28.06.2016 · smart steuern ·

Mit einem Ferienjob als Schüler Geld verdienen (Serie, Teil 57)

Der Juni geht zu Ende, und in den ersten Bundesländern haben schon die Sommerferien begonnen. Bei uns in Niedersachsen (ja, smartsteuer sitzt in der wunderschönen Hauptstadt Hannover) sogar schon in der vergangenen Woche. Und während die Ferien für viele Schüler vor allem Erholung und Urlaub bedeuten, nutzen andere die Zeit, um Geld zu verdienen. Für einen Urlaub im nächsten Jahr, für den Traum vom Mofa oder einfach, um in den folgenden Monaten ein bisschen mehr Geld in der Tasche zu haben. Doch dürfen Schüler einfach so arbeiten? Was gilt es zu beachten? Wie sieht es mit Versicherung und Steuern aus? Die Antworten erhalten Sie wie gewohnt leicht verständlich von mir.

Bevor wir gleich zu den Feinheiten kommen, eine schlechte Nachricht vorab. Um den Ferienjob muss sich die Schülerin oder der Schüler selbst kümmern, eventuell ja zusammen mit den Eltern. Ich weiß, dass es regional große Unterschiede bei den Angeboten gibt. Und nicht überall große Firmen in großer Zahl Schüler in den Ferien beschäftigen. Aber wie auch sonst im Leben gilt: Hartnäckigkeit zahlt sich aus.

Richtige Schülerjobs in den Ferien erst ab 15

Die Überschrift gibt die wichtigste Information vorab. Für einen Vollzeit-Ferienjob muss man mindestens 15 Jahre alt sein. Und auch da gibt es noch Unterschiede:

  • Schüler die mindestens 15, aber noch keine 18 Jahre alt sind: Sie dürfen in einem Kalenderjahr maximal vier Wochen arbeiten – über alle Ferien gesehen. Wer also in den Osterferien schon eine Woche gearbeitet hat, darf im Sommer höchstens noch drei Wochen. Dabei sind maximal acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche erlaubt. Wochenendarbeit nur in Ausnahmefällen, Nachtschichten überhaupt nicht, körperlich schwere Arbeit auch nicht.
  • Volljährige Schüler (die also mindestens 18 Jahre alt sind) dürfen maximal zwei Monate am Stück oder höchstens 50 Arbeitstage im Jahr arbeiten. Wichtig: Wer volljährig ist, muss den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde erhalten. Bei Jugendlichen unter 18 ist das nicht so.


Wenn Sie jetzt sagen, Sie hätten mal gehört, dass Kinder schon ab 13 Jahren arbeiten können, dann haben Sie recht. Denn: Diese Kinder dürfen das prinzipiell auch. Allerdings nur unter erheblichen Einschränkungen: So ist ihre tägliche Arbeitszeit auf maximal zwei Stunden (im landwirtschaftlichen Familienbetrieben drei) begrenzt. Nie vor der Schule, sondern immer nur danach und höchstens bis 18 Uhr. Die Eltern müssen auch zustimmen – und die Arbeit muss sehr leicht sein (Zeitungen/Prospekte austragen zum Beispiel).

Sind für Ferienjobs Steuern fällig?

Auf lange Sicht fast immer nicht. Was heißt das, fragen Sie? Nun, prinzipiell müssen eigentlich auch Schüler ihren Arbeitslohn versteuern. Ist der aber geringer als 950 Euro im Monat, fallen einfach mal keine Lohnsteuern an (wie beim „normalen“ Arbeitnehmer auch). Vorausgesetzt, der Schüler hat dem Arbeitgeber mitgeteilt, dass das sein erstes Beschäftigungsverhältnis ist (Steuerklasse I). Der Schüler bekommt in diesem Fall sofort seinen vollen Lohn, ohne Steuerabzüge. Doch auch wenn es mehr als 950 Euro brutto im Monat sind, geht die Welt nicht unter. Denn: Liegt der Bruttoarbeitslohn fürs ganze Jahr unter 11.400 Euro (was wohl fast immer der Fall sein dürfte bei Schülern), lässt sich die vom Lohn einbehaltene Lohnsteuer im nächsten Jahr über die Steuererklärung zurückholen.
Achso, am Anfang sprach ich ja noch von Versicherungen. Das ist schnell erzählt: Alle hier erwähnten Jobs von Schülern sind sozialversicherungsfrei.

Zusammenfassung: Für richtige Ferienjobs müssen Schüler mindestens 15 Jahre alt sein. Falls Lohnsteuer vom Lohn abgezogen wird, lässt sie sich im Folgejahr über die Steuererklärung komplett zurückholen.

Zum vorherigen Teil der Serie: Es bleibt in der Familie – so sparen Sie bei der Vermietung Steuern (Serie, Teil 56)

 

Theresa Voigt Geschrieben von:

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