03.04.2016 · smart leben ·

Auftrieb im Kopf: Motivation ist alles!

Donnerlittchen, was ist los? Ihr habt bereits alle meine Wohlfühl-Tipps fürs Büro in die Tat umgesetzt und trotzdem klappt’s nicht so richtig mit der Produktivität? Kein Grund zur Sorge, euch fehlt sicher nur die entscheidende Zauberzutat: Motivation! Wertvoll wie blankes Gold und auf keinem Basar der Welt zu kaufen. Für euch hab ich den rätselhaften Treibstoff mal etwas genauer unter die Lupe genommen: Woher kommt Motivation und was macht sie mit uns? Kommt mit, volle Fahrt voraus!

Was ist Motivation genau?

Vom morgendlichen Aufstehen über die Bewältigung unserer täglichen Aufgaben im Job bis hin zum Putz der heimischen Kombüse: Fast alles, was wir anpacken, erfordert ein gewisses Maß an Motivation. Fast! Denn natürlich erledigen wir manche Dinge im Normalfall, ohne dass dafür ein zusätzlicher Anreiz notwendig wäre. Wir essen, wenn der Magen knurrt, besuchen bei steigendem Blasendruck die Örtlichkeiten und schlafen und atmen von ganz allein. Diese Grundbedürfnisse kriegen wir also auch ganz gut instinktiv in den Griff, schließlich sichern wir mit entsprechendem Handeln unser Überleben. Bei allem anderen fällt das Aufraffen hingegen manchmal schwer. Gerade wenn wir abgekämpft und gestresst sind, möchten wir von allen Anforderungen des Tages verschont und einfach mal im Bett bleiben. Und trotzdem tun wir es in der Regel nicht. Weil eine Stimme in unserem Kopf sagt, dass es falsch wäre und sich die Überwindung am Ende schon auszahlen wird.

Woher nehmen wir die Motivation?

Und diese Stimme kann viele Absender haben. Die Vernunft, das Gewissen, Vorfreude, Scham und Co. – sie alle haben eigene Argumente, die uns auf die eine oder andere Art anspornen können. Weil wir mit der Arbeit das Geld verdienen, von dem wir leben. Weil wir uns davon zum Beispiel das schicke Boot kaufen können, das wir immer wollten. Oder weil es nur noch zwei Wochen sind, bis wir endlich in die Südsee schippern. Da heißt es dann, die Tage rückwärts zählen und durchhalten. Manchmal befürchten wir auch einfach die Konsequenzen unseres Nicht-Handelns zu sehr. Was wird zum Beispiel unser Wochenendbesuch denken, wenn die Wohnung aussieht wie eine mexikanische Würfelbude? Werden wir gefeuert, wenn wir heute nicht im Büro auftauchen? Und was passiert mit unserem Kind, wenn wir einfach noch drei Stunden weiterschlafen? Uns motiviert also neben dem Ziel vor Augen auch das Wohlergehen – unser eigenes und das anderer Menschen.

Welche Arten von Motivation gibt es?

Dabei kennen wir im Grunde nur zwei Zustände – motiviert und unmotiviert. Die Wissenschaftler haben da aber wieder mal ein bisschen mehr in petto. Sie unterscheiden nämlich die intrinsische von der extrinsischen Motivation. Entscheidend ist, ob der Antrieb aus einem selbst heraus oder von außen kommt. Ein kleines Beispiel vom Kutter: Wir lagen in Riga vor Anker und eine Möwe hatte sich in der Takelage verheddert. Doch an Bord waren nur wir mächtigen Kerle, darum fragten wir einen kleinen Jungen im Hafen, ob er für zehn Taler raufklettern und den Vogel befreien würde. Der Lütte machte große Augen, legte sofort los und hatte auch noch sichtlich Spaß bei seinem Abenteuer. In dieser Geschichte ist das Geld die extrinsische Motivation. Es dient als Belohnung und ist damit ein ganz klassischer Anreiz von außen. In diese Kategorie fallen aber ebenso die oben beschriebenen Verpflichtungen – wer muss, der macht meist auch. Intrinsisch motiviert ist hingegen jemand, der etwas vor allem deshalb macht, weil er es gern tut oder unbedingt ausprobieren möchte. Wie der kleine Junge in meiner Anekdote, dem die aufregende Kletterpartie eine ungemeine Freude bereitete. Diese zwei Motivationsformen lassen sich wiederum in verschiedene Typen auseinanderklamüsern, aber das führt hier doch ein bisschen zu tief in die Materie. Viel interessanter ist doch die Frage, wie Motivation sich im Kopf eigentlich genau bemerkbar macht.

Wie wirkt Motivation auf unseren Körper?

Im Grunde haben wir gar keine Lust, dann kommt die Motivation um die Ecke, legt einen Schalter um und zack – wir tun es trotzdem. Schon irre, oder? Das ist jedoch nicht gleich eine Gehirnwäsche, sondern ganz einfach Neurobiologie. Na gut, so einfach nun auch wieder nicht: Es gilt mittlerweile als erwiesen, dass sich in unserem Mittelhirn ein Motivationssystem befindet. Es ist über etliche Nerven im Kopf vernetzt und besonders an das Emotionszentrum gekoppelt. Dort wiederum entscheidet sich, ob der Nutzen einer Handlung den mit ihr verbundenen Aufwand rechtfertigt. Steht also beispielsweise ein finanzieller oder sozialer Zugewinn in Aussicht, schüttet das Motivationssystem die körpereigenen Botenstoffe Dopamin, Oxytozin und endogene Opioide aus. Das kleine Wundermittel Dopamin macht uns dabei auf einen Schlag leistungsbereit, konzentriert und zuversichtlich. Das Oxytozin sorgt für Vertrauen und begünstigt zwischenmenschliche Bindungen. Die endogenen Opioide letztlich signalisieren dem Emotionszentrum ein rundum gutes Gefühl. Durch diese kleinen Motivationshelfer werden wir also wirklich aktiv – hättet ihr’s gewusst?


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