26.04.2016 · smart steuern ·

Startups und Gründer: Kapital für die Unternehmensgründung

Als Gründer oder Angestellter mit Plänen für eine nebenberufliche Selbstständigkeit stehen Sie vor der Aufgabe, anhand einer Kapitalbedarfsplanung zu ermitteln, wie viel Sie überhaupt investieren müssen, um erfolgreich loslegen zu können.

Sie haben einen Businessplan erstellt? Dann haben Sie die wichtigsten Punkte für die Finanzierung Ihrer Unternehmensgründung vermutlich schon notiert und ausgearbeitet:

  • Gründungskosten bzw. der finanzielle Aufwand, der schon vor der eigentlichen Geschäftsgründung für Beratung, Notarkosten, Kosten für Genehmigungen, Anmeldegebühren und so weiter entsteht
  • Investitionen in die Gründungsphase für Räumlichkeiten, Einrichtung und Ausstattung, Transportmittel und Co, aber auch die Website und Geschäftsausstattung
  • Kosten für den Lebensunterhalt inklusive Vorsorge und Rücklagen sowie bei Einnahmen der Puffer für die Steuerrücklage
  • Finanzierung oder Fremdfinanzierung des Kapitalbedarfs, wenn ein Darlehen es ausgleicht, falls die eigenen Mittel nicht ausreichen

Je genauer Sie planen, desto zuverlässiger der Finanzierungsrahmen und desto früher erkennen Sie, wenn Sie auf Fremdfinanzierungen angewiesen sind: Im Idealfall rechtzeitig genug, um sich nach einer Förderung umzusehen (und nicht nach einem Kredit), weil Fördermittel in der Regel nur vor der Gründung oder in der allerersten Startphase überhaupt beantragt werden können.

Ein Puffer für unvorhergesehene finanzielle Aufwendungen und Durststrecken gehört ebenfalls fest in die Kapitalbedarfsplanung. Gehen Sie davon aus, dass Sie über Rücklagen verfügen sollten, mit denen Sie über mindestens drei Monate ohne Einnahmen kommen – ein „worst case“, den so einige Jungunternehmer bei mangelhafter Planung, aber auch bei unerwarteten Bewegungen auf dem Zielmarkt erleben müssen.

Investitionen in der Startphase der Unternehmensgründung

Um herauszufinden, wie viel Geld Sie für den Start in die Selbstständigkeit benötigen, sollten Sie zuerst das erforderliche Anlagevermögen in Angriff nehmen und auflisten, welche Anschaffungen anfallen.

Welche finanziellen Mittel benötigen Sie kurzfristig, welche mittel- und langfristig? Wie hoch sollten Reserven sein, und welche Kosten müssen gedeckt werden, bis die ersten Umsätze kommen?

Die laufenden betrieblichen Aufwendungen, wie die Kosten für Mitarbeiter, Administration und Vertrieb sowie Waren, die durch Einnahmen gedeckt werden sollen, wenn das Business erst läuft. Diese müssen zunächst vorfinanziert und daher in der Planung berücksichtigt werden.

Die Checkliste „Finanzierung der Gründung und der betrieblichen Anlaufphase“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt Sie dabei, keinen wichtigen Punkt zu vergessen.

Das BMWI empfiehlt außerdem, anfangs auf Leasing oder günstige Dienstleister statt auf eigenes Personal zu setzen und bei Büroeinrichtungen, Geräte, Anlagen, Maschinen zu sparen, denn diese kosten mitunter nur ein Viertel des Neuwerts, wenn sie gebraucht gekauft werden – doch ist eine ärmlich wirkende Ausstattung auch keine Lösung und selbst das Sparen will daher gut geplant werden.

Sicherung des Lebensunterhaltes und Kapitalbedarf

Grundlage für das monatliche Gehalt, das Sie sich als selbstständiger Unternehmer selbst zahlen, sind Ihre sämtlichen privaten Ausgaben. Hier sollten Sie nicht zu knapp rechnen, denn auch unerwartete Reparaturen, Krankheitsfälle und andere Zwischenfälle müssen mit abgepuffert werden können.

Achtung: Wenn Sie auf Fördermittel oder Kredite zurückgreifen müssen, um Ihr geschäftliches Vorhaben zu verwirklichen, müssen Sie auch die monatlichen Kosten für Zinsen und Tilgung mit in Ihre Kapitalbedarfsplanung aufnehmen.

Wichtig ist anschließend der regelmäßige aktuelle Überblick über Ihre eigene Finanzsituation inklusive aller Außenstände und anstehenden Kosten. Behalten Sie unbedingt nicht nur in der Gründungsphase, sondern durchgehend Ihre eigene Liquidität im Blick, um gegebenenfalls durch eine Entnahme aus den Rücklagen oder eine Fremdfinanzierung nachhelfen zu können.

Stefan Heine Geschrieben von:

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Marko Huemer sagt:

    Hallo Stefan!
    Du hast hier eine super Auflistung von Dingen, die wichtig für die Finanzierung eines Unternehmens sind. Je nach Dienstleistung/Produkt ist es auch noch wichtig die Produktionskosten zu beachten und in welchen Markt man sich befindet. Hier sollte man sich unbedingt mit Positionierung befassen. Denn ist befindet man sich in einem neuem Markt, kann dies Unmengen an nötigem Marketing-Budget heißen.

    LG Marko

  • Hey, ich habe mich vor einem Jahr selbst erfolgreich selbstständig gemacht. Kann dazu das Buch: Das Taschenbuch für Gründer nur empfehlen, dies ist zur Zeit hier kostenlos erhältlich https://short1.link/9ByQZg


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