16.09.2014 · smart steuern ·

Kaffee oder Tee? Was alles versteuert wird (Serie, Teil 2)

In Teil 1 dieser Serie konnten Sie lesen, was Steuern eigentlich sind. Nun geht es darum, was alles versteuert wird. Klar, fast jeder hat schon mal von Umsatz-, Lohn- oder Tabaksteuer gehört. Aber glauben Sie mir: Das ist nur der Anfang. Lesen Sie heute alles über die verschiedenen Steuern und warum Kaffee versteuert wird, Tee aber nicht (mehr).

So unterschiedliche Steuern es gibt, so vielfältig sind auch die Versuche der Wissenschaft, die Steuern in Gruppen zu unterteilen. Recht gebräuchlich ist dabei die Aufteilung in Verkehrsteuern (etwa Umsatz-, Versicherungsteuer), Verbrauchsteuern (etwa Energie-, Tabaksteuer) und Besitzsteuern (zum Beispiel Erbschaft-, Einkommensteuer). Man kann aber auch mehr ins Detail gehen…

Von Abgeltung- bis Zwischenerzeugnissteuer

Es ist nicht so, dass man schwer an Informationen zu Steuern rankommt. Dem Internet sei Dank. Bei meinen Recherchen stieß ich schließlich auf eine Broschüre des Bundesfinanzministeriums mit dem griffigen Namen “Steuern von A bis Z” (in der Ausgabe 2013), die hier zum kostenlosen Download als PDF zur Verfügung steht. Was soll ich sagen: Es sind stolze 174 Seiten, sehr informativ, aber eben auch nicht gerade eine Entspannungslektüre. Ich habe mal ein paar interessante Dinge für Sie herausgepickt.

Wie die Zwischenüberschrift schon zeigt, reicht die Spannbreite tatsächlich von A wie Abgeltungsteuer bis Z wie Zwischenerzeugnissteuer und umfasst dabei 40 Steuern. Hinzukommen noch 28 Steuern, die abgeschafft wurden.
Was auffällt: Dem Erfindungsreichtum bei Steuern waren und sind kaum Grenzen gesetzt. Als historische Beispiele sollen eine Speiseeissteuer (bis 1971), Zündwaren- und Spielkartensteuer (beide bis 1981,) sowie die Salzsteuer (bis Ende 1992) genügen.

Flüge, insbesondere Langstreckenflüge, sind seit 2011 wegen der Luftverkehrsteuer deutlich teurer geworden. Mehr als 40 Euro kostet sie, wenn man weiter als 6000 km fliegt. Und aktuell: Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Bettensteuer (offiziell Kulturförderabgabe), die viele Städte von Touristen verlangen, die in der jeweiligen Stadt übernachten?

Die ganze Bandbreite der alkoholische Getränke 

Historisch gewachsen, aber durchaus auch mit einem recht aktuellem Bezug, sind die Steuern rund um alkoholische Getränke. Da gibt es seit 2004 die Alkopopsteuer. Die soll dem Schutz der Jugendlichen dienen, weil sie sich die dadurch deutlich teueren Mischgetränke nicht mehr leisten können sollten. Naja, das sogenannte Flatrate-Saufen wurde damit jedenfalls nicht verhindert.

Die wohl deutscheste und nebenbei auch eine der ältesten Verbrauchsteuern ist natürlich die Biersteuer. Für Schnäpse gibt’s die Branntweinsteuer, für Sekt & Co. die Schaumweinsteuer. Was vom Alkoholgehalt dazwischen liegt (etwa Portwein) unterliegt der Zwischenerzeugnissteuer. Nicht zu vergessen sind die Getränke- (Schankverzehr) und Schankerlaubnissteuer, die Städte und Gemeinde erheben können. Gemein gesagt: Wer Alkohol trinkt, tut immer was für das Gemeinwesen, weil er Extra-Steuern zahlt.

Kaffee ja, Tee nein – und was ist mit Zucker?

Manchmal wird es auch richtig absurd. Auf Kaffee gab es lange Zeit Zollgebühren. 1948 wurde daraus eine Kaffeesteuer. Heutzutage beträgt sie 2,19 Euro je Kilo Röstkaffee und 4,78 Euro je Kilo löslichen Kaffee. Versteuert werden auch kaffeehaltige Produkte, die mindestens 10 Gramm Kaffee auf ein Kilo enthalten.

Die Entwicklung für Tee glich sehr der von Kaffee. Die Teesteuer wurde nach dem 2. Weltkrieg eingeführt, weil es keine Ungleichbehandlung von Kaffee und Tee geben sollte. Okay, gleiches Recht für alle, immerhin. Ende 1992 wurde die Teesteuer dann doch wieder eingestampft, unter anderem um Wettbewerbsverzerrungen in der EU zu vermeiden. Für Kaffee scheint das nicht zuzutreffen, die Steuer gibt es immer noch. Immerhin: Wer seinen Kaffee mit Zucker trinkt, muss keine Zuckersteuer mehr bezahlen. Sie wurde zeitgleich mit der Teesteuer abgeschafft.

Zusammenfassung: Steuern begleiten uns in jeder Lebenslage. Arbeit, Freizeit, Vergnügen (ja, es gibt eine Vergnügungsteuer) und Reisen – bis zum Tod (Erbschaftssteuer).

Was bisher geschah: Geld stinkt nicht. Oder : Was sind eigentlich Steuern? (Serie, Teil 1)

Theresa Voigt Geschrieben von:
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