08.07.2021 · Podcast ·

Podcast: ErfolgsgeDANKE mit Markus Albers

Bei ErfolgsgeDANKE, dem Podcast über Erfolg, Karriere und New Work, kommen inspirierende Persönlichkeiten zu Wort und sprechen mit Björn Waide, Geschäftsführer von smartsteuer, über ihren Werdegang und ihre Wegbegleiter:innen. Wie sind Macher:innen geworden, wer sie sind? Welche Begegnungen haben sie geprägt, um eine Idee in die Tat umzusetzen? Und: Wem wollten sie schon immer einmal „Danke!“ sagen? In der aktuellen Episode zu Gast: Markus Albers – Autor, Berater und Unternehmer.

Macht neues Arbeiten glücklicher und was bedeutet New Work im tieferen Sinne? In der aktuellen Episode von #ErfolgsgeDANKE spricht Markus Albers über die Vor- und Nachteile von remote Kreativprozessen und erklärt, was Führungskräfte in Zukunft lernen müssen.

Albers ist überzeugt davon, dass die Gesellschaft lernen muss, mit Technik umzugehen, um nicht von ihr dominiert zu werden. Hierzu hat er zahlreiche Bücher (u. a. „Morgen komm ich später rein“, „Meconomy“ und „Digitale Erschöpfung“) geschrieben und hält Vorträge sowie Vorlesungen an der Hochschule ESCP. Als Partner von rethink berät er zudem Unternehmen wie beispielsweise Volkswagen zu den Themen digitale Transformation und Thought Leadership.
Nach der Schule machte Markus Albers eine journalistische Ausbildung. Bis heute hilft ihm das Schreiben, seine Gedanken zu strukturieren. Auch die Welt hat er sich über den Journalismus erschlossen. Er muss zwar nicht mehr jeden Tag woanders sein – digitale Optionen wie Video Calls, Reportagen und Dokumentationen helfen ihm dennoch, weiterhin (zumindest gedanklich) in der Welt unterwegs zu sein.

In der Theorie macht uns das neue Arbeiten glücklicher – wenn wir es als ortsunabhängiges Arbeiten sehen – denn Menschen können sich damit von der Präsenzpflicht befreien und produktiver und kreativer arbeiten. In der Realität jedoch, so Albers, führt neues Arbeiten leider aber auch zum Gegenteil: Stress, Krankheiten und Leistungsdruck sind die Schattenseiten von New Work. Dieses Paradoxon gilt es aufzulösen. 

Erzwungene Einsamkeit im Homeoffice

Das Homeoffice während der Pandemie hat gezeigt, wo Herausforderungen in der Handhabung von New Work liegen. Das größte Probleme ist, dass oft die Anwesenheitspflicht nur durch den Bildschirm ersetzt wurde: „Wir haben uns von unserer Fessel, die uns an den Schreibtisch gebunden haben, befreit, aber stattdessen sind wir an die Bildschirme gekettet“, sagt Markus Albers. Dies hat negative soziale Folgen: Menschen vermissen den direkten, realen Austausch, verspüren fast schon Schmerzen in der Isolation in den eigenen vier Wänden. Dennoch stellt digitale Kommunikation paradoxerweise eine andere Art der Nähe und Wärme her, die Menschen auf eine ganz andere Art verbindet und kennenlernen lässt – beispielsweise, wenn Kinder, Haustiere & Co. plötzlich in der Videokonferenz auftauchen.

Paradoxon der remote Kreativität

Albers nennt zwei Gründe, weshalb wir im Homeoffice kreativer sind: Zum einen sind häufig remote Prozesse demokratischer – weil Dynamiken, die sonst in Räumen vorhanden wären, wegfallen. Die etwas Schüchternen trauen sich auch zu Wort und gehen beispielsweise nicht so schnell unter, wenn Kommunikation asynchron verläuft. Zum anderen beruht ein Kreativprozess auf verschiedenen Schritten und Stufen, u. a. einer ruhigen Inkubation, für die man Konzentration und Ruhe braucht. Dies geht remote häufig besser. 

Andererseits brauchen wir für Neues auch andere Menschen, mit denen man Ideen teilen kann. Und „wir brauchen für Kreativität auch ungeplante, überraschende Erkenntnissen“, so Albers, die eben eher vor Ort und im realen Leben geschehen.

Warum wir mehr Asynchronität brauchen

Homeoffice ist großartig, wenn man es machen kann – aber schrecklich ist, wenn man es machen muss. Die Zukunft wird daher vor allem eins: hybrid. Arbeitsrechtlich und technisch führt die Frage „Wie genau gestaltet sich diese hybride Arbeitswelt?“ zu riesigen Diskussionen. Damit es dennoch funktioniert, müssten wir laut Markus Albers zusehen, dass wir größere Zeitspannen einbinden, in denen wir nicht gestört werden und konzentriert arbeiten können. Dafür braucht es mehr Asynchronität in der Kommunikation, die wir aber zunächst noch erlernen müssen. Albers erklärt dies wie folgt: „Wir haben sehr mächtige, neue, digitale Werkzeuge, aber noch keine Ahnung – und auch keine Einigung darüber, – wie wir mit ihnen umgehen sollen.“

Regeln definieren das remote Miteinander

Für den Erfolg braucht es neue Kulturtechniken oder Cultural Hacks. Dazu gehört, dass man die Erwartung auf die Reaktionszeit von anderen auf bestimmte Nachrichten managed, indem man diese vorher festsetzt. Beispielsweise braucht es auch in full-remote Unternehmen einen „How to work with me“-Guide, in dem die Mitarbeitenden ihre präferierte Arbeitsweise darlegen. Zudem sind die Core Working Hours – Kernarbeitszeiten – extrem wichtig vorher festzulegen, vor allem dann, wenn über andere Zeitzonen verteilt gearbeitet wird.

Albers hält nichts vom Führungskräfte-Bashing, sieht aber zwei Dinge, die Führungskräfte noch lernen müssen. Zum einen seien diese noch sehr schlecht in der asynchronen Kommunikation – weil es anders erlernt wurde. Zum anderen braucht es strategische Klarheit und den Mut, zur öffentlichen Kommunikation. Beispielsweise können LinkedIn-Artikel genutzt werden, um verschiedene Stakeholder zu erreichen und nicht nur nach außen oder nach innen gerichtet zu sein. Außerdem braucht es auch eine operative Klarheit, die definiert „wie“ man Dinge durchführt – hier spürt Albers noch eine allgemeine Unsicherheit bei Führungskräften. Dabei könne man gut von anderen Firmen lernen, die einem selber einen Schritt voraus sind und dies aufgeschrieben haben.

Warum Tageslicht ein Lifehack ist und das Schreibtischstuhl-Leben abgeschafft gehört und wieso Journalist:innen auch Influencer:innen sind – das alles könnt ihr in Episode 40 des #ErfolgsgeDANKE-Podcasts bei Apple Podcasts, Deezer, Google Podcasts oder Spotify hören.

 

Geschrieben von:
Björn Waide Niemals hätte Björn während seines Informatik-Studiums gedacht, dass Steuerthemen so spannend sein können. Nun ist er Geschäftsführer der smartsteuer GmbH und völlig begeistert von der Online Steuererklärung. Dabei setzt Björn in Diskussionen immer die Kundenbrille auf.
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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Hallo,

    danke für deinen tollen Beitrag.

    Ich glaube jeder kann sich momentan damit identifizieren.

    Wir waren bis vor kurzem auch noch im Homeoffice und man fühlt sich schrecklich einsam.
    Ich freue mich, wenn das alles langsam wieder Normalität findet und man unbesorgt mit seinen Liebsten zeit verbringen kann.

    Beste Grüße
    Winfried


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