02.03.2021 · smart steuern ·

Tabaksteuer soll steigen – E-Zigaretten bald viel teurer 

Die Älteren unter uns erinnern sich bestimmt noch daran: Wenn nix mehr ging, wurde die Tabaksteuer erhöht. Trifft ja nicht die Falschen, möchte man meinen. Denn dass Rauchen ungesund ist, weiß mittlerweile jedes Kind. Nun war sechs Jahre Ruhe. Aber das kann sich bald ändern. Der Staat will, so wird es berichtet, nicht nur die klassische Tabaksteuer erhöhen, sondern erstmals auch eine Abgabe auf E-Zigaretten erheben. Wir erklären Ihnen, was auf Raucher zukommt, werfen zuerst aber einen Blick auf die Geschichte der Tabaksteuer. 

Zigaretten fast dreimal so teuer wie vor 30 Jahren

Hätten Sie es gedacht? 1991 kostete eine Zigarette im Schnitt knapp 11 Cent, 2020 waren wir schon bei knapp 31 Cent. Dabei stieg die enthaltene Tabaksteuer von weniger als 7 Cent auf knapp 17 Cent.

Durchschnittspreis von Zigaretten und enthaltene Tabaksteuer in Deutschland in den Jahren 1991 bis 2020

Als Begründung mussten unter anderem herhalten:

  • der Gesundheitsschutz
  • der Kampf gegen den Terror
  • die Finanzierung der Gesundheitsreform
  • die Entlastung energieintensiver Betriebe bei der Ökosteuer

Nicht immer waren die Erhöhungen ein voller Erfolg. Stiegen die Preise, stieg meist der Umsatz bei nicht versteuerten Zigaretten an, viele Raucher wechselten von fabrikfertigen Zigaretten auf günstigere selbstgedrehte – oder hörten sogar ganz auf. Immerhin.
Seit 20 Jahren nimmt der Staat deshalb trotz mehrerer Erhöhungen der Tabaksteuer relativ konstant um die 14 Milliarden € pro Jahr ein.

Was ist jetzt geplant?

Nun, die wichtigsten Fakten aus dem Entwurf des „Tabaksteuermodernisierungsgesetzes“ sind die folgenden:

  • Die Tabaksteuer steigt jährlich von 2022 bis 2026.
  • Für eine Zigarettenpackung sollen es jedes Jahr zwischen 5 und 8 Cent mehr werden.
  • Bei Feinschnitt (40 Gramm) sind es wohl 15 Cent mehr im Jahr. 
  • Zigarren und Zigarillos dürften ähnliche Steigerungen erfahren.

Richtig dick soll es aber für Käufer von E-Zigaretten und Verdampfern kommen.

  • In Schritt 1 soll die Abgabe zwei Cent je Milligramm Nikotin betragen.
  • Klingt erstmal wenig. Aber bei einer üblichen Zehn-Milliliter-Flasche mit maximal 20  Milligramm Nikotin je Milliliter wäre die Steuer schon 4 € – pro Fläschchen! Der Preis würde von rund 5 auf rund 9 € steigen.
  • Schritt 2 bringt noch mal zwei Cent pro Milligramm. Das würde dann 13 € pro Fläschchen bedeuten. Eine Steigerung um satte 160 %.

Warum die Erhöhung der Tabaksteuer?

Nun, natürlich sucht der Bund wegen Corona nach neuen Einnahmequellen. Mit jedem Erhöhungsschritt rechnet der Finanzminister mit zusätzlich zwei Milliarden €, insgesamt werden es wohl mehr als zehn Milliarden € sein.
Und was ist mit der sogenannten Lenkungswirkung? Das heißt, eine höhere Tabaksteuer macht Tabakerzeugnisse so teuer, dass Raucher aufhören? Es gibt eine zweigeteilte Antwort:

  • Bei den klassischen Produkten sind die schrittweisen Anhebungen der Tabaksteuer wohl für die allermeisten Raucher verschmerzbar. Die beteiligten Ministerien setzen offenbar darauf, dass wegen der recht geringen und schrittweisen Steigerungen nur wenige tatsächlich aufhören. Denn wer aufhört, zahlt gar keine Tabaksteuer mehr.
  • Ganz anders sieht es bei E-Zigaretten aus. Zwar enthalten diese weniger Schadstoffe, sie gelten aber als Einstieg für regelmäßige Raucher. Dadurch sind E-Zigaretten ebenfalls der Gesundheit nicht im geringsten förderlich, im Gegenteil. Und da diese Zigaretten-Alternativen deutlich teurer werden sollen, würden vor allem Jugendliche vor dem Kauf zurückschrecken. Und somit gar nicht erst mit der krank machenden Tabak-Karriere anfangen.

Es bleibt aber festzuhalten, dass die Lenkungswirkung offenbar nur bei den Alternativen greifen soll. Diese machen aber gerade mal 5 % des Marktanteils aus im Vergleich zu den herkömmlichen Tabakprodukten. 

Wichtig: Noch ist das alles „nur“ ein Gesetzentwurf. Es heißt aber, dass die Regierung sehr um Tempo bemüht ist und noch im März das Gesetz durch den Bundestag bringen will. 

Was bedeutet das konkret für mich?
Wenn Sie eh schon der nichtrauchenden Fraktion angehören, ändert sich für Sie natürlich nichts. Und Sie, liebe Raucherinnen und Raucher: Es wird wohl wieder mal teurer. Jedes Jahr ab 2022. Vielleicht schaffen Sie es ja doch noch aufzuhören. Ist nicht leicht, ich weiß. Aber es lohnt sich – im doppelten Sinne.

Geschrieben von:
Mandy Pank Mandy ist im Marketing tätig und immer darauf bedacht steuerliche Themen so einfach wie möglich aufzubereiten. Dabei hilft ihr natürlich auch ihr Hintergrund als Steuerfachangestellte. Sie versetzt sich gerne in die Lage der Kunden, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Doch auch für ihre Kollegen hat sie immer ein offenes Ohr und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
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