Verluste und Haushalts- und Handwerkerleistungen | smartsteuer

Verluste und Haushalts- und Handwerkerleistungen

Aus Handwerkerrechnungen können 20% der Lohnkosten (max. 1.200€ pro Jahr) direkt von der Steuer abgezogen werden.

Wer Handwerkerleistungen in Anspruch nimmt, kann 20 % der Lohnkosten (maximal 1.200 € pro Jahr) von seiner tariflichen Einkommensteuer abziehen. Für haushaltsnahe Dienstleistungen können ebenfalls 20% der Lohnkosten (bis zu 4.000€ jährlich) als Steuerermäßigung geltend gemacht werden.

Was passiert mit diesem Steuersparpotential, wenn keine tarifliche Einkommensteuer festgesetzt wird?

Aufgrund von Verlusten aus dem aktuellen oder aus dem Vorjahr kann es vorkommen, dass keine tarifliche Einkommensteuer festgesetzt wird. Das passiert auch, wenn die Einkünfte unterhalb des Grundfreibetrags (2018: 9.000€ Einzelveranlagung, 18.000€ Zusammenveranlagung) liegen.

Der Ansatz der Haushalts- und Handwerkerleistungen wirkt sich in diesem Fall nicht aus. Weil keine tarifliche Einkommensteuer festgesetzt wird, kann es auch keine Ermäßigung der Einkommensteuer geben.

Gibt es eine andere Möglichkeit diese Aufwendungen geltend zu machen?

Nein, die Aufwendungen können weder als „negative Einkommensteuer“ geltend gemacht werden, noch gibt es eine Art „Vortrag des Anrechnungsüberhangs“ der Aufwendungen für Haushalts- und Handwerkerleistungen.

Dieser Fall wurde dem BFH zur Entscheidung vorgelegt. Ein Ehepaar hatte ca. 600€ anzusetzende Steuerermäßigung für Haushalts- und Handwerkerleistungen erklärt. Aufgrund geringer Einkünfte ergab sich aber keine tarifliche Einkommensteuer und auch damit auch keine Steuerermäßigung. Das Ehepaar legte Einspruch ein und erhob später Klage. Sie beantragten die Festsetzung einer negativen Einkommenssteuer oder – falls das nicht möglich sei – die Feststellung eines vortragsfähigen Anrechnungsüberhanges, der in den Folgejahren steuerlich genutzt werden könnte.

Beides wurde vom BFH mit Urteil vom 29.01.2009 – VI R 44/08 abgelehnt.

Tipp:

Wenn Sie vorhersehen können, dass Sie keine festzusetzende Einkommensteuer in dem Jahr erhalten werden, können Sie Haushalts- und Handwerker -Maßnahmen oder auch die Rechnungslegung in ein späteres Jahr verschieben, so dass sich die Steuerermäßigung in dem späteren Jahr auswirkt.


Fundstelle: § 35a Abs. 3 EStG; BFH, Urteil v. 29.1.2009 - VI R 44/08, BStBl 2009 II S. 411

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