Studierende als Selbstständige

Wer sich dazu entschließt, erzielt entweder Einkünfte aus selbstständiger Arbeit oder aus Gewerbebetrieb. Vor allem Studierende machen oft von dieser Möglichkeit Gebrauch und melden ein Nebengewerbe an. Weil sich dann kein Arbeitgeber um den Lohnsteuerabzug kümmert, müssen Sie Ihre Pflichten gegenüber dem Fiskus (z. B. Einkommensteuer) selbst erfüllen. Wenn Sie als Alleinstehender einen jährlichen Gewinn unterhalb des Grundfreibetrags (7.834 € für 2009, 8.004 € für 2010) erzielen, müssen Sie darauf keine Einkommensteuer zahlen.

Tipp: Sollten Ihre jährlichen Einnahmen aus dem Nebenjob höchstens 17.500 € betragen, werden Sie auf Antrag sogar von der Umsatzsteuer „befreit“. Denn in diesem Fall gelten Sie als „Kleinunternehmer“ – vgl. § 19 UStG. Wenn Sie Ihre (Dienst-)Leistungen ausschließlich an Privatpersonen erbringen, haben Sie dadurch sogar einen echten Wettbewerbsvorteil, weil „richtige“ Unternehmer die Umsatzsteuer bei ihrer Preiskalkulation berücksichtigen müssen. Im Gegenzug dürfen Sie als Kleinunternehmer allerdings in Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer gesondert ausweisen.

Die Gewerbesteuer dürfte Ihnen in der Regel als selbstständig tätiger Studierender ebenfalls keine Probleme bereiten: Hier steht Ihnen ein Freibetrag von 24.500 € jährlich zu. Dieser Betrag bezieht sich auf den Gewinn, also auf Ihre Einnahmen abzüglich der damit zusammenhängenden Betriebsausgaben. Falls Sie nebenbei unerwartet viel verdienen und gewerbesteuerpflichtig werden, ist das aber kein Beinbruch. Denn im Einkommensteuergesetz ist ausdrücklich die Möglichkeit vorgesehen, die Gewerbesteuer anzurechnen. Also ist die gezahlte Gewerbesteuer für Sie nicht verloren. Nur in einzelnen Gemeinden, die besonders hohe Gewerbesteuerhebesätze haben (vor allem Großstädte), kann es vorkommen, dass der Fiskus Ihnen nicht die komplette Gewerbesteuer anrechnet.

Vorsicht bei Scheinselbständigkeit: Manche Arbeitgeber möchten sich sogar die moderaten Abgaben für einen Minijob sparen und bedrängen ihre „geringfügig beschäftigten Mitarbeiter“ deshalb, ein Gewerbe anzumelden. Die Finanzbehörden haben herausgefunden, dass sich vor allem Studierende teilweise massenhaft als Selbstständige registrieren lassen, obwohl sie tatsächlich nur einen „Minijob“ im Anstellungsverhältnis ausüben und deshalb lediglich „scheinselbstständig“ sind. Solche Phänomene versuchen die Finanzämter schon länger aufzuspüren. Wenn sich eine Gewerbeanmeldung als verkappter Minijob herausstellt, werden die Abgaben (vor allem zur Sozialversicherung), die den Behörden bisher vorenthalten wurden, nachgefordert.

Für den Fall, dass Ihr selbstständiges Nebengewerbe besonders gut läuft, empfiehlt es sich, schon früh den Kontakt zum Finanzamt zu suchen und um Festsetzung von Einkommensteuervorauszahlungen zu bitten. Anderenfalls droht die Gefahr, dass Sie die Einkommensteuer für den gesamten Gewinn eines Jahres in einem Betrag zahlen müssen, nach dem Sie Ihren Einkommensteuerbescheid bekommen haben. Mit diesem Bescheid fordert das Finanzamt dann auch noch Vorauszahlungen für das laufende Jahr und möglicherweise nachträgliche Vorauszahlungen für das Vorjahr. Oft fehlt dann aber die notwendige Liquidität. Das Finanzamt erhebt Einkommensteuervorauszahlungen vierteljährlich; sie wirken faktisch wie ein Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber.

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Siehe auch die kostenlose Broschüre „Aushilfsarbeit von Schülern und Studenten“, die das Bayerische Staatsministerium der Finanzen mit Stand März 2010 herausgegeben hat!


Fundstelle: Kostenloses KONZ eBook: Steuertipps zu Schüler- und Studentenjobs
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