09.10.2018 · smart steuern ·

Die 12 dicksten Steuerquellen des Staates

Letzte Woche ging es hier im Blog noch um dreistellige Millionenbeträge, heute gehen wir richtig in die Vollen. Wir haben mal geschaut, wie der Staat – also Bund, Länder und Gemeinden – an sein Geld kommt. Lesen Sie hier, welche zwölf Top-Steuern das sind – und wie sie jeweils aufgeteilt werden. Und zum Schluss gibt es noch eine Einnahmequelle, an der Sie selbst arbeiten können. Also eine, von der Sie sich persönlich ein kleines Stück nehmen können.

Rund 735 Milliarden Euro haben Bund, Länder und Gemeinden im Jahr 2017 an Steuern eingenommen. Das waren übrigens mal wieder mehr als im Vorjahr, die Steigerung gegenüber 2016 betrug knappe 29 Milliarden Euro. Doch was waren die größten Steuerquellen? Hier kommen unsere Top 12.

Platz 12: Kfz-Steuer 8,9 Milliarden Euro

Die Kfz-Steuer ist seit 2009 eine Bundessteuer. Zuvor war sie eine Landessteuer. Die Einnahmen bewegen sich seit einigen Jahren im Bereich von 8,5 und 9 Milliarden Euro.

Platz 11: Grunderwerbsteuer 13,1 Milliarden Euro

Das ist eine reine Ländersteuer. Sie wird, wie der Name sagt, beim Erwerb eines Grundstücks (oder eines Teils davon) fällig. Die Einnahmen der Grunderwerbsteuer sind in den letzten Jahren regelmäßig angestiegen, was zum Teil daran liegt, dass fast alle Bundesländer den Steuersatz zum Teil mehrfach angehoben haben.

Platz 10: Versicherungsteuer 13,3 Milliarden Euro

Auch sie steigt jährlich an, allerdings nicht so stark wie die Grunderwerbsteuer. Sie ist eine Bundessteuer.

Platz 9: Tabaksteuer 14,4 Milliarden Euro  

Vermutlich gibt es weniger Raucher oder sie rauchen weniger. Denn die Einnahmen aus der Tabaksteuer pendeln seit 15 Jahren um die 14 Milliarden Euro, die allein dem Bund zustehen. Natürlich, und das wissen nicht nur Raucher, ist der Steuersatz regelmäßig erhöht worden, was sich an den Preisen im Laden deutlich niederschlägt.

Platz 8: Solidaritätszuschlag 18,0 Milliarden Euro

Der gute alte Soli hat es auf Platz 8 geschafft. Ihm soll es ja nun endlich in den nächsten Jahren an den Kragen gehen, nachdem die Soli-Einnahmen in den letzten Jahren immer wieder deutlich angestiegen sind. Auch der Soli ist eine Bundessteuer.

Platz 7: Nicht veranlagte Steuern vom Ertrag 20,9 Milliarden Euro

Das meint die Kapital- und Zinsabschlagsteuern, die direkt von der Bank an das Finanzamt abgeführt werden. Bund und Länder teilen sich die Einnahmen halbe halbe.

Platz 6: Körperschaftsteuer 29,3 Milliarden Euro

Auch diese Summe teilen sich Bund und Länder „brüderlich“. In den letzten acht Jahren haben sich die Einnahmen mehr als verdreifacht.

Platz 5: Gewerbesteuer 40,0 Milliarden Euro

Das ist in etwa die Summe, die ausschließlich den Gemeinden zusteht. Eigentlich liegen die Einnahmen sogar über 50 Milliarden Euro, doch die Gemeinden müssen einen Teil im Zug der Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder abführen. Und da die Wirtschaft brummt, steigen auch die Einnahmen aus der Gewerbesteuer.

Platz 4: Energiesteuer 41,0 Milliarden Euro

Das ist der Nachfolger der guten alten Mineralölsteuer, sie umfasst nun alle denkbaren Energiearten. Die Einnahmen stehen dem Bund zu und bewegen sich seit knapp 15 Jahren um die 40 Milliarden Euro.

