17.03.2020 · smart leben ·

Equal Pay Day – die Unterschiede beim Geld bleiben

Heute ist es wieder so weit. Wir haben den Tag im Jahr erreicht, ab dem Frauen in Deutschland rechnerisch auch bezahlt werden. Im Unterschied zu Männern, die seit dem 1. Januar Geld erhalten. Es gibt sie also immer noch, die Lücke in den Gehältern zwischen Männern und Frauen von rund 20 Prozent. Wir wollen uns das heute etwas näher anschauen und erklären, woran das liegt. Zuerst aber wollen wir ein paar Worte zu dem Thema verlieren, über das gerade wirklich alle sprechen.

In eigener Sache

Liebe Leserinnen und Leser: Auch wir von smartsteuer wissen, was gerade die Stunde geschlagen hat. Immer mehr Infizierte im ganzen Land, Grenzen fast überall dicht, Schulen dicht, Kitas dicht und noch viele andere Einschränkungen. Das Team von smartsteuer ist auch komplett ins Home-Office gewechselt. Wir werden hier im Blog in den nächsten Tagen Wochen immer wieder Artikel bringen, die sich mit den Auswirkungen von Corona beschäftigen – und was das konkret bedeuten kann. Da unser „Fach“ Steuern und Geld sind, wird es thematisch in diese Richtung gehen. Und nicht darum, wie man sich anstecken kann und wann man in Quarantäne sollte, wann der Fußball wieder rollt oder vieles mehr.
Daneben veröffentlichen wir aber weiterhin Beiträge, in denen es nur um unsere Kernthemen Steuern und Geld geht. Und dieser Artikel zum Equal Pay Day gehört dazu.

20 Prozent und mehr Unterschied

Gleichberechtigung hin, Gleichberechtigung her. Selbst wenn sich für Frauen schon so einiges getan hat: Der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen schwankt in Deutschland seit 25 Jahren um die 22 Prozent, wie diese Grafik zeigt. 

Gender pay gap 2019

Immerhin sind wir 2019 in Deutschland endlich nicht mehr bei 21, sondern bei 20 Prozent angekommen. Doch, wenn man sich den Europa-Vergleich anschaut, stehen wir nicht gerade gut da. Nur wenige Staaten haben eine noch größere Lücke (Zahlen von 2017):

Wie viel Frauen in Europa weniger verdienen

Aber eine erfreuliche Nachricht gibt es dann doch: Die Einkommenslücke ist in den neuen Bundesländern mit aktuell 7 Prozent deutlich geringer als im alten Bundesgebiet mit 21 Prozent. Genaueres dazu können Sie hier nachlesen.

Bevor jetzt aber gleich die Kritiker und Männerrechtler sagen, die 20 Prozent Einkommenslücke stimmen nie im Leben, wichtiger sei doch die bereinigte Lücke: Ja, auch wir wissen, dass die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen auch so groß ist, weil Frauen weniger bezahlt arbeiten (dafür umso mehr unbezahlt im eigenen Haushalt oder für die Kinder) und auch in oft generell schlechter bezahlten Jobs arbeiten.
Aber, wir geben Ihnen auch mal ein paar aktuelle Zahlen mit auf den Weg. Hier geht es um vergleichbare und sogar gleiche Jobs…

Gleicher Beruf, gleiche Erfahrung – weniger Geld für Frauen

Ja, genau das hat die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung jetzt gründlicher untersucht und die Ergebnisse vorgestellt. Die Lücke zwischen einem Filialleiter und einer Filialleiterin mit jeweils zehn Jahren Berufserfahrung beträgt satte 18 Prozent. Selbst bei Erzieherinnen und Erziehern sind es noch sechs Prozent, Sozialpädagoginnen verdienen sieben Prozent weniger als Sozialpädagogen. In anderen Berufen wie Juristen und Industriekaufleuten beträgt die Einkommenslücke mindestens zehn Prozent. Wie gesagt, bei gleicher Berufserfahrung und gleicher Tätigkeit…
Woran das liegt? Zum einen sicher daran, dass Gehälter nicht so transparent sind wie sie es laut Gesetz schon sein könnten. Offenbar ist es immer noch an vielen Stellen selbstverständlich, dass Frauen nicht so viel Geld verdienen wie Männer bei vergleichbaren Tätigkeiten. Und natürlich liegt es vielerorts auch daran, dass es keine Tarifverträge gibt. Denn in diesen wird natürlich nicht nach Geschlecht unterschieden.

Was bedeutet das konkret für mich?

Verkaufen Sie sich als Frau nicht unter Wert und pokern Sie bei der nächsten Gehaltsverhandlung doch einfach mal ein bisschen höher. Auch so wird die Einkommenslücke über die Jahre etwas geringer.

Geschrieben von:
Mandy Pank Mandy ist im Marketing tätig und immer darauf bedacht steuerliche Themen so einfach wie möglich aufzubereiten. Dabei hilft ihr natürlich auch ihr Hintergrund als Steuerfachangestellte. Sie versetzt sich gerne in die Lage der Kunden, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Doch auch für ihre Kollegen hat sie immer ein offenes Ohr und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
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