18.12.2018 · smart leben ·

EU-Auslandstelefonate werden bald billiger

Rollen Sie gerade mit den Augen? Wollen wir Ihnen wirklich eine so olle Kamelle unterjubeln? Schließlich ist das teure Roaming in der EU doch längst Geschichte? Nein, wollen wir natürlich nicht. Denn es gibt tatsächlich Neuigkeiten beim Telefonieren ins EU-Ausland. Wobei die Betonung auf „ins“ liegt. Und es sind auch noch gute Nachrichten.

Der feine Unterschied

Also, wie wir schon erwähnt hatten, können Sie seit 2017 in EU-Ländern Ihr Handy wie zu Hause benutzen. Haben Sie Flatrates, zahlen Sie nichts extra. Und wenn Sie noch Minutenpreise und Kosten für SMS haben, dann zahlen Sie dort das Gleiche wie zu Hause. Das sah ein paar Jahre zuvor noch ganz anders aus. Da gab es bei so einigen nach dem Urlaub eine bitterböse Überraschung auf der Handyrechnung. Selbst als Gespräche einigermaßen bezahlbar wurden, blieb doch noch die extrem teure Internetnutzung. Doch EU-Kommission und EU-Parlament machten diesem Übel schließlich ein Ende.
Aber, und das wissen laut einer Umfrage nur rund die Hälfte der Deutschen: Telefoniert man aus Deutschland ins Ausland, kann es immer noch sehr teuer sein. Das gilt für Gespräche vom Festnetz, aber vor allem für welche mit dem Handy. Minutenpreise von bis zu 1,99 Euro sind immer noch möglich – je nach Vertragskonditionen und Zielland. Solche Gespräche mögen zwar nicht so oft passieren, aber wenn da mal schnell 20 oder 30 Euro fällig werden, ärgern sich viele – und zwar zu Recht. Das gilt übrigens auch für Festnetztelefonate, wo man sich ja eigentlich auf der sicheren Seite wähnt. Auch wenn es da zum Beispiel „nur“ 39 Cent pro Minute sind.

Die EU wieder mal im Sinne der Verbraucher

Die EU ist ja für viele nur ein bürokratisches Ungetüm. Aber wie die Abschaffung der Roaming-Gebühren schon bewies, kann Sie einiges bewirken. Und wer in einem Nicht-EU-Land wie der Schweiz Urlaub macht, wird sich wünschen, dass die Eidgenossen auch dabei wären. Denn in vielen Tarifen zahlt man dort noch richtig fette Gebühren für die Handynutzung.
Jetzt hat das EU-Parlament ein neues Gesetzespaket verabschiedet, den Europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation. Der sieht unter anderem vor:

  • Gespräche ins EU-Ausland dürfen maximal 19 Cent pro Minute kosten. Das betrifft Festnetz- und Handygespräche.
  • Der Preis für SMS ins EU-Ausland darf maximal 6 Cent betragen.
  • Automatische Warnungen bei Katastrophen oder Terroranschlägen erfolgen per SMS oder App.
  • Verträge sollen einen leicht verständlichen Überblick über die Bedingungen bieten. Dazu zählt auch, was mit dem Restguthaben passiert, wenn ein Prepaid Kunde wechselt.

Wenn alles glattläuft, also der Europäische Rat zustimmt, sollen die Neuerungen schon am 15. Mai 2019 in Kraft treten.

Alternativen für Auslandsgespräche

Wir wollen es nur der Vollständigkeit wegen kurz erwähnen, wer viel ins Ausland telefonieren muss, weiß es sicher ohnehin. Nutzen Sie für Auslandsgespräche auch kostenlose (oder sehr preiswerte) Angebote wie WhatsApp und Skype. Dafür brauchen Sie nur eine Internetverbindung, WLAN ist bei schlechtem Handynetz von Vorteil. Und bei Skype können Sie sogar Festnetznummern anrufen, auch im Ausland. Das ist zwar nicht mehr kostenlos, aber meist spottbillig. Und das Beste: Sie müssen nicht mehr schauen, ob der Gesprächspartner im EU-Ausland ist – oder nicht. Denn außerhalb der EU bleibt preislich alles beim Alten, das meint, es bleibt unverschämt teuer. Und das betrifft sowohl die Handynutzung im jeweiligen Land als auch die Anrufe in das Land von Deutschland aus.

Was bedeutet das konkret für mich?
Voraussichtlich ab Mitte Mai 2019 werden EU-Auslandstelefonate preiswerter. Achten Sie aber bitte weiterhin darauf, ob Sie in die EU – oder nach außerhalb der EU telefonieren. Denn Telefonate in nicht EU-Ländern können weiterhin recht teuer bleiben.

 

Mandy Pank Geschrieben von:
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