Platz 3: Veranlagte Einkommensteuer 59,4 Milliarden Euro

Hier sind alle Steuern zusammengefasst, für die man eine Erklärung abgeben muss und das Finanzamt einen Steuerbescheid festsetzt. Diese Gemeinschaftssteuer kennt bei den Einnahmen nur eine Richtung: steil nach oben. Darüber freuen sich der Bund (42,5 Prozent), die Länder (42,5 Prozent) und die Gemeinden (15 Prozent)

Platz 2: Lohnsteuer 195,5 Milliarden Euro

Auch hier freut sich der Fiskus seit einigen Jahren über steigende Einnahmen. Aufgeteilt werden sie wie bei Platz 3: Bund und Länder bekommen jeweils 42,5 Prozent, die Gemeinden 15 Prozent.

Platz 1: Steuern vom Umsatz 226,4 Milliarden Euro

Der Spitzenreiter bringt gleich ein Fragezeichen. Denn warum steht hier nicht einfach Umsatzsteuer? Nun, es gibt die Umsatzsteuer (170,5 Milliarden Euro) und die Einfuhrumsatzsteuer (55,9 Milliarden Euro). Gemeinsam sind sie die Steuern vom Umsatz. Auch dieser Wert ist noch mal um mehr als 9 Milliarden im Vergleich zu 2016 gestiegen. Die Aufteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden verschiebt sich Jahr für Jahr ein wenig. 2017 hat der Bund 114,8  Milliarden Euro (50,7 Prozent), die Länder 105,5 Milliarden Euro (46,6 Prozent) und die Gemeinden 6 Milliarden Euro (2,7 Prozent) eingenommen.

Bei so vielen Zahlen noch eine letzte: 500 Millionen Euro bleiben pro Jahr in der Staatskasse, weil viele Steuerzahler ihre Steuererklärung nicht machen. Das soll doch nicht so bleiben, oder? Mach einfach, so die smartsteuer-Devise. Und wenn Sie mehr wissen wollen, schauen Sie einfach noch mal in den Blogeintrag von letzter Woche. Da steht auch, warum.     

  

Stefan Heine Geschrieben von:
5 Kommentare

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Schönberg sagt:

    Hallo, wo soll das noch hinführen? Eine Entlastung der Bürger wird bei dieser Gier wohl nicht kommen, oder??

  • Reinhilde Sander sagt:

    Steuern, Steuern überall und für alles wird man als normaler Bürger zur Kasse gebeten. Auch vor Rentnern wird nicht halt gemacht.
    Wiesoverlangt das Finanzamt Vorauszahlungen?
    Man fühlt sich nur noch Ohnmächtig!!!!

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Vorauszahlungen verringern den Betrag der Nachzahlung. So kommt nicht alles auf einmal. Vorauszahlungen können also auch etwas gutes haben.

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Guten Morgen,

    durch die Vorauszahlungen leisten Sie schon früher Abschlagzahlungen auf Ihre Einkommensteuer. Sie müssen dann weniger nachzahlen oder erhalten sogar eine Erstattung.

  • FrielingHD sagt:

    Bei dieser enormen Steigerung der Steuereinnahmen ist es doch wohl angebracht und gerecht, die Politiker aufzufordern, die kalte Progression bei der Lohn- und Einkommensteuer abzuschaffen, bzw. eine Automatisierung für die Herabsetzung Sorge zu tragen, statt nur immer an ihre eigenen Erhöhungen und der Aufblähung der Parlamente zu denken. Arbeitsbeschaffung und Stellenschaffung geht anders.
    Zweitens brauchen wir eine steuerfinanzierte Bürgerversicherung für alle deutschen und anspruchsberechtigte Bürger bei Wegfall sämtlicher eigener Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung, so dass sich auch die Kapitalgesellschaften und das Grosskapital an der Finanzierung über Steuern an diesen Allgemeinaufgaben des Staates beteiligen. Sämtliche bisherigen Krankenkassen wären dann nur noch Zweigstellen der staatlichen Bürgerversicherung. Das alles betrifft natürlich nur die Grundversorgung. Freiwillige private Höher- und Besserversicherungen bleiben unbenommen wie im Grunde genommen wie bisher auch.


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