08.01.2016 · smart steuern ·

Neue Regelungen für 2016 – Das ändert sich für Autofahrer

Neues Jahr, neue Gesetze – diese Faustregel scheint für alle Lebensbereiche zu gelten. Auch 2016 kommen einige Neuerungen auf die deutschen Bürger zu – und speziell die Autofahrer hierzulande müssen sich auf einige Änderungen einstellen. Welche das sind, verraten wir hier.

Die gelbe HU-Plakette ist abgelaufen
Klebt nach dem 1.1.2016 noch eine gelbe HU-Plakette am Fahrzeug, hat der Halter den Termin zur Hauptuntersuchung verpasst. Im neuen Jahr dürfen nur noch braune, rosa und grüne Plaketten unterwegs sein – braune Plaketten für die Hauptuntersuchung 2016, rosa für 2017 und grün für 2018. Haben Sie noch eine gelbe Plakette, sollten Sie die Hauptuntersuchung möglichst schnell nachholen: Je länger die HU hinausgezögert wird, desto höher wird das Bußgeld – bis nach einer Verzögerung von acht Monaten sogar zusätzlich ein Punkt in Flensburg aufs Fahrerkonto kommt. Neben Problemen mit der Versicherung im Falle eines Unfalls kommen Kosten zwischen 15 und 60 Euro für eine gelbe Plakette auf den Fahrer zu – machen Sie deshalb am besten schnellstmöglich einen Termin für eine neue Hauptuntersuchung!

Steuerbefreiung für Elektroautos nur noch für 5 Jahre
Wird Ihr neues Elektroauto nach dem 1. Januar 2016 zugelassen, können Sie sich daraufhin nur noch für fünf Jahre über eine Befreiung der Kfz-Steuer freuen, während Autos, die vor dem 31. Dezember 2015 noch für 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit wurden. Wird das Auto innerhalb des steuerfreien Zeitraumes verkauft, muss auch der neue Halter für den restlichen Zeitraum der Befreiung keine Kfz-Steuern entrichten – danach fallen nur 50 Prozent der regulären Kfz-Steuer an. Doch Vorsicht: Diese Regelung gilt nicht für Hybrid-Fahrzeuge und Autos mit Range-Extender, da diese nicht als reine Elektro-Autos gelten.

Neuwagen werden nun auch auf Fußgängererkennung getestet
Das „European New Car Assessment Programme“, das auch als Euro NCAP bekannt ist, wird ab 2016 auch die Fußgängererkennung in das Bewertungsschema für Neuwagen aufnehmen. Soll der Wagen ab Werk die volle Punktzahl erreichen, muss nachgewiesen werden können, dass das Auto einen Zusammenstoß mit einem Fußgänger selbstständig bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 40 km/h verhindert. Bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h müssen die Verletzungen der Fußgänger zumindest merklich gemindert sein.

Motorräder müssen Euro-4-Voraussetzungen erfüllen
Auch die Motorräder sollen ab 2016 sauberer werden: Alle neuen Zweiräder, die ab dem 1.1.16 eine Typgenehmigung erhalten sollen, müssen dafür die Abgasvorschriften der Norm Euro 4 erfüllen können. Nach Ansicht des ADAC stellen diese neuen Vorschriften eine Herausforderung für viele Hersteller dar – doch das war noch nicht alles: Außerdem müssen alle neuen Motorräder über ABS oder über ein Kombi-Bremssystem verfügen. Diese Vorschrift betrifft allerdings nur Motorräder mit einem Hubraum von über 50 Kubikzentimetern oder einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45 km/h. Motorradfahrer mit altem Vehikel können jedoch aufatmen: Alte Motorräder müssen nicht zusätzlich nachgerüstet werden.

