25.08.2022 · smart arbeiten · smart steuern ·
Lesezeit: 3 Min.

Tipps für Selbstständige: Von der steuerfreien Förderung bis zum Fördermittelfinder

Sei es die Gasumlage, Corona oder die Inflation – Solo-Selbstständige, Start-ups und kleine Gewerbe sind oft besonders betroffen von schwierigen wirtschaftlichen Zeiten. Schon Anfang August hat deshalb Bundesfinanzminister Lindner ein neues Entlastungspaket versprochen. Dabei sollen vor allem auch Geringverdienerinnen und -verdiener, Menschen im Ruhestand und Selbstständige profitieren. Und die können die Unterstützung wirklich gebrauchen. So weit, so gut. Aber leider wird schon jetzt Kritik laut an der Wirksamkeit des Pakets. Vor allem: Viele Selbstständige brauchen mehr Unterstützung, als durch das „Inflationsausgleichsgesetz“ vielleicht möglich ist. Dabei ist Deutschland in Sachen Förderung für Start-ups und Selbstständige im europäischen Vergleich gar nicht so schlecht aufgestellt. Doch welche Förderungen für Selbstständige gibt es eigentlich?

Licht im Förderungsdschungel für Selbstständige

Eigentlich ist die Liste an Förderung für Selbstständige, Freiberufler und Gründende gar nicht so kurz. Aber so schön das auch klingt: Genau aufgrund der Menge an Angeboten sehen viele den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dabei lassen sich die Förderungen grob in wenige Kategorien aufteilen. Übrigens: Auch Beratungsstellen für Gründende und Selbstständige haben meistens einen guten Überblick über Förderungsmöglichkeiten. Sie können direkt die richtigen Anträge empfehlen – und helfen auch beim Bearbeiten.

Gibt es bei der Förderung immer einen finanziellen Zuschuss?

Tatsächlich gibt es viele verschiedene Programme – sowohl vom Bund als auch von den Ländern. Dabei hat jedes Bundesland andere Fördermittel für die Selbstständigkeit. Darunter befinden sich neben den geförderten Krediten auch Gutscheine für Gründungsberatungen, Weiterbildungen, Bürgschaften oder allgemeine Geschäftsmittel. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen. Denn oft werden die Mittel gar nicht voll ausgeschöpft. Dabei lässt sich durch diese Angebote auch ein langfristiges Wachstum garantieren.

Wann können Selbstständige Fördermittel beantragen?

Wenn Sie – wie so viele – glauben, dass die Förderung von selbstständiger Arbeit als Einzelperson, Gewerbe oder GmbH nur direkt vor der Gründung möglich ist, dann habe ich tolle Neuigkeiten für Sie! Denn tatsächlich gibt es einige Fördermittel, die erst nach ein paar Jahren oder sogar speziell in einer Krise greifen. Auch für den kurzfristigen Wachstumsschub oder eine Firmennachfolge sind Zuschüsse möglich. Selbst eine Förderung für die Selbstständigkeit als Nebenberuf gibt es.

Viel wichtiger ist da wohl der Unterschied zwischen Fördermitteln, die zurückgezahlt werden müssen und denen, die komplett in der eigenen Tasche bleiben dürfen. Auch das Arbeitsamt hilft beim Weg zur Selbstständigkeit, hätten Sie’s gewusst? Ich denke da besonders an den Gründungszuschuss. Aber auch das „Einstiegsgeld“ oder „Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheine (AVGS)“ sind für Selbstständige gedacht.

Oft hilft: ein guter, erster Überblick zu bestehenden Förderungen für die eigene Unternehmensform. Verschiedene Anbieter – wie z.B. LEXROCKET – haben sich allein auf die Suche nach den passenden Fördermitteln spezialisiert. Auch die Förderdatenbank des Bundes ist eine gute Anlaufstelle.

Selbstständige und Steuern: Gilt eine Förderung als Einkommen?

Einige Fördermittel müssen Sie nicht als Einkommen angeben. Darunter fällt auch der Gründungszuschuss vom Arbeitsamt. Der ist nämlich völlig steuerfrei und erhöht auch nicht den Steuersatz auf das reguläre Einkommen. Denn genau das gilt es für Selbstständige immer zu beachten. Gleichzeitig können aber die Zinsen auf einen Kredit sogar von der Steuer abgesetzt werden. Wer sich jetzt denkt, Mensch, da nehme ich einfach einen Kredit über meine Firma auf und kann den dann absetzen, hat aber schlechte Karten. Denn tatsächlich geht das nur, wenn das Geld ausschließlich für Firmenausgaben drauf geht. Und da lässt sich das Finanzamt nicht lumpen: Das müssen Sie dann natürlich anhand von Belegen nachweisen.

Was bedeutet das konkret für mich?

Die Förderung von Freien Berufen, kleinen und mittleren Unternehmen oder auch Solo-Selbstständigen und Gewerben ist in Deutschland generell besser, als man vielleicht zuerst annehmen möchte. Besonders für Start-ups mit technischem Fokus wie Medien, Robotik, Life Sciences oder Energieeffizienz. Generell sollten alle Selbstständigen aber besonderen Fokus auf die Buchhaltung und auf die korrekte Steuererklärung legen. So haben Sie die Finanzen gut im Blick – und können rechtzeitig Förderung beantragen, sollte das nötig sein. Mit Tools wie der Steuererklärung von smartsteuer sind Sie dafür bestens gerüstet.

Übrigens: Trotz vieler Fördermöglichkeiten ist der Sprung hin zum florierenden Unternehmen in Deutschland immer noch ziemlich groß. Das hat auch der Bundesfinanzminister erkannt. Mit dem neuen „Zukunftsfinanzierungsgesetz“ soll deshalb auch besonders für Start-ups der Zugang zum Kapitalmarkt erleichtert werden. Das bestehende Regelwerk dazu wird überarbeitet. Klingt gut? Bisher tönt hier leider noch Zukunftsmusik.

Geschrieben von:
Mandy Pank Mandy ist im Marketing tätig und immer darauf bedacht steuerliche Themen so einfach wie möglich aufzubereiten. Dabei hilft ihr natürlich auch ihr Hintergrund als Steuerfachangestellte. Sie versetzt sich gerne in die Lage der Kunden, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Doch auch für ihre Kollegen hat sie immer ein offenes Ohr und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
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