Steuererklärung: Abgabefrist verpasst? - smartsteuer

Steuererklärung: Abgabefrist verpasst?

kalender

Für alle Abgabepflichtigen ist der 31.05. des folgenden Jahres der Stichtag, an dem die Steuererklärung dem Finanzamt vorliegen muss. Ab der Steuererklärung 2018, also ab dem Jahr 2019, verlängert sich die Abgabefrist auf den 31.07. des Folgejahres.
Auch bei einer Antragsveranlagung kann man zur Abgabe der Steuererklärung aufgefordert werden. Dieser Termin ist dann auch als Frist einzuhalten.

Was passiert, wenn man ein bisschen spät dran ist?

Wer ein paar Tage nach dem Termin seine Erklärung einreicht, hat meistens keine Konsequenzen zu befürchten. Wenn es aber noch ein wenig länger dauert, kann es sich lohnen eine Fristverlängerung beim Finanzamt zu beantragen. Der Antrag muss begründet sein. Als Grund genügt oft schon der Hinweis darauf, dass noch Unterlagen zu besorgen sind. Auch Ereignisse wie eine lange Krankheit o.ä. können als Begründung für eine Fristverlängerung anerkannt werden.

Was unternimmt das Finanzamt, wenn man nicht abgibt?

Wenn die Frist für die Erklärung verstrichen ist und keine Fristverlängerung beantragt wurde, kann es sein, dass das Finanzamt schriftlich nochmal zur Abgabe auffordert. In dem Schreiben wird eine neue Frist gesetzt. Wenn diese auch verstreicht, kann ein Zwangsgeld angedroht werden.
Oft erlässt das Finanzamt auch einen geschätzten Bescheid (Schätzbescheid). Das bedeutet, Ihr bekommt einen Bescheid in den Briefkasten, ohne eine Steuererklärung eingereicht zu haben. Der geschätzte Bescheid fällt meist für den Steuerpflichtigen ungünstiger aus, als wenn er eine Steuererklärung eingereicht hätte. Die Steuerzahlung ist meist höher als die in der noch offenen Steuererklärung. Diese Steuererklärung muss dann aber trotzdem noch eingereicht werden.

Welche finanziellen Konsequenzen hat eine verspätete Abgabe?

Wenn die Steuererklärung verspätet eingeht, hat das Finanzamt die Möglichkeit einen Verspätungszuschlag anzusetzen. Dieser kann bis zu 10% von der Steuer, aber max. 25.000 € betragen. Wie hoch der Verspätungszuschlag ist, liegt also an der Höhe der Steuerzahlung und im Ermessen des Finanzbeamten.
Als letzte Folge für eine sehr sehr spät abgegebene Steuererklärung gibt es noch die Nachzahlungs-Zinsen auf die Steuer. Zinsen werden nicht sofort berechnet, sondern erst nachdem die Steuer 15 Monate entstanden ist.

Beispiel:
Die Steuer des Jahres 2018 entsteht mit dem 01.01.2019. 15 Monate darauf, also ab dem 01.04.2020 fallen Zinsen auf die Nachzahlung oder Erstattung an. Die Zinsen betragen 6% p.a. Und sind im Fall einer Nachzahlung zusätzlich an das Finanzamt zu zahlen. Im Falle einer Erstattung bekommt der Steuerpflichtige die Zinsen vom Finanzamt (die dann auch wieder Einkünfte darstellen).


Fundstelle: Gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder v. 2.1.2014

Schlagworte: , , , , , ,
smartsteuer GmbH hat 4,53 von 5 Sternen | 531 Bewertungen auf ProvenExpert.com