Steuertipps – Warengutscheine statt Urlaubsgeld?

Wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber Waren oder Dienstleistungen – also Sachlohn – erhalten, können Sie den Rabattfreibetrag von 1.080 € im Jahr nutzen.

Der Effekt: Vorteile bis zu dieser Höhe bleiben steuerfrei, sofern der Arbeitgeber die zugewendete Ware oder Dienstleistung nicht überwiegend für den Bedarf des Arbeitnehmers herstellt oder erbringt. Das ist z. B. der Fall, wenn eine Fluggesellschaft Ihren Arbeitnehmern verbilligte oder kostenlose Flüge zuwendet. In der Praxis wird vielfach wird versucht, Barlohn in Sachlohn umzuwandeln, um den Rabattfreibetrag ausnutzen zu können. Das funktioniert aber nicht immer. Der Bundesfinanzhof hat klargestellt: Diese Umwandlung setzt voraus, dass der Arbeitnehmer unter Änderung des Anstellungsvertrags auf einen Teil seines Barlohns verzichtet und ihm der Arbeitgeber stattdessen Sachlohn gewährt.

Im Urteilsfall hatte die Geschäftsführung eines Möbelhauses mit dem Betriebsrat vereinbart, das Anfang Juli fällige Urlaubsgeld wahlweise ganz oder teilweise als Warengutschein auszuzahlen. Durch die bloße Betriebsvereinbarung blieb der tarifvertragliche Anspruch auf Urlaubsgeld (in Form von Barlohn) unberührt, diese lohnsteuerliche Gestaltung hatte deshalb keinen Erfolg. Der Bundesfinanzhof urteilte, dass für die Gutscheine nicht der Rabattfreibetrag gilt. Der Vorteil musste vielmehr als regulärer Barlohn versteuert werden!

Wichtig: Der Urteilsfall zeigt, dass ein auf Geld gerichteter Lohnanspruch nicht so einfach in steuerbegünstigten Sachlohn umgewandelt werden kann. Im Zweifel können Sie eine kostenfreie Anrufungsauskunft beim Finanzamt einholen und sich so über die lohnsteuerliche Behandlung aufklären lassen.

Fundstelle: § 8, § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG; BFH, Urteil v. 6.3.2008 - VI R 6/05, BStBl 2008 II S. 530