erlaubte allgemein bildende und berufsbildende Ersatzschulen sowie

* an allgemein bildende anerkannte Ergänzungsschulen als Sonderausgaben abziehbar,

sondern erstmals auch Schulgeldzahlungen

* an andere Schulen (z. B. berufsbildende Ergänzungsschulen einschließlich der Schulen des Gesundheitswesens) und

* Einrichtungen, die auf einen Beruf oder einen allgemein bildenden Abschluss vorbereiten (s. unten).

Ob die jeweilige Schule oder Einrichtung die schulrechtlichen Kriterien erfüllt, haben allein die zuständigen deutschen Landesministerien (z. B. das Schul- oder Kultusministerium), die Kultusministerkonferenz der Länder oder die zuständige inländische Zeugnisanerkennungsstelle zu prüfen und festzustellen. Die Finanzämter sind – wie bisher – an deren Entscheidung gebunden und führen keine eigenen Prüfungen durch.

Zu den Einrichtungen, die ordnungsgemäß auf einen Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss vorbereiten, gehören solche, die nach einem staatlich vorgegebenen, genehmigten oder beaufsichtigten Lehrplan ausbilden. Dazu gehören auch Volkshochschulen und Einrichtungen der Weiterbildung in Bezug auf die Kurse zur Vorbereitung auf die Prüfungen für Nichtschülerinnen und Nichtschüler zum Erwerb

* des Hauptschulabschlusses,

* des Realschulabschlusses,

* der Fachhochschulreife oder

* des Abiturs,

wenn die Kurse hinsichtlich der angebotenen Fächer sowie in Bezug auf Umfang und Niveau des Unterrichts den Anforderungen und Zielsetzungen der für die angestrebte Prüfung maßgeblichen Prüfungsordnung entsprechen.

Auch Entgelte an private Grundschulen (oder für den Besuch von Grund- oder Förderschulen) können als Sonderausgaben abziehbar sein. Das gilt aber erst ab Beginn der öffentlich-rechtlichen Schulpflicht.

Achtung: Anders ist das bei Besuchen von Nachhilfeeinrichtungen, Musikschulen, Sportvereinen, Ferienkursen (z. B. Feriensprachkursen) und Ähnlichem! Zahlungen an solche Einrichtungen sind nicht als Sonderausgaben abziehbar. Auch Entgelte für den Besuch von an Hochschulen, einschließlich der Fachhochschulen und die ihnen im EU/EWR-Ausland gleichstehenden Einrichtungen berücksichtigen die Finanzämter nicht. Ein Abzug von Studiengebühren ist also ausgeschlossen.

Rückwirkend ab 2008 wurde der Sonderausgabenabzug auf höchstens 5.000 € Ihrer Schulgeldzahlungen begrenzt. Dieser Höchstbetrag beläuft sich auch bei getrennt veranlagten Elternpaaren auf 5.000 € je Kind. Das Finanzamt berücksichtigt die Schulgeldzahlungen dabei grundsätzlich bei dem Elternteil, der sie getragen hat. Wenn sowohl Vater als auch Mutter entsprechende Aufwendungen getragen haben, werden die Zahlungen bei jedem Elternteil nur bis zu einem Höchstbetrag von 2.500 € berücksichtigt. Ausnahme: Die Eltern beantragen einvernehmlich eine andere Aufteilung. Eine abweichende Aufteilung ist z. B. möglich, wenn die von einem Elternteil getragenen Kosten den anteiligen Höchstbetrag von 2.500 € überschreiten, während die vom anderen Elternteil getragenen Aufwendungen den anteiligen Höchstbetrag nicht erreichen.

Tipps zur Steuererklärung: Den Sonderausgabenabzug für das Schulgeld beantragt man durch entsprechende Eintragungen auf der Anlage Kind (Seite 2, Zeile 44) und nicht im Mantelbogen!

Für Ihre Steuererklärungen bis einschließlich 2007 gilt: Der Abzug von Schulgeldzahlungen an inländische Privatschulen ist weiterhin nur möglich, wenn das Kind eine staatlich genehmigte oder nach Landesrecht erlaubte Ersatzschule bzw. eine anerkannte allgemein bildende Ergänzungsschule besucht hat. Außerdem hat das Bundesfinanzministerium eine Übergangsregelung getroffen: Für vor 2008 an Privatschulen in der EU/im EWR geleistete Schulgeldzahlungen gilt die Beschränkung auf den Höchstbetrag noch nicht, wenn am 25.12.2008 noch keine bestandskräftige Steuerfestsetzung erfolgt war.

Für Ihre Schulgeldzahlungen können Sie sich übrigens auch einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen, um sofort eine Entlastung zu spüren.

Machen Sie es sich einfach:

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