18.03.2026 · Aktuelles · Arbeitnehmer · Selbstständige · Lesezeit: 3 min

Kleinunternehmerregelung einfach erklärt: Das musst Du wissen

Die Kleinunternehmerregelung ist für viele Gründer und Selbstständige ein optimaler Einstieg in die Selbstständigkeit. Sie vereinfacht Die Buchhaltung und spart Zeit, aber sie ist trotzdem nicht für jeden die beste Wahl. In diesem Artikel erfährst Du, wie die Kleinunternehmerregelung funktioniert, welche Voraussetzungen gelten und wann sie sich wirklich lohnt.

Was ist die Kleinunternehmerregelung?

Die Kleinunternehmerregelung ist eine steuerliche Vereinfachung nach § 19 Umsatzsteuergesetz (UStG). Sie richtet sich an Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen mit überschaubaren Umsätzen.

Der wichtigste Vorteil für Dich:
Du musst keine Umsatzsteuer auf Deinen Rechnungen ausweisen und auch keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.

Das bedeutet konkret:

  • Deine Rechnungen enthalten nur den Nettobetrag

  • Du sparst Dir die Umsatzsteuervoranmeldung

  • Deine Buchhaltung wird deutlich einfacher

Voraussetzungen: Wann bist Du Kleinunternehmer?

Seit 2025 gelten folgende Umsatzgrenzen:

  • Dein Umsatz im Vorjahr lag bei maximal 25.000 €

  • Dein Umsatz im laufenden Jahr wird voraussichtlich 100.000 € nicht überschreiten

Wenn Du gerade gründest, zählt im ersten Jahr nur Deine Schätzung: Diese darf maximal 25.000 € betragen.

Wichtig: Überschreitest Du die Grenzen, wechselst Du automatisch zur regulären Umsatzbesteuerung.

 

Welche Vorteile hast Du?

Die Kleinunternehmerregelung ist besonders bei nebenberuflicher Selbstständigkeit oder am Anfang sehr beliebt. Die wichtigsten Vorteile:

Weniger Bürokratie

Du musst Dich nicht mit Umsatzsteuer, Voranmeldungen oder komplexen Steuerregeln beschäftigen.

Einfache Rechnungen

Deine Rechnungen sind übersichtlich, da keine Umsatzsteuer enthalten ist.

Mehr Fokus auf Dein Business

Du hast mehr Zeit für das, was wirklich zählt: Dein Geschäft aufzubauen.

Gibt es auch Nachteile?

Ja – die Regelung bringt auch Einschränkungen mit sich:

Kein Vorsteuerabzug

Du kannst die Umsatzsteuer auf Deine Ausgaben nicht zurückholen.

Weniger attraktiv für Geschäftskunden

Wenn Du mit Unternehmen arbeitest, kann das ein Nachteil sein, da diese keine Vorsteuer ziehen können.

Begrenztes Wachstum

Die Umsatzgrenzen können Dich einschränken, wenn Dein Business schnell wächst.

Kleinunternehmer vs. Kleingewerbe – der Unterschied

Diese Begriffe werden oft verwechselt:

  • Kleinunternehmerregelung: steuerliche Regelung zur Umsatzsteuer

  • Kleingewerbe: Unternehmensform ohne Handelsregistereintrag

Du kannst also ein Kleingewerbe haben, ohne die Kleinunternehmerregelung zu nutzen und umgekehrt.

Was musst Du bei Rechnungen beachten?

Wenn Du Kleinunternehmer bist:

  • weist Du keine Umsatzsteuer aus

  • gibst nur den Gesamtbetrag an

  • ergänzt einen Hinweis wie:
    „Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“

Das ist Pflicht und sorgt für Klarheit bei Deinen Kunden.

Wann lohnt sich die Kleinunternehmerregelung für Dich?

Die Regelung ist sinnvoll, wenn:

  • Du gerade gründest oder nebenbei startest

  • Deine Umsätze eher gering sind

  • Deine Kund:innen überwiegend Privatpersonen sind

Weniger sinnvoll ist sie, wenn:

  • Du hohe Investitionen hast

  • Du hauptsächlich mit Unternehmen arbeitest

  • Du schnell wachsen möchtest

Fazit: 

Die Kleinunternehmerregelung macht Dir den Einstieg in die Selbstständigkeit deutlich leichter. Du hast weniger Bürokratie und kannst Dich auf Dein Business konzentrieren, ein klarer Vorteil gerade am Anfang. Mit Lexware Office machst Du den Start noch einfachr und hast di Buchhaltung einfach online im Griff. Wichtig ist jedoch, dass Du trotz allen Vorteilen Deine Steuererklärung nicht vergisst. Als Freiberufler bist Du zur Abgabe verpflichtet. Mit smartsteur kannst Du die Steuer ganz einfach erledigen und dank der Schnittstelle mit Lexware Office Deine Daten einfach in die EÜR übertragen. 

Überprüfe am besten regelmäßig, wie sich Dein Geschäft entwickelt. Denn je nach Wachstum und Kundenstruktur kann die reguläre Umsatzbesteuerung später die bessere Wahl sein.

Unser Tipp: Entscheide nicht nur nach Deiner aktuellen Situation, sondern denke ein paar Schritte voraus. Mit smartsteuer bist Du außerdem steuerlich optimal aufgestellt.

Jana Wagner
Verfasst von:
Steuern einfach verstehen - nach diesem Prinzip schreibt Jana für smartsteuer. Nach ihrem Studium in Germanistik sammelte sie Erfahrungen als Freie Journalistin einer Tageszeitung, als TV-Redakteurin und als Werbetexterin. Seit 2023 unterstützt sie uns im Team dabei, das Thema Steuern spannend und verständlich aufzubereiten.