21.02.2017 · smart steuern ·

Einmal Steuererklärung – dann immer wieder?

Die Liste der Gründe, warum man eine Steuererklärung nicht macht, ist schon verdammt lang. An der Spitze stehen Klassiker wie „Ich kann das eh nicht.“, „Das lohnt sich bei mir bestimmt nicht.“ und „Ich hab es nicht so mit Zahlen.“ Da wollen wir uns jetzt gar nicht groß drüber auslassen, aber natürlich sind das nur Ausflüchte. Jede und jeder kann mit unserer Online-Lösung smartsteuer die Steuererklärung machen und sich damit Geld vom Staat zurück holen.

Es gibt aber auch Gründe, die sich nicht so einfach widerlegen lassen. So kommt immer wieder der Spruch „Wenn ich die Steuererklärung einmal abgegeben habe, muss ich sie dann jedes Jahr machen.“ Ob das stimmt, erfahren Sie in diesem Text.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Nun, wir sollten an dieser Stelle kurz erklären, dass es zwei Gruppen von Steuerzahlern gibt. Das sind einerseits die, die laut Einkommensteuergesetz (EStG) zur Abgabe verpflichtet sind – und die, die es nicht sind. Geregelt ist das in Paragraph 46 des EStG für Angestellte. Selbstständige müssen hingegen immer eine Steuererklärung machen. Verpflichtet zur Abgabe sind zum Beispiel Ehepaare mit den Steuerklassen III und V (Ehegattensplitting), Arbeitnehmer mit Zusatzeinnahmen von mehr als 410 Euro (etwa Mieteinnahmen), wer steuerfreie (!) Lohnersatzleistungen wie Kranken-, Arbeitslosen- oder Elterngeld bezogen hat, wer zeitgleich bei zwei Arbeitgebern beschäftigt war und Rentner, deren steuerpflichtiger Anteil ihrer Rente über dem Existenzminimum (2016: 8.652 Euro, 2017: 8.820 Euro) lag.
Ganz klar, wer zu den „Betroffenen“ gehört, muss nicht nur in diesem Jahr eine Steuererklärung machen, sondern auch in den folgenden Jahren. Aber, und das sagt neben dem Paragraphen im Gesetz schon der gesunde Menschenverstand: Entfallen die Voraussetzungen für die verpflichtende Abgabe, entfällt auch die Pflicht zur Abgabe selbst. Hat ein Arbeitnehmer im nächsten Jahr zum Beispiel nicht mehr zwei Arbeitgeber zur gleichen Zeit, sondern ist das ganze Jahr nur bei einem Unternehmen angestellt, muss er keine Steuererklärung mehr abgeben.

Was ist bei freiwilliger Abgabe?

Ja, werden Sie sagen, das leuchtet mir ein. Aber bei mir ist es doch ganz anders: „Ich muss normalerweise überhaupt keine Steuererklärung machen. Aber 2016 habe ich im ersten Halbjahr bei der einen Firma eher so mittel verdient, im zweiten Halbjahr bei einer anderen Firma dafür viel mehr. Ein Kumpel sagte mir, dass ich da gut was bei der Steuer zurückbekommen kann, weil der Lohn so unterschiedlich war.“ Da hat der Kumpel natürlich recht.

Dieses Beispiel zeigt, dass es immer mal ein Jahr geben kann, wo sich die freiwillige Steuererklärung besonders lohnen kann. Dann machen Sie doch einfach auch die Steuererklärung, Sie haben doch keinen Cent zu verschenken, besonders nicht dem Staat. Dafür gibt es zwei gute Gründe:

  • Im EStG gibt es keine Aussage, der Sie verpflichtet, dass Sie auch im nächsten Jahr wieder eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen. Es sei denn, Sie erfüllen dann eines der Kriterien zur verpflichtenden Abgabe.
  • Vielleicht sind Sie auf den Geschmack gekommen? Und vielleicht steht Ihnen auch im nächsten Jahr eine Steuerrückerstattung zu, wenn sie auch nicht so hoch ausfällt? Probieren Sie es doch einfach wieder mit unserer Online-Lösung smartsteuer, denn da müssen Sie erst zahlen, wenn Sie die Steuererklärung abgeben.

Zusammenfassung: Wer einmalig seine Steuererklärung freiwillig abgibt, muss das im nächsten Jahr nicht automatisch wieder machen. Fast immer ist es aber ratsam, es trotzdem zu tun. Denn meist gibt es Geld vom Staat zurück.

Jennifer Dittmann Geschrieben von:
11 Kommentare

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Reinhard Hummel sagt:

    Es ist mir unverständlich, wenn Rentner eine EStErkl. Abgeben müssen, wenn
    ihr steuerpflichtiger Anteil ihrer Rente über dem Existenzminimum (2016: 8.652 Euro, 2017: 8.820 Euro) lag. Ist das nicht ein Widerspruch zum Steuerfreibetrag?
    Ich habe jahrelang meine EStErkl. abgegeben, obwohl sich nie eine Steuerzahlung ergab. Durch Erleichterungen für die Betreuung einer erwerbsunfähigen Tochter, durch Pauschbeträge und weitere gesetzliche Freibeträge bzw. abzugsfähige Ausgaben war das steuerpflichtige Einkommen immer zu gering für eine Steuerzahlung. Von 2013 bis 2016 habe ich durch Bestätigung meiner Anträge auf Nichtveranlagungsbescheinigung keine Steuererklärungen abgeben brauchen. Für 2017 wurde das nun abgelehnt, obwohl meine Einkommenssituation (Zusammenveranlagung mit der Ehefrau) sich nicht wesentlich verändert hat. Mein Widerspruch blieb bislang unbeantwortet.
    Der allgemeine Eindruck bleibt: Das Steuersystem der BRD ist und bleibt kompliziert und kann oft vom Bürger nicht nachvollzogen werden.

