Steuertipps – Bücher als Arbeitsmittel eines Lehrers

Lehrer können die Kosten für Bücher und Zeitschriften als Werbungskosten absetzen, wenn die Literatur unmittelbar der Erledigung der dienstlichen Aufgaben dient und ausschließlich oder zumindest weitaus überwiegend beruflich verwendet wird.

Dieses Urteil hat der Bundesfinanzhof im Fall eines Lehrers gefällt, der an einer Realschule die Fächer Deutsch, Geschichte, Sozialkunde und Ethik unterrichtet. In seiner Einkommensteuererklärung machte er zunächst erfolglos Aufwendungen für Bücher und Zeitschriften geltend. Auf den Einspruch des Klägers ließ das Finanzamt pauschal 50 % der Ausgaben zum Werbungskostenabzug zu.

Die auf die Anerkennung sämtlicher Kosten gerichtete Klage wies das Finanzgericht ab. Über die schon anerkannten Kosten hinaus könnten keine weiteren Bücherkosten steuermindernd berücksichtigt werden, urteilten die Richter des Finanzgerichts. Denn der Kläger habe es versäumt, für jedes einzelne Buch konkret darzulegen,

  • wann,

  • in welcher Klasse,

  • in welchem Fach,

  • zu welchem Thema,

  • in welchem Umfang und

  • welcher konkrete Teil

des jeweiligen Schriftwerks Eingang in den Unterricht gefunden habe. Außerdem handle es sich um Schriftwerke gesellschaftspolitischer und allgemeinbildender Art, so dass sich nicht ausschließen lasse, dass der Kläger die Bücher und Zeitschriften auch aus privaten Gründen gekauft habe.

Auf die Revision des Klägers hat der Bundesfinanzhof die Entscheidung aufgehoben und die Sache an das Finanzgericht zurückverwiesen. Das Finanzgericht hat nach Auffassung des Bundesfinanzhofs allein auf die Verwendung der Schriftwerke im Unterricht abgestellt und damit den beruflichen Veranlassungszusammenhang unzulässig verengt. Denn auch der Gebrauch der Literatur zur Unterrichtsvor- und -nachbereitung oder die Anschaffung von Büchern und Zeitschriften für eine Unterrichtseinheit, die nicht abgehalten worden ist, könne eine ausschließliche oder zumindest weitaus überwiegende berufliche Nutzung der Literatur bei einem Pädagogen und damit den Werbungskostenabzug begründen. Das außerschulische Interesse des Klägers an anthropologischen und gesellschaftspolitischen Themen stehe dann der steuerlichen Berücksichtigung nicht entgegen.

Das Finanzgericht muss für jedes einzelne Buch erneut untersuchen, ob es sich um einen Gegenstand der privaten Lebensführung, um ein Arbeitsmittel oder um einen gemischt genutzten Gegenstand handelt. Hierzu sind die so genannten „Verwendungsanteile“ genau zu bestimmen. Das kann – wie der Urteilsfall zeigt – sehr mühselig sein.

Fundstelle: BFH, Urteil v. 20.5.2010 - VI R 53/09, BStBl II 2011, 723