16.11.2021 · smart leben ·

Sparen wie die Großen – Geldanlagen für (Ihre) Kinder

Es hat in den meisten Familien Tradition: Nach der Geburt eines Kindes wird für dessen Zukunft Geld angelegt. Damit später der Start ins Erwachsenenleben finanziell abgesichert ist. Doch was ist heute noch empfehlenswert, wo das Sparbuch mehr oder weniger Geschichte ist? Wir sagen Ihnen, was gute Ideen sind – und was Sie unbedingt vermeiden sollten. Und mit wie viel Geld Sie rechnen können.

Die gute alte Zeit 

Früher war das alles viel einfacher: Die Familie inklusive der Großeltern packte Geld auf ein Sparbuch. Sagen wir mal 10.000 Mark – das war also deutlich vor 2000. Bei 5 % Zinsen im Jahr standen da nach 18 Jahren stolze 24.000 Mark. Also 2,4 Mal so viel wie am Anfang eingezahlt. Solche Renditen sind heutzutage mit klassischem Sparen nicht mehr drin. Aber wir wollen das Sparen nicht gleich völlig verteufeln.

Geld fest anlegen – bombensicher aber wenig Gewinn

Es gibt immerhin noch Geldinstitute, wo Sie wenigstens ein bisschen Zinsen bekommen. Sie müssen das Geld aber für fünf oder besser zehn Jahre fest anlegen. Nehmen wir wieder das Beispiel von oben, dieses Mal aber mit Euro…
Es sind am Start also 10.000 €. Sie legen das Geld für zehn Jahre fest an, der Zinssatz beträgt 0,8 %. Dann sind es nach zehn Jahren immerhin rund 10.830 €. Vielleicht sind danach sogar höhere Zinsen von 1,2 % drin, ewig kann das mit den Niedrigzinsen ja auch nicht weiter gehen.
Sie könnten dem Nachwuchs dann immerhin knapp 12.000 € zum 18. Geburtstag schenken. 

Es sind aber nur 1,2 Mal so viel wie eingezahlt. Aber: Die Zinsen mögen gering sein, Sie können das Geld immerhin nicht verlieren oder Minus machen. Geht zum Beispiel die Bank pleite, sind bis zu 100.000 € immer sicher. 

Fonds – mehr Rendite möglich, aber…

Ganz klar, wenn Sie auf einen Fonds setzen, sind höhere Gewinne möglich. Und Sie brauchen auch kein hohes Startkapital. Denn Sie zahlen jeden Monat einen überschaubaren Betrag ein. Aber es gilt hier wirklich einiges zu beachten, bevor Sie einen Fonds-Sparplan aufsetzen:

  • Banken bieten unter dem Stichwort „Zukunftsvorsorge für Kinder“ oft Dinge an, die Sie und vor allem Ihr Kind nicht wirklich brauchen. Da gibt es schnell noch eine Versicherung oder mehrere Versicherungen in einem Paket. Mal ganz davon abgesehen, dass Sie die Versicherungen nicht brauchen, mindert das vor allem die Rendite.
  • Über viele Jahre verkauften die Banken erfolgreich Fonds. Die hatten wohlklingende Namen und wurden „aktiv betreut“. Da kümmerten sich also Finanzexperten darum. Immer in der Hoffnung, die Rendite durch Umschichtungen möglichst hoch zu bekommen. Das hatte aber seinen Preis. Oft gingen schon 5 % und mehr von Ihrer monatlichen Einzahlung als Gebühren drauf – was ebenfalls die Rendite erheblich schmälerte.

Das geht auch günstiger

Wir lassen jetzt ganz schnell die Katze aus dem Sack: Die Rede ist von sogenannten ETF. Das ist die Abkürzung für „Exchange Traded Fund” – auf Deutsch börsengehandelter Indexfonds. ETF sind also auch Fonds, doch die brauchen keine bezahlten Manager mehr, deren Kosten die Rendite schmälern. Sie bilden zum Beispiel den DAX ab oder viele andere Börsenindices mit hunderten (und manchmal sogar tausenden) Unternehmen.
Experten empfehlen für eine möglichst risikoarme Anlage – wie für Ihr Kind – einen möglichst breit gestreuten Aktienindex. Das leuchtet ein, denn je mehr Aktien, desto weniger fallen einzelne Verluste ins Gewicht.

Aber ist das sicher? Mache ich genug Gewinn damit?

Nun, wer bei Aktien und vor allem Fonds einen langen Atem hat, gewinnt eigentlich immer. Und ohne die Leistungen von Fondsmanagern schmälern zu wollen: ETF schneiden kaum schlechter ab als „betreute“ Fonds – die Kosten sind aber deutlich geringer.

Und nun zur Gretchenfrage: Wie sieht es mit der Rendite aus? Anders als beim klassischen Sparen lässt sich das nicht vorab bestimmen. Die Stiftung Warentest hat sich das mal genauer angeschaut. Das Ergebnis: Die durchschnittliche Rendite bei ETF betrug in der Vergangenheit 7,8 % im Jahr. Wer also mit der Geburt jeden Monat 50 € anlegt, hat zum 18. Geburtstag des Kindes rund 23.000 € zusammen! (Die eingezahlten Beträge wären insgesamt 10.800 €.)
Im historisch gesehen besten Verlauf wurden aus dieser Einzahlsumme sogar 50.000 €. Im schlechtesten Verlauf aber nur 10.000 € – was weniger wäre als das eingezahlte Geld. Bei letzterem Ausgang sollten Sie überlegen, das Geld einfach noch länger liegen zu lassen – die nächste Erholung an den Aktienmärkten kommt bestimmt. 

Was bedeutet das konkret für mich?
Die beste Rendite bei relativ geringem Risiko erzielen Sie für Ihr Kind mit einem ETF-Sparplan. Lassen Sie sich von Ihrer  Bank nicht in andere Anlageformen oder gar Kombipakete inklusive Versicherungen reinquatschen. Informieren Sie sich, bevor Sie anfangen. Gute Tipps gibt es beispielsweise von Finanztip oder Finanzfluss. Es lohnt sich!

Geschrieben von:
Mandy Pank Mandy ist im Marketing tätig und immer darauf bedacht steuerliche Themen so einfach wie möglich aufzubereiten. Dabei hilft ihr natürlich auch ihr Hintergrund als Steuerfachangestellte. Sie versetzt sich gerne in die Lage der Kunden, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Doch auch für ihre Kollegen hat sie immer ein offenes Ohr und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
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