  • Kurt Alexi sagt:

    Meine Frau und ich sind Rentner, besitzen keine Immobilie und haben in den
    Jahren 2015 und 2016 ausser unserer Rente nur Einkommen aus Dividenden
    bezogen. Wir haben freiwillig Steuererklärungen für diese 2 Jahre abgegeben mit dem Ergebnis dass uns für beide Jahre € 140,- erstattet wurden. Es sind bei uns hohe Krankheitskosten entstanden, die wir geltend gemacht haben.
    Der bürokratische Aufwand hat sich also nicht gelohnt, und wir stellen die Frage, ob wir in der Zukunft verpflichtet sind Steuererklärungen abzugeben.

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Guten Morgen,

    wenn Sie in der Vergangenheit freiwillig abgegeben haben und weiterhin keine Pflicht zur Abgabe besteht, dann müssen Sie Ihre Steuererklärung nicht abgeben.

  • Antje sagt:

    Das lustige ist aber, auch ich brauche keine Steuererklärung machen.. habe Steuerklasse I, nur einen Arbeitgeber, kein Zusatzeinkommen etc. pp., dennoch habe ich ohne Mitteilung an das Finanzamt im nächsten Jahr ein Schreiben bekommen, wo mir Gebühren in Höhe von 50 € in Rechnung gestellt wurden, da ich es versäumt habe meine Steuererklärung fristgerecht (31.05.) abzugeben. so.. was mache ich denn in dem Falle? Einfach nicht abgeben klappte also auch nicht. lg

  • Jennifer Dittmann Jennifer Dittmann sagt:

    In der Regel müssen Sie aufgefordert wurden sein. Am besten Sie wenden sich direkt an Ihr Finanzamt.

  • Marie sagt:

    Hallo,
    ich habe mir für dieses Jahr schon durchgerechnet, dass sich das Einreichen der Steuererklärung nicht lohnt. Grundsätzlich bin ich auch nicht verpflichtet, da Steuerklasse 1, ganzjährig gleicher Arbeitgeber, keine zusätzlichen Einkünfte. Macht es denn Sinn, dass Finanzamt darüber zu informieren, dass ich keine Steuererklärung einreichen werde, da ich urlaubsbedingt bei einer etwaigen Mahnung des Finanzamtes die Steuererklärung nicht fristgerecht zum 31.5. einreichen könnte? Vielen Dank für die Antwort. Freundliche Grüße

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Wenn Sie nicht zu einer Abgabe verpflichtet sind, müssen Sie auch nicht abgeben.
    Eine Information über eine Nicht-Abgabe ohne Abgabepflicht ist nicht üblich.

  • jasse_007@web.de sagt:

    Hallo zusammen,
    ich habe zwei Fragen zur freiwilligen Steuererklärung. Meine erste freiwillige Erklärung habe ich für das Jahr 2015 abgegeben – ich war und bin aufgrund meiner beruflichen/privaten Situation nicht verpflichtet. Dieses Jahr habe ich eine für 2017 abgegeben und muss nun 54 EUR nachzahlen.

    1. Ich würde gerne Einspruch einlegen mithilfe eines Mustertextes aus dem Internet. Geht das so einfach?
    2. In meinem Freundeskreis ist nun die Diskussion entstanden, dass die Steuererklärung für mich automatisch verpflichtend wird, sobald ich die freiwillige Erklärung 3 mal hintereinander abgegeben habe.
    Heißt also: wer 3 Jahre lang eine abgibt, muss es danach IMMER wieder machen.
    Das kann ich mir aber irgendwie nicht vorstellen…?

    Vielleicht kann mir das jemand beantworten.

    Vielen Dank & Grüße
    Jasmin

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo,

    im Bereich „Auswertung“ finden Sie bei smartsteuer diverse Muster für Einsprüche. Diese können Sie nutzen.

    Wenn Sie Ihre Steuererklärung freiwillig abgegeben haben, folgt hieraus nie eine Verpflichtung, die Steuererklärung erneut zu erstellen. Sie haben also Recht 🙂

  • Kerstin sagt:

    Hallo,

    ich habe die letzten Jahre immer meine Steuererklärung abgegeben. Weil ich entweder sehr hohe Fahrtkosten hatte bzw, den Arbeitgeber und den Ort gewechselt habe und dadurch es sich lohnte eine Steuererklärung zu machen. Nun im letzten Jahr hatte ich solche Kosten nicht mehr und habe auch bei der Berechnung festgestellt das es sich nicht lohnt sie abzugeben. (Steuerklasse 1, ledig). Nun habe ich aber eine Erinnerung vom Finanzamt, das ich meine Steuererklärung bis zum 31.08. abzugeben habe. Jetzt weiß ich nicht wie ich mich verhalten muss, muss ich sie doch machen auch wenn es sich nicht lohnt. Bzw. wenn ich es nicht mache, erwarten mich dann Kosten vom Finanzamt.

    Vielen Dank für die Antwort.

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo,

    als Arbeitnehmerin mit Steuerklasse 1 müssen Sie häufig keine Steuererklärung abgeben – es gibt jedoch bestimmte Fälle, in denen dies dennoch erforderlich ist z.B. wenn Sie Einkommensersatzleistungen wie Kranken- oder Arbeitslosengeld erhaben haben.

    Am besten setzen Sie mich mit Ihrem Finanzamt in Verbindung.


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