1. Voraussetzungen für die steuerliche Anerkennung einer Lerngemeinschaft

Fahrtaufwendungen wegen privater Lerngemeinschaften, die eine Fortbildungsmaßnahme begleiten, sind nur dann Werbungskosten (» Fortbildungskosten) oder Sonderausgaben (» Ausbildungskosten), wenn die fast ausschließliche berufliche Veranlassung der einzelnen Termine der Lerngemeinschaften erwiesen ist (rechtskräftiges Urteil FG Düsseldorf vom 4.6.2002, EFG 19/2002, 1221). Der Stpfl. trägt die Feststellungslast für die fast ausschließlich berufliche Veranlassung der Lerngemeinschaften. Bei einer in einer Privatwohnung stattfindenden Lerngemeinschaft kann nicht ohne weiteres von einer fast ausschließlich beruflichen Veranlassung ausgegangen werden (s.a. BFH Urteil vom 5.3.1993, VI R 82/91, BFH/NV 1993, 533). Der Stpfl. muss nachweisen können, welchen konkreten Gegenstand die einzelnen Lerngemeinschaften gehabt haben und welchen konkreten Verlauf die einzelnen Lerngemeinschaften genommen haben. Ein solcher Nachweis ist dem Stpfl. zumutbar und z.B. durch tagebuchartige Aufzeichnungen über den Inhalt und den Ablauf jeder einzelnen Lerngemeinschaft auch möglich. Eine eidesstattliche Versicherung ist kein ausreichendes Beweismittel.

2. Berücksichtigung der Aufwendungen

Die Aufwendungen für Lerngemeinschaften entstehen im Rahmen von Dienstreisen. Unter Berücksichtigung der Entscheidung zu den Berufsschulfahrten kommt es nur dann nach Ablauf der Dreimonatsfrist zu einer weiteren regelmäßigen Arbeitsstätte, wenn die auswärtige Lerngemeinschaft durchschnittlich an mindestens drei Tagen in der Woche aufgesucht wird. Die Teilnahme an der jeweiligen Lerngemeinschaft stellt im Regelfall eine neue Dienstreise dar, wenn die jeweilige Lerngemeinschaft höchstens an zwei Tagen je Woche aufgesucht wird (entsprechende Anwendung der Berufsschulfahrten in Tz. 6 der Vfg. der OFD Magdeburg vom 7.4.2004, DB 2004, 1125; R 34 Abs. 2 Satz 4 LStR).