06.09.2022 · smart steuern ·
Lesezeit: 3 Min.

65 Milliarden € Unterstützung – was kann das neue Entlastungspaket?

Steuererleichterungen, Strompreisbremse und weitere Einmalzahlungen: Klingt gut? Diese Maßnahmen sind nur ein Teil des neuen Entlastungspakets der Bundesregierung. Ein bunter Blumenstrauß an Unterstützungen soll jetzt nämlich Löcher stopfen – und zwar die, die bei den ersten beiden Paketen offengeblieben sind. Dafür greift die Regierung ordentlich in die Tasche. Wer jetzt auf einen Zuschuss hoffen kann, lesen Sie hier.

Welche Maßnahmen wurden im dritten Entlastungspaket beschlossen?

Erinnern Sie sich? Von den ersten beiden Entlastungspaketen haben hauptsächlich Geringverdienende, Familien oder Pendelnde profitiert. Die werden jetzt auch wieder bedacht. Allerdings kommen in der dritten Runde auch finanzielle Unterstützungen für Menschen im Ruhestand und Studierende dazu. Aber auch Anpassungen der Einkommenssteuer und eine Nachfolge für das 9-€-Ticket sollen den Menschen in Deutschland zugutekommen.

  • Einmalzahlungen: Studierende, Fachschülerinnen und Fachschüler sollen eine Einmalzahlung in Höhe von 200 € erhalten. Wie und wann die Auszahlung passiert, ist noch nicht klar. Aber immerhin: Die Kosten dafür trägt der Bund selbst. Auch Rentnerinnen und Rentner sollen zum 1. Dezember eine Energiepreispauschale von 300 € bekommen. Diese Gruppen sind bisher leer ausgegangen. Eine kleine Einschränkung gibt es allerdings: Auch die neue Pauschale muss wieder versteuert werden.
  • Zusatzzahlungen steuerfrei: Ihr Chef oder Ihre Chefin hat einen Corona-Bonus oder zusätzliche Zahlungen als Inflationsausgleich versprochen? Super, denn die Zusatzzahlungen sollen in Zukunft bis zu 3.000 € steuerfrei sein.
  • Mehr Netto für Midi-Jobs: Noch eine Grenze, die angehoben werden soll, ist die Abgabengrenze für Niedrigverdienerinnen und -verdiener – auch bekannt als Midi-Jobbende. Im nächsten Jahr werden Beiträge für die Sozialversicherung erst ab 2.000 € erhoben. Damit bleibt dann mehr Netto vom Bruttogehalt übrig.
  • Höheres Kindergeld und Kinderzuschlag: Auch die Kleinsten kommen nicht zu kurz. Ab dem 1. Januar gibt es für das erste und das zweite Kind 18 € mehr Kindergeld pro Monat. Bei Familien mit zwei Kindern sind das also 432 € pro Jahr. Und auch der Kinderzuschlag für Familien mit niedrigen Einkommen wir von 229 € auf 250 € angehoben. Das Ganze gilt vorläufig für die nächsten beiden Jahre.
  • Nachfolge fürs 9-€-Ticket: Endlich! Denn genau dieser Punkt wurde öffentlich schon heiß diskutiert. Und die Bundesregierung hat nun eingelenkt: Bis zu 1,5 Milliarden € sollen die Länder für ein bundesweit gültiges Ticket bekommen. Aber halt, es gibt auch einen Haken. Denn dieser Teil des Entlastungspakets tritt nur in Kraft, wenn die Länder sich bereit erklären, denselben Betrag zu investieren. Eine Zustimmung dazu gibt es aber noch nicht. Da gilt also weiter Daumen drücken.
  • Strompreisbremse: Der Titel klingt vielversprechend. Die Umsetzung ist aber noch nicht abschließend geklärt. Eigentlich soll die Strompreisbremse für den Grundbedarf eines Haushalts gelten und bei den Strompreisen entlasten. Damit ist dann der Preis für den Basisverbrauch gedeckelt. Wer mehr Strom bezieht, muss wieder marktübliche (hohe) Preise zahlen. Wie viel Strom genau als „Basisverbrauch“ gilt, steht noch nicht genau fest.
  • Einkommensteuer wird angepasst: Im Herbst werden die Richtwerte für die Einkommensteuer angepasst. Der neue Steuertarif gilt dann ab 2023 und davon profitieren ca. 48 Millionen Steuerzahlende. Das soll die Auswirkungen der Inflation abdämpfen.

Was bedeutet das konkret für mich?

Die Nachricht der Bundesregierung an die Bürgerinnen und Bürger ist ganz klar: Wir lassen euch nicht im Stich. Deshalb können sich jetzt viele über Zuschüsse freuen. Leider gehen gerade Menschen mit mittleren Einkommen und Selbstständige auch bei diesem Paket eher leer aus. Oder erhalten eben erst verspätet mit der Steuererklärung im nächsten Jahr Vorteile. Allerdings ist hier das letzte Wort noch nicht gesprochen. Seien Sie daher gespannt, welche Maßnahmen in den nächsten Monaten folgen.

Geschrieben von:
Mandy Pank Mandy ist im Marketing tätig und immer darauf bedacht steuerliche Themen so einfach wie möglich aufzubereiten. Dabei hilft ihr natürlich auch ihr Hintergrund als Steuerfachangestellte. Sie versetzt sich gerne in die Lage der Kunden, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Doch auch für ihre Kollegen hat sie immer ein offenes Ohr und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
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