Steuertipps – VL und Arbeitnehmer-Sparzulage

Die Arbeitnehmersparzulage ist eine Geldzulage, die der Staat für das Ansparen von vermögenswirksamen Leistungen gewährt.

Wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen jährlich nicht mehr als 20.000 €beträgt (bei zusammenveranlagten Ehepaaren: 40.000 €), können Sie eine Arbeitnehmer-Sparzulage erhalten. Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen in dem Kalenderjahr, in dem Sie vermögenswirksame Leistungen angelegt haben. Verfolgen Sie mit ihre Anlage wohnungswirtschaftliche Zwecke, liegt die Einkommensgrenze bei nur 17.900 € (bzw. 35.800 € bei zusammenveranlagten Ehegatten).

Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmersparzulage

Die Festsetzung der Arbeitnehmersparzulage können Sie auf den Vordrucken zur Einkommensteuererklärung beantragen. In Zeile 1 des Mantelbogens machen Sie hierfür ein Kreuz bei „Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage“. Mit der Steuererklärung reichen Sie zudem die Anlage VL ein, die Ihnen vom Anbieter (z. B. Bausparkasse) ausgestellt wird.

Höhe der Arbeitnehmersparzulage

Die Arbeitnehmersparzulage bemisst sich nach der Höhe der angesparten vermögenswirksamen Leistungen. Wer seine vermögenswirksamen Leistungen in Vermögensbeteiligungen investiert (z. B. Sparvertrag über Wertpapiere, Aktien) erhält eine Sparzulage von 20 % der vermögenswirksamen Leistungen. Maximal werden 400 € der vermögenswirksamen Leistungen gefördert.

Bei Anlagen für den Wohnungsbau (z. B. Bausparverträge) werden 9 % der vermögenswirksamen Leistungen als Sparzulage berechnet. Die Höchstgrenze der förderbaren vermögenswirksamen Leistungen beträgt hier 470 €. Somit ergibt sich folgende Übersicht:

Vertragsart Wertpapiere Bausparen
maximal begünstigte Sparrate 400 € 470 €
Zulagensatz 20 % 9 %
maximale Zulage im Jahr 80 € 42,30 €
Einkommensgrenze (Alleinstehende/Verheiratete) 20.000 €/40.000 € 17.900 €/35.800 €

Beide Zulagen gibt es nebeneinander, wenn zwei unterschiedliche Verträge für Wertpapiere und Bausparen abgeschlossen werden. Damit ist eine maximale Sparrate von 870 € im Jahr mit einer jährlichen Förderleistung von 122,30 € begünstigt.

Vermögenswirksame Leistungen

Die Mittel können Sie als Arbeitnehmer vom Lohn abzweigen und Ihr Arbeitgeber kann sie laut Vereinbarung oder Tarifvertrag zusätzlich zum normalen Gehalt extra auszahlen. Die Förderung hat sich ab 2009 verbessert, sofern die Beiträge in betriebliche Beteiligungen wie Aktien, Genuss-Scheine, Aktienfonds oder GmbH-Anteile angelegt werden. Der Satz für VL ist von 18 % auf 20 % und die Einkommensgrenze für die Förderung von 17.900 € auf 20.000 € gestiegen.

Dieser Förderkomponente stehen aber drei in diesem Zusammenhang wenig beachtete Aspekte gegenüber:

  • Egal ob der Arbeitgeber die VL zahlt oder der Beschäftigte sie von seinem Lohn abzweigt: Nur der Nettobetrag steht zur Verfügung, weil der Zuschuss des Betriebs steuerpflichtig ist und der Arbeitnehmer seinen eigenen Sparanteil aus dem bereits lohnversteuerten Gehalt zahlen muss.

  • Die späteren Erträge aus den angelegten Geldern unterliegen der Abgeltungssteuer.

  • VL kann der Arbeitnehmer unabhängig von der Höhe seines Gehalts beziehen. Die Einkommensgrenze ist lediglich für die staatlichen Zulagen relevant.

VL-Sparen ist einfach, kann aber nur eine lukrative Zusatzkomponente zur Altersvorsorge sein! Das Sparen funktioniert wie folgt: Der Arbeitnehmer schließt einen Sparvertrag über eine der begünstigten Anlageformen ab. Der Arbeitgeber überweist dann sechs oder sieben Jahre lang die Beiträge. Hierüber erhält der Sparer zum Jahresende eine Bescheinigung (sog. Anlage VL). Über diese Anlage VL kann er im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung die Arbeitnehmer-Sparzulage beantragen. Diese ist steuerfrei, allerdings (wie oben geschildert) an Einkommensgrenzen gebunden.

Tipp: Auch wenn die Einkommensgrenzen optisch gering erscheinen, fallen viele Arbeitnehmer darunter. Denn maßgebend ist das zu versteuernde Einkommen, nicht der Bruttoarbeitslohn! Vom Bruttolohn müssen Sie daher erst noch Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Kinderfreibeträge und Verluste aus anderen Einkunftsarten abgezogen. Erst dann können Sie prognostizieren, ob Sie einen Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage haben.

Fundstelle: §§ 13,14 des 5. VermBG