15.03.2018 · smart steuern ·

Steuer-ABC: N wie Nutzungsdauer und nebenberufliche Tätigkeiten

Das ging aber schnell – mit dem Buchstaben N sind wir nun schon in der zweiten Hälfte unseres Steuer-ABC angekommen. Heute soll es um zwei Dinge gehen. Im Punkt Nutzungsdauer erklären wir, wie Sie Dinge richtig abschreiben. Bei den nebenberuflichen Tätigkeiten geht es um ehrenamtliche Tätigkeiten, die bis zu gewissen Grenzen steuerfrei sind.

Nutzungsdauer: Das kann ganz schön dauern

Selbstständige sollten sich damit besser auskennen. Denn sie haben in der Regel einige Anschaffungen für ihr Unternehmen, die sie nicht sofort im aktuellen Steuerjahr abschreiben können – sondern nur über mehrere Jahre. Doch auch Arbeitnehmer sollten diese Nutzungsdauer kennen.
Doch worum geht es nun genau? Auch Angestellte haben berufsbedingte Ausgaben, die sie von der Steuer absetzen können. Das sind die viel zitierten Werbungskosten. Dazu gehören auch die sogenannten GWG, geringwertige Wirtschaftsgüter. Die können Sie sofort von der Steuer absetzen, weil sie „geringwertig“ sind. Für Käufe bis Ende 2017 lag die Grenze für GWG bei 487,90 Euro, ab 2018 stieg sie auf 952 Euro an. Wer also jetzt für den Job zum Beispiel einen Computer, ein Smartphone oder Büromöbel kauft, kann das bis zu 952 Euro (inklusive Steuer) sofort absetzen. Mehr zu GWG finden Sie übrigens in diesem Artikel des Steuer-ABC.
Und wenn es doch mal teurer wird? Ein iPhone X zum Beispiel, ein MacBook oder ein neues Regal für die Arbeitsunterlagen? Dann kommt die Nutzungsdauer ins Spiel. In langen Tabellen (sogenannte AfA-Tabellen) ist genau aufgeschlüsselt, wie lang die Nutzungsdauer jeweils ist. Für einen Computer etwa sind es drei Jahre und für ein Smartphone fünf Jahre.
Was bedeutet das genau? Sie können die Kosten für die jeweiligen Anschaffungen nicht sofort abschreiben. Sondern nur über die jeweilige Nutzungsdauer. Beispiel: Ein Computer für 1.200 Euro. Sie kaufen diesen im Juli 2018. Warum der Monat wichtig ist, erklären wir gleich. Lauf AfA-Tabelle können Sie das teure Gerät über drei Jahre abschreiben, also 400 Euro pro Jahr. In der Steuererklärung für das Jahr 2018 (die Sie 2019 machen) können Sie aber nicht 400 Euro abschreiben, sondern nur 200 Euro. Weil Sie das Gerät erst im Juli des Jahres gekauft haben und die Nutzungsdauer bei sechs von zwölf Monaten lag. In den nächsten beiden Jahren dürfen Sie dann jeweils 400 Euro absetzen und im letzten Jahr noch mal 200 Euro (für die Monate Januar bis Juni).

Steuerfreies Ehrenamt im Nebenberuf

Es klingt erstmal wie ein Widerspruch. Ein Ehrenamt – mit steuerfreien Einnahmen. Doch was spricht dagegen, dass ein Trainer im Fußballverein oder ein Chorleiter nicht auch wenigstens so etwas wie eine Aufwandsentschädigung bekommen? Eben, denn diese Ehrenamtlichen leisten einen großen Beitrag für die Gesellschaft. Und deshalb gibt es gleich zwei Pauschalen, in deren Rahmen Einnahmen steuer- und sozialversicherungsfrei sind. Das sind die Übungsleiterpauschale in Höhe von 2.400 Euro pro Jahr sowie die Ehrenamtspauschale von 720 Euro.
Das Geld gibt es aber nur steuerfrei, wenn es sich um eine nebenberufliche Tätigkeit handelt. Sie dürfen für das Ehrenamt höchstens ein Drittel der Zeit aufwenden wie für einen Hauptberuf. Wobei das weit gefasst ist, denn auch Studenten, Rentner und auch Arbeitslose können ehrenamtlich tätig sein.
Die höhere Übungsleiterpauschale (2.400 Euro) gibt es unter anderem für die schon erwähnten Sporttrainer und Chorleiter. Aber auch für Tätigkeiten ganz verschiedener Art: etwa für Kurse in der Volkshochschule, für Erzieher und für Pflegekräfte. Der Gesetzgeber spricht von gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Zwecken.
Die Ehrenamtspauschale (720 Euro) ist zwar geringer, hat aber auch nicht so hohe Anforderungen. Musste es bei der Übungsleiterpauschale zwingend um die Arbeit mit Menschen gehen, reicht für die Ehrenamtspauschale die Arbeit für den Verein oder den sogenannten Zweckbetrieb aus. Also etwa als Kassenwart, Platzwart oder Vorsitzender im Verein. Wenn Sie noch mehr zu diesen Pauschalen wissen wollen, empfehlen wir Ihnen diesen Artikel.

Bisher im Steuer-ABC:

 


Theresa Voigt Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Karin D. sagt:

    Ihr schreibt im Beitrag „Für einen Computer etwa sind es drei Jahre und für ein Smartphone fünf Jahre.“, im Beispiel schreibt ihr das Smartphone aber nur auf 3 Jahre ab. Was stimmt?

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo,
    Sie haben Recht, Danke für den Hinweis. Ich habe das Beispiel korrigiert.


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