Haushalts- und Handwerkerleistungen | smartsteuer

Haushalts- und Handwerkerleistungen

Das Finanzamt unterstützt Ihre privaten Ausgaben für Haushalt und Handwerker.
Ein Anteil der Aufwendungen wird direkt als Steuerermäßigung von der tariflichen Einkommensteuer abgezogen.

Dabei gibt es drei Bereiche, in denen entstandene Kosten angesetzt werden können:

haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse

Hierunter fallen Tätigkeiten, die einen engen Bezug zum Haushalt haben und für die Ihr jemanden eingestellt habt. Darunter fallen alle Arbeiten, die man auch selbst zu Hause durchführen kann, wie kochen, putzen, Kinder hüten, Pflege von Alten und Kranken etc. Wichtig ist, dass die Tätigkeiten auch wirklich in Eurem Haushalt ausgeführt wurden. Aufwendungen für Unterricht (Chinesisch) oder die Vermittlung besonderer Fähigkeiten (Gitarre spielen) sind nicht abzugsfähig.

Das Beschäftigungsverhältnis muss ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis i.S.d. § 8a SGB IV (Haushaltsscheckverfahren) sein.
Von z.B. einer Haushaltshilfe können i.H.v. 20%, max. 510 €, auf die tarifliche Einkommenssteuer angerechnet werden.

haushaltsnahe Dienstleistungen

Das sind Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit dem Haushalt stehen. Hierunter fallen auch einige Aufwendungen, die durch den Vermieter über die Nebenkostenabrechnung an den Mieter weiterberechnet werden. Dazu gehören z.B. Aufwendungen für Gartenpflege, Treppenhausreinigung und einen Hauswart.

Pflege- und Betreuungsdienstleistungen können angesetzt werden, wenn diese im Leistungskatalog der Pflegeversicherung aufgeführt werden. Pro Haushalt kann eine Steuerermäßigung für Pflege nur einmal in Anspruch genommen werden.

Die Kosten, die Ihnen bei einer Heimunterbringung für Dienstleistungen vergleichbar mit Hilfen im Haushalt entstehen, können ebenfalls angesetzt werden. Dann muss der Haushalt innerhalb des Pflegeheims abgeschlossen und eigenständig sein.

Für nicht geringfügige Beschäftigungsverhältnisse im Haushalt können 20%, aber max. 4.000 €, abgezogen werden.

Handwerkerleistungen

Darunter fallen Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Haushalt. Ansetzbar sind Lohn- und Fahrtkosten inkl. Umsatzsteuer, die in der Rechnung des Handwerkers einzeln aufgeführt sein müssen.

NICHT ansetzbar sind folgende Aufwendungen:
– alle Aufwendungen für einen Neubau,
– Gutachtertätigkeiten.

Voraussetzungen für die Anerkennung der Steuerermäßigung sind:

– Überweisung (keine Barzahlung),
– Rechnung,
– Bescheinigung der MiniJobZentrale,
– Zahlung im betreffenden Steuerjahr.

Alle entstandenen Kosten können nur einmal pro Haushalt angerechnet werden. Das bedeutet, wenn mehrere Steuerpflichtige in einem Haushalt zusammenwohnen, kann der Betrag aufgeteilt angesetzt werden, aber max. zu 100% insgesamt geltend gemacht werden.
Wenn beispielsweise 2 Ledige im Haushalt wohnen, kann jeder 50% des Abzugshöchstbetrags in Anspruch nehmen. Eine andere Aufteilung kann man wählen.

Wenn die aktuelle Nebenkostenabrechnung zum Abgabetermin noch nicht vorliegt, kann Fristverlängerung beantragt werden.


Fundstelle: § 35a EStG; vgl. BMF-Schreiben v. 15.2.2010 - IV C 4 - S 2296-b/07/0003, BStBl 2010 I S. 140; BFH, Urteil v. 3.7.2011 - VI R 61/10

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