Werbungskosten bei Berufsausbildung

Das Finanzgericht Köln hat sich mit dem Werdegang einer Stewardess befasst. Die Richter haben entschieden, dass eine Flugbegleiterin die Kosten einer späteren Berufsausbildung auch dann uneingeschränkt steuerlich als Werbungskosten geltend machen kann, wenn sie außer der betriebsinternen Schulung bei einer Fluggesellschaft keinen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf erlernt hat.

Im Streitfall hatte die Stewardess im Anschluss an ihre Tätigkeit als Flugbegleiterin eine Pilotenausbildung absolviert. Die hierfür entstandenen Kosten von fast 20.000 € machte sie als vorweggenommene Werbungskosten bei der Einkommensteuer geltend. Das Finanzamt berücksichtigte nur 4.000 € als Sonderausgaben, weil es sich bei der Ausbildung zur Flugbegleiterin weder um eine Berufsausbildung nach dem Berufsausbildungsgesetz noch um einen ansonsten anerkannten Lehr- oder Anlernberuf handle. Die Pilotenausbildung stelle daher eine erstmalige Berufsausbildung dar, so dass deren Kosten nur eingeschränkt als Sonderausgaben berücksichtigt werden könnten.

Diese Auffassung teilen die Richter nicht. Ihrer Ansicht nach erfordert eine erstmalige Berufsausbildung keine Ausbildung im Rahmen eines öffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgangs. Ausreichend sei vielmehr, dass eine Ausbildung berufsbezogen sei und eine Grundvoraussetzung für die geplante Berufsausübung darstelle. Diese Voraussetzungen seien bei der Schulung zur Flugbegleiterin erfüllt. Somit handle es sich bei der Pilotenausbildung um eine zweite Ausbildung, für die keine Abzugsbeschränkung gelte.

Das Finanzgericht Köln hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen. Der Bundesfinanzhof hat kürzlich schon eine vergleichbare Entscheidung getroffen. Dort hatte ein Rettungssanitäter ebenfalls die Kosten für eine Pilotenausbildung steuerlich geltend gemacht (vgl. KONZ Steuertipp: Erstmalige Berufsausbildung).

Zum Kindergeldanspruch während der Schulung bei der Fluggesellschaft vgl. KONZ Steuertipp: Kinder: Ausbildung zur Flugbegleiterin.


Fundstelle: FG Köln, Urteil v. 12.12.2012 - 7 K 3147/08, vgl. Pressemitteilung v. 16.1.2012
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