21.12.2021 · smart steuern ·

Steuererklärung: Die Gewinner und Verlierer des Jahres

Ja, nun ist es tatsächlich so weit: Der allerletzte Blogbeitrag von smartsteuer im Jahr 2021. Und was läge da näher, als steuerlich einen Blick zurück auf das abgelaufene Jahr zu werfen. Um es genauer zu sagen: Wir haben geschaut, welche Finanzämter im Jahr 2021 besonders schnell oder langsam waren und wo es die größten und kleinsten Erstattungen gab. Zudem verraten wir Ihnen, welchen Einfluss die Kurzarbeit tatsächlich auf die Steuern hatte und bringen einige weitere, zum Teil  überraschende Zahlen. 

Woher will smartsteuer das alles wissen?

Das ist eine gute und berechtigte Frage. Denn die Finanzämter selbst bringen diese Zahlen selten bis nie in die Öffentlichkeit. Aber: Als Anbieter einer Online-Steuererklärung werden mit uns Jahr für Jahr Hunderttausende Steuererklärungen abgegeben. Und diese haben wir – natürlich absolut anonymisiert – statistisch ausgewertet. Wenn wir also gleich vom schnellsten Finanzamt Deutschlands sprechen, dann müsste es eigentlich heißen: Das schnellste Finanzamt für smartsteuer-Kunden. Nun aber schnell zu den Ergebnissen.

Die schnellsten und langsamsten Finanzämter Deutschlands

Ausgerechnet ist ein Wort, das in meinen Augen zu oft verwendet wird. Zum Beispiel, wenn ein Fußballspieler ein Tor gegen den Verein schießt, für den er vor sieben Jahren mal gespielt hat. Aber bei unseren Top-3-Finanzämtern sind – ausgerechnet – zwei aus der Hauptstadt Berlin vertreten. Also aus der Stadt, über die gern gesagt wird, dass da nichts funktioniert. Immerhin geht es bei der Steuer sehr schnell.

Die drei schnellsten Finanzämter sind:

  • Platz 1: Berlin Tempelhof mit 23 Tagen Bearbeitungszeit im Schnitt,
  • Platz 2: Viersen (Nordrhein-Westfalen) mit 26 Tagen,
  • Platz 3: Berlin Treptow-Köpenick mit 27 Tagen.

Wo Licht ist, gibt es natürlich auch Schatten. Die langsamsten Finanzämter sind:

  • Platz 1: Neubrandenburg RIA (Rentenempfänger im Ausland) mit 56 Tagen,
  • Platz 2: Genthin (Sachsen-Anhalt) mit 52 Tagen,
  • Platz 3: Lahr (Baden-Württemberg) mit 44 Tagen.

Eins muss man an dieser Stelle auch mal klar sagen: Diese drei Finanzämter sind zwar langsam, aber immer noch deutlich schneller als die drei langsamsten vom Vorjahr. Die brauchten alle deutlich mehr als 70 Tage.

Wo gibt es das meiste Geld zurück vom Staat – und wo das wenigste?

Zur Sicherheit schreibe ich es mal dazu: All diese Zahlen sind immer Durchschnittswerte. Es kann Ihnen also auch passieren, dass Sie in Berlin Tempelhof 70 Tage auf den Steuerbescheid warten müssen – um ein Beispiel zu nennen. Das gleiche gilt für die folgenden Finanzämter, wo es besonders viel oder besonders wenig Geld zurückgibt vom Staat. Es handelt sich um Durchschnittswerte.

Die größten Steuererstattungen gibt es hier:

  • Platz 1: Homburg – Außenstelle St. Ingbert (Saarland) 1.377 €
  • Platz 2: Tauberbischofsheim – Außenstelle Bad Mergentheim (Baden-Württemberg) 1.159 €
  • Platz 3: Worms-Kirchheimbolanden (Rheinland-Pfalz) 1.151 €

Es folgen danach übrigens zwei Finanzämter aus der Finanzmetropole Frankfurt am Main.

Das wenigste Geld bekommen Steuerzahler hier zurück vom Staat:

  • Platz 1: Gunzenhausen (Bayern) 215 €
  • Platz 2: Lichtenfels (Bayern) 275 €
  • Platz 3: Biberach – Außenstelle Riedlingen (Baden-Württemberg) 298 €

Was fällt dabei auf? Nun, die letzten drei Zahlen liegen deutlich niedriger als im letzten Jahr. Das dürfte mit Corona zu tun haben – und damit auch mit dem Faktor Kurzarbeit. Und dazu kommen wir jetzt detaillierter…

Kurzarbeit – immer Steuernachzahlung?    

Ja, es war erstmal ein Ärgernis für viele im Jahr 2020. Erst für längere Zeit auf Kurzarbeit – und dann deshalb auch noch eine Steuererklärung machen müssen. Und oft hieß es in der Öffentlichkeit, dass dann alle auch noch Steuern nachzahlen müssten. Das haben wir von smartsteuer immer bestritten – und unsere Zahlen geben uns jetzt recht: Rund jede dritte mit smartsteuer abgegebene Steuererklärung beinhaltete Kurzarbeitergeld. Davon gab es in knapp 85 % der Fälle eine Steuererstattung – nur 15 % mussten dann leider doch eine Nachzahlung leisten.
Zum Vergleich: In den Fällen ohne Kurzarbeit mussten lediglich 5 % Steuern nachzahlen.

Drei weitere interessante Fakten

Wenn Ihnen der Kopf noch nicht zu sehr raucht, hier noch abschließend ganz kurz drei Informationen:

  • In Hamburg und Berlin werden pro Kopf deutlich mehr Steuererklärungen mit smartsteuer abgegeben als in den anderen Bundesländern – und sogar mehr als doppelt so viele wie im Saarland.
  • Wer seine Steuererklärung schon im Februar abgibt, wartet überdurchschnittlich lang, bis der Steuerbescheid kommt. Die Ursache dafür dürfte sein, dass erst im März alle Zahlen bei den Finanzämtern sind. ABER: Je eher Sie Ihre Steuer erledigen, desto eher wird sie beim Finanzamt natürlich auch bearbeitet. So gehen Sie sicher, dass Ihr Geld noch vorm Sommerurlaub auf Ihrem Konto ist. Zudem fühlt es sich einfach gut an, diese unbeliebte Aufgabe schon frühzeitig von der To-do-Liste streichen zu können.
  • Die meisten Abgaben hatten wir bei smartsteuer im Monat Oktober – Fristende für alle Pflichtabgeber. Viele schieben die Steuer also bis zuletzt vor sich hin. Vielleicht nehmen Sie sich diesen Punkt fürs neue Jahr zu Herzen und fassen den guten Vorsatz, die nächste Steuer schon etwas früher zu erledigen. Im Umkehrschluss können Sie sich dann auch frühzeitig über Ihre Erstattung freuen.   

Nun aber Schluss mit den vielen Zahlen, Daten und Fakten.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Fest und einen guten Rutsch. Genießen Sie die Feiertage! Wir sehen uns hoffentlich im nächsten Jahr hier wieder im Blog von smartsteuer. 

Geschrieben von:
Mandy Pank Mandy ist im Marketing tätig und immer darauf bedacht steuerliche Themen so einfach wie möglich aufzubereiten. Dabei hilft ihr natürlich auch ihr Hintergrund als Steuerfachangestellte. Sie versetzt sich gerne in die Lage der Kunden, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Doch auch für ihre Kollegen hat sie immer ein offenes Ohr und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Eugenia Suthaharan sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    mein mann ist dieses Jahr verstorben. Wie mache ich die Steuererklärung über Smartsteuer? Gibt es ein Bericht zum Nachlesen?

  • Katrin Lengtat Katrin Lengtat sagt:

    Guten Tag Frau Suthaharan,

    Sie können in der Steuererklärung den Tod des Ehepartners angeben und Sie werden durch Interview geleitet. Bei Fragen können Sie sich gern an unseren Support wenden.

    Mit freunlichen Grüßen


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