16.06.2020 · smart leben ·

Sparen in der Krise – unser 4-Punkte-Plan

Für jeden hat sich das tägliche Leben in den letzten Wochen erheblich verändert. Doch nicht alle sind auch finanziell betroffen. Zum Glück kann der größte Teil (fast) normal weiter arbeiten und Geld verdienen. Vielleicht nehmen Sie die Corona-Krise als Anlass, mal wieder über Geld nachzudenken? Zuerst geht es kurz um Geldanlagen, danach gibt es unseren 4-Punkt-Plan, um ein Polster für finanzielle Notfälle anlegen zu können.

Die Kurse sind gefallen…

Kommen wir zuerst zu den Geldanlagen. Wir sind keine studierten Börsenexperten – und können Ihnen deshalb auch nicht sagen, kaufen Sie hier, verkaufen Sie da. Zumal die Experten ja auch schon öfter daneben gelegen haben.
Sie müssen sich die Frage stellen, wofür Ihr Investment steht. Wer zum Beispiel einen Fondssparplan hat, ganz egal, ob klassisch oder etwa in ETFs – der hat damit meist ein langfristiges Ziel. Oft zusätzliches Geld für den Ruhestand. In diesem Fall können Sie die Krise einfach aussitzen. Lassen Sie sich nicht irre machen von aktuell gefallenen Kursen. Die werden sich erstens wieder erholen. Und zweitens bekommen Sie gerade jeden Monat mehr Anteile als noch vor ein paar Wochen für das gleiche Geld. Unser Kollege Oliver hat sich dazu in seinem Blog auch Gedanken gemacht. Kurz gesagt: Er bleibt einfach bei seiner Strategie, „passiv und prognosefrei“. Will sagen, er ändert sein Anlageverhalten nicht und richtet es vor allem nicht an äußeren Einflüssen aus. Wenn Sie das genauer wissen wollen, schauen Sie mal in seinen Artikel

Geld sparen im Alltag

Nun zum Alltag, sozusagen. Wir kennen fast alle den Spruch „Warum ist am Ende des Gelds noch so viel Monat übrig?“. Der hat zwar ein Augenzwinkern, aber bringt die Sache auf den Punkt. Wir haben oft nicht ausreichend unter Kontrolle, was wir wofür ausgeben. Und dann noch Geld für eine Rücklage zu bilden, ist schon mal gar nicht drin. Aber das muss nicht für immer so weiter gehen. Gerade jetzt haben doch so einige von uns zwar den gleichen Lohn – aber weniger Chancen zum Geld ausgeben. 

Vielleicht hilft Ihnen dann ja unser 4-Punkte-Plan weiter. 

Punkt 1: Überblick

Kontrollieren Sie zuerst die regelmäßigen, großen Ausgaben. Gibt es welche, die nicht mehr unbedingt sein müssen? Zum Beispiel Versicherungen, die Sie nicht mehr brauchen, die Mitgliedschaft im Fitnessclub oder das Zeitschriften-Abo? Was ist mit dem Stromanbieter, das geht doch bestimmt günstiger? Stellen Sie alles auf den Prüfstand. 

Punkt 2: Kontrolle 

Hier hilft nur eins: das gute alte Haushaltsbuch. Keine Angst, Sie müssen heutzutage nicht mehr richtig Buch führen. Denn es geht auch am Computer in einer Tabelle, mit Software und – besonders zu empfehlen – mit einer App auf dem Smartphone. Tragen Sie jetzt zuerst die eben erwähnten regelmäßigen Ausgaben ein. Und natürlich Ihre Einnahmen. Fangen Sie jetzt an, jede Ausgabe einzutragen. Das wird zu Beginn schwierig und ungewohnt sein, aber nach ein paar Tagen wird es fast von allein gehen. Sie werden schnell sehen, wofür Sie tatsächlich Geld ausgeben und können nun aktiv werden.

Punkt 3: Gegensteuern

Steht da bei Ihnen fast jeden Tag ein Coffee to go für 3 Euro im Haushaltsbuch? Und auch noch ein belegtes Brötchen vom Bäcker für 2,80 Euro? Dann steuern Sie jetzt um. Machen Sie Kaffee und Brötchen einfach am Morgen selbst und nehmen Sie dieses Frühstück mit.
Oder gehen Sie oft in den Supermarkt? Und der Kühlschrank ist übervoll und am Ende müssen Sie viel wegschmeißen? Umsteuern heißt hier: Machen Sie sich immer eine Einkaufsliste. Gehen Sie ein oder höchstens zweimal die Woche einkaufen. Und dokumentieren Sie, welche Lebensmittel Sie ungenutzt wegwerfen. Auch dadurch werden Ihre Ausgaben sinken. Prinzipiell sollten Sie einfach im Haushaltsbuch schauen, wo sie „Schwachstellen“ entdecken – und umdenken.

Punkt 4: Geld beiseite legen

Das Ziel war ja, ein finanzielles Polster für Notlagen oder größere Ausgaben wie Urlaub aufzubauen. Und dazu kommen wir jetzt. Sie leben jetzt zwar schon sparsamer, doch das verleitet dann doch wieder dazu, an anderer Stelle (unnötig) Geld auszugeben, getreu dem Motto „Ich hab’s ja.“
Um genau das zu verhindern, gibt es zum Beispiel die Idee „Bezahle dich zuerst selbst“. Sie richten sich einen Dauerauftrag ein, der unmittelbar nach Ihrem Gehaltseingang einen festen Sparbetrag auf ein Sparkonto überweist. Als Faustregel gilt: 10 Prozent Ihres Einkommens sollten so auf das andere Konto wandern. Wenn das anfangs zu viel erscheint, fangen Sie einfach mit 5 Prozent an und steigern Sie später.
Eine andere oder zusätzliche Möglichkeit ist es, einfach jeden Tag das Kleingeld in ein Sparschwein zu tun – und es dann am Monatsende auf das Sparkonto einzuzahlen. Um den Effekt zu erhöhen, packen Sie einfach auch die 5-Euro-Scheine mit rein. Oder machen Sie doch einfach Ihre Steuererklärung und legen die erhaltene Erstattung beiseite, auch daraus kann sich ein nettes Sümmchen ergeben.

Was bedeutet das konkret für mich?
Wer sich ein finanzielles Polster aufbauen will, sollte sich zuerst einen Überblick seiner Finanzen verschaffen, seine Ausgaben kontrollieren, Schwachstellen verändern und schließlich das zusätzliche Geld vom Alltag „trennen“ – also regelmäßig beiseite legen. Klingt einfach. Erfordert aber etwas Konsequenz.

Geschrieben von:
Mandy Pank Mandy ist im Marketing tätig und immer darauf bedacht steuerliche Themen so einfach wie möglich aufzubereiten. Dabei hilft ihr natürlich auch ihr Hintergrund als Steuerfachangestellte. Sie versetzt sich gerne in die Lage der Kunden, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Doch auch für ihre Kollegen hat sie immer ein offenes Ohr und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
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