Neue Typ- und Regionalklassen bei der Autoversicherung
Auch die Versicherungsbeiträge ändern sich für deutsche Autofahrer: In diesem Jahr teilt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Typ- und Regionalklassen neu ein – und einige Fahrzeughalter sparen dabei, während andere tiefer in die Tasche greifen müssen. Rund 20 Prozent der Autofahrer können von einer besseren Regionalklasse profitieren – dazu gehören in erster Linie Fahrer aus Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. 15 Prozent der Autofahrer müssen sich indes mit einem höheren Versicherungsbeitrag arrangieren – gerade Berliner Autofahrer sind davon betroffen.
Die Regionalklassen der Teil- und Vollkaskoversicherung gehen ohne große Änderungen ins neue Jahr. In der Schadensbilanz der Vollkasko-Versicherung hat sich die Wesermarsch in Niedersachsen als besonders positiv erwiesen, während das Zulassungsgebiet Münster/Westfalen in der Teilkasko am besten abgeschnitten hat. Die höchsten Schadensbilanzen beider Versicherungen wurden für den Landkreis Ostallgäu in Bayern errechnet.

Section-Control wird in Niedersachsen eingeführt
Schluss mit dem Ärger über die punktuellen Geschwindigkeitsmessungen – zumindest auf der B6 in Niedersachsen zwischen Laatzen und Gleidingen: Hier wird ab 2016 das Tempo der Fahrzeuge über eine lange Strecke hinweg durchschnittlich ermittelt. Somit soll Rasern entgegengewirkt werden, die kurz vor den Blitzern abbremsen und direkt danach andere Verkehrsteilnehmer durch überhöhte Geschwindigkeit und eine rücksichtslose Fahrweise in Gefahr bringen. Dieses Projekt wurde „Section Control“ getauft – und obwohl es bislang noch eher einen Test-Charakter aufweist, sind die Busgelder echt, die für zu hohe Geschwindigkeiten verhängt werden.

Was ändert sich sonst noch für deutsche Autofahrer?
Lkw- und Transporterfahrer können ab 2016 von optimierten Fahrtenschreibern profitieren: Ab dem 2. März 2016 werden Autofahrer mit einem akustischen und/oder optischen Signal gewarnt, wenn sie die maximal erlaubte ununterbrochene Lenkzeit von 4,5 Stunden fast erreicht haben – dies gilt zudem auch bei festgestellten Störungen am Fahrzeug.

Nicht nur Lkw- und Transporterfahrer, sondern auch die Fahrer von Pkws, welche die Autobahnen und Nationalstraßen in der Schweiz nutzen möchten, benötigen ab 2016 eine rosa Vignette, die nach wie vor mit 40 Schweizer Franken zu Buche schlägt. Fernfahrer müssen in Belgien ab dem 1. April 2016 für ihren Lkw über 3,5 Tonnen auf zahlreichen Strecken eine Maut entrichten.

Autos sollen 2016 zudem nicht nur sauberer, sondern auch leiser werden: Ab Juli 2016 dürfen speziell eingebaute Abgasanlagen bei Pkw, zu denen beispielsweise ein Klappenauspuff gehört, die Lautstärke des serienmäßig eingebauten Auspuffs nicht mehr übersteigen. Vorsicht: Auch Motorradfahrer sind von dieser Regelung betroffen und müssen ab 1. Januar 2016 den Lautstärke-Rahmen beachten, der durch die UNECE-R 41.04-Norm für neue Motorräder festgelegt wird.

Allerdings müssen sich nicht nur private Fahrer auf Änderungen einstellen: Auch das Kfz-Gewerbe kann von einer Änderung der Zulassungsverordnung profitieren, die es Händlern ermöglicht, mit einem noch nicht zugelassenen Fahrzeug und dem roten „Händler-Kennzeigen“ kurze Fahrten zur Tankstelle oder zur Waschanlage zu unternehmen. Bislang durften die Kennzeichen nur für Probe- oder Übungsfahrten eingesetzt werden – ansonsten musste der Wagen auf den Hänger.

Auch das An- und Abmelden eines Fahrzeuges soll 2016 einfacher werden: Schon seit 2015 können Fahrzeuge über die Webseite des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) oder über die Portale der Zulassungsbehörden der Länder abgemeldet werden – ab dem 1.1.16 wird dieser Service weiter ausgebaut. Fahrer sollen daraufhin auch Adressänderungen, Wiederzulassungen und allgemeine Zulassungen über das Internet vornehmen können.


Franziska Zachert Geschrieben von